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Erlangen

Mildert Klettern eine Depression? Teilnehmer für Studie gesucht

Der Depression mit Sport entgegenwirken - unter diesem Motto wies das Team der Pilotstudie "Klettern und Stimmung" (KuS) der Psychiatrischen und Psychothera...
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Der Depression mit Sport entgegenwirken - unter diesem Motto wies das Team der Pilotstudie "Klettern und Stimmung" (KuS) der Psychiatrischen und Psychotherapeutischen Klinik der Uniklinik Erlangen die Wirksamkeit einer Bouldertherapie bei depressiven Patienten in ambulanter Behandlung nach.
Ab Mai 2017 heißt es nun wieder "Ab an die Wand!", denn dann soll der sportliche Therapieansatz im Rahmen der KuS-Studie an einer größeren Teilnehmergruppe in Erlangen, München und Berlin wissenschaftlich ermittelt werden. Interessierte in Erlangen sind herzlich zu einem der unverbindlichen Informationsabende am 4. oder 25. April, jeweils um 16 Uhr, in den Kopfkliniken des Uni-Klinikums Erlangen, Schwabachanlage 6, eingeladen.


"Ab an die Wand!"

Bouldern ist Klettern ohne Seil in Absprunghöhe. Bei Depressionen kann das Bouldern als Therapie eingesetzt werden - mit unterschiedlichen Zielen: Es kann Menschen zum einen spielerisch helfen, positive Erfahrungen zu sammeln. Zum anderen lernen die Patienten durch die sportliche Betätigung, ihre Grenzen wahrzunehmen, sie anzuerkennen, aber auch über sich selbst hinauszuwachsen und eigene Erfolge anzuerkennen. Viele Probanden der vorangegangenen Studie zeigten sich in der Auswertung begeistert vom wertschätzenden Umgang der Therapeuten sowie von der Kameradschaft und dem Vertrauen in der Gruppe. Zudem berichteten sie, dass KuS ihnen dazu verholfen habe, ihren Alltag wieder besser zu bewältigen und selbstbewusster zu werden, teilt die Uniklinik Erlangen mit.
Jetzt will das Studienteam der Psychiatrie der Klinik die Bouldertherapie im größeren Studienrahmen mit bewährten Depressionsbehandlungen vergleichen. Dazu werden die Teilnehmer zufällig in je eines von drei Therapieangeboten eingeteilt. Im Fokus: eine verhaltenstherapeutische Depressionsbewältigung, die Bouldertherapie und ein allgemeines sportliches Aktivierungsprogramm.


Therapie dauert zehn Wochen

Probanden aus der letzten Gruppe erhalten nach zehn Wochen ebenfalls Zugang zur Bouldertherapie.
Die Gruppentherapien starten am 16. Mai und finden immer dienstags von 16.30 bis 18.30 Uhr statt, entweder in der Boulderhalle "Steinbock" in Zirndorf oder in den Kopfkliniken des Uni-Klinikums Erlangen. Die Therapie dauert insgesamt zehn Wochen.
Die Protokollierung der Ergebnisse erfolgt durch Telefoninterviews mit den Probanden. Die Angaben werden streng vertraulich behandelt. Die Studienteilnahme ist für alle zugelassenen Patienten kostenlos. Finanziert wird die Studie von der Oh-Do-Kwan-Stiftung Ludmilla Pankofer und Carl Wiedmeier.
Ausführliche Informationen finden Interessierte auch unter www.studiekus.de. red