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Bamberg

Mindestens so stark wie die Jungs!

von unserem Redaktionsmitglied  Michael Schwital Bamberg — "Wie Mädchen gespielt." Diese Überschrift trug am Montag unser Bericht über die 67:91-Pleite der Baunacher ProA-Basketbal...
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von unserem Redaktionsmitglied 
Michael Schwital

Bamberg — "Wie Mädchen gespielt." Diese Überschrift trug am Montag unser Bericht über die 67:91-Pleite der Baunacher ProA-Basketballer in Essen. Was die Leistung der talentierten Young Pikes beschreiben sollte, sah so manche Mutter, so mancher Vater wohl als Beleidigung der sportlichen Tochter an. So war das nicht gedacht.
Schon längst müssen sich die jungen Basketballerinnen in der Stadt des deutschen Herrenmeisters nicht mehr verstecken, das Bamberger Mädchenkonzept kann geradezu en masse mit Bayernauswahl- und Jugendnationalspielerinnen aufwarten. Ramona Hesselbarth, Julia Förner und Magdalena Landwehr seien hier stellvertretend genannt. Sie und alle talentierten Hoffnungen in den Leistungsmannschaften der Altersklassen U13, U15 und U17 beweisen Woche für Woche in harten Trainingseinheiten und bei den Spielen ihre Stärke und ihr Können. In Bayern und darüber hinaus sind sie spitze, in der Mädchen-Bundesliga (WNBL) fassen sie Fuß. Die Empfindsamkeit, nicht oder falsch gewürdigt zu werden, scheint fehl am Platz. Selbstbewusstsein darf stattdessen herrschen.
Schlechte Stimmung nun zwischen den jungen ProA-Spielern aus Baunach und den Altersgenossinnen in Sachen Basketball? Wohl eher nicht. Man kennt sich allgemein gut bis sehr gut. Das ist im Sport und unter jungen Leuten so, engere Freundschaft nicht ausgeschlossen. Mitunter wird gar miteinander trainiert, die gegenseitige Wertschätzung ist gewiss. Um den Leistungsunterschied festzumachen, lohnt kein sportlicher Vergleich auf dem Parkett zwischen Liga ProA und WNBL. Gleichwohl braucht es kein Angefressensein, weder bei den Mädchen, die für den Vergleich herhalten mussten, noch bei den Baunachern oder gar Funktionären.
Der Schreiber dieser Zeilen ist selbst Vater einer motivierten Basketballerin im Alter einer Heranwachsenden. Sie quittierte die Überschrift mit einem amüsierten Lächeln. Das stünde vielleicht auch dem Trainer oder dem Vereinsverantwortlichen besser zu Gesicht, der ob dieser Petitesse gleich sein ganzes segensreiches Engagement zum Wohle des Nachwuchses in Gefahr sah. Jetzt stehen Weihnachtsfeiern an, keine Feldzüge wegen vermeintlich schlechter Behandlung. Eine besinnliche Adventszeit!

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