Neukenroth

Milcherzeuger müssen scharf rechnen

Neukenroth — Die Kreiszuchtgenossenschaft Kronach (KZG) im Rinderzuchtverband und Milcherzeugerring Oberfranken zog bei der Jahresversammlung im Gasthaus Fillweber in Neukenroth ei...
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Bei der Jahresversammmlung gab es Ehrungen für hervorragende Milchleistungen. Das Bild zeigt von links Matthias Renner (Kreisvorsitzender), Waldemar Wunder, Wolfgang Grebner, Kathrin Bergner und Zuchtleiter Markus Schricker.  Foto: K.- H. Hofmann
Bei der Jahresversammmlung gab es Ehrungen für hervorragende Milchleistungen. Das Bild zeigt von links Matthias Renner (Kreisvorsitzender), Waldemar Wunder, Wolfgang Grebner, Kathrin Bergner und Zuchtleiter Markus Schricker. Foto: K.- H. Hofmann
Neukenroth — Die Kreiszuchtgenossenschaft Kronach (KZG) im Rinderzuchtverband und Milcherzeugerring Oberfranken zog bei der Jahresversammlung im Gasthaus Fillweber in Neukenroth eine positive Bilanz und blickt trotz sinkender Milchpreise positiv in die Zukunft.
Im Mittelpunkt stand der Bericht des neuen Zuchtleiters Markus Schricker, der in seinen Ergebnissen eine weitere Tendenz hin zu weniger Betrieben aber höherer Kuhzahlen feststellte. Dem stehen aber nach wie vor die Flächenknappheit gegenüber und das zunehmende Problem der Arbeitserledigung.
Im Landkreis Kronach gab es zum 30. September 79 Betriebe mit 3069 Herdbuchkühen (das heißt, Kühe die in einem Zuchtbuch mit beglaubigten Zuchtnachweis geführt werden). Eine Kuh gab im Schnitt eine Leistung von 7327 Kilogramm Milch.
Für hervorragende Leistungen konnte Schricker drei Betriebe aus dem Landkreis Kronach mit einer Ehrenurkunde auszeichnen. Höchste Anerkennung durch den 1. Platz in der KZG Kronach erhielt der Betrieb von Familie Johannes Bergner aus Ebersdorf/Ludwigsstadt mit einer Herdenleistung von 9961 Kilogramm Milch und 762,2 Kilogramm Fett/Eiweiß. Den zweiten Platz erreichte Familie Wolfgang Grebner aus Hesselbach mit 9458 Kilogramm Milch und 747,9 Kilogramm Fett/Eiweiß. Dritter Sieger im Landkreis Kronach wurde der Betrieb von Familie Waldemar Wunder aus Wetthof mit der Leistung von 9343 Kilogramm Milch und 723,8 Kilogramm Fett/Eiweiß.
Kreisvorsitzender Matthias Renner zeigte sich aus Sicht der Milcherzeuger mit dem nun ablaufenden Jahr sehr zufrieden und dies trotz gesunkenen Milchpreises von 42 Cent auf aktuell 35 Cent pro Liter. Jeder könne sich für seinen Betrieb ausrechnen, was das für die Familie bedeutet. Doch die Aussichten für den Absatz von Milchprodukten seien nicht rosig und es könne noch krasser kommen. Es sei deshalb ein gutes Finanzmanagement für jeden Betrieb gefragt, um Preisschwankungen auszugleichen.
Die Rinderzüchter und Milcherzeuger im Landkreis Kronach sieht der Kreisvorsitzende gut aufgestellt. Er nannte als jüngstes Beispiel die Millionen- Investitionen der Familie Appel in Effelter in neue Stallungen.
Stolz können die Betriebe auch auf ihre Zuchtergebnisse sein. Die Rinderzucht im Landkreis Kronach sieht Renner in guter Entwicklung. Sie habe den Strukturwandel und die steigenden Anforderungen an Betriebs-Familienbesitzer, Betriebshelfer und sonstige Beschäftigte in der Landwirtschaft gemeistert und sich auf neue Herausforderungen unter Einsatz von mehr Technik und Einzug von Computern in Stallungen hervorragend gestellt.
Obwohl die Kreiszuchtgenossenschaft Kronach mit 79 Mitgliedern die kleinste in Oberfranken ist, kam der teuerste Bulle im Jahr 2014 aus dem Landkreis Kronach aus dem Stall von Erwin Schwarz, Burggrub. Hierzu gratulierte Renner nochmals im Namen aller Mitgliedsbetriebe. Vom Ablauf der Milchquotenregelung Ende März 2015 erwartet Renner keine Auswirkungen auf die hiesigen Milchbauern. BBV-Kreisobmann Erwin Schwarz beklagte, dass viel zu viele Leute an Entscheidungen für die Landwirtschaft mitwirkten, obwohl sie davon keine Ahnung hätten und noch nicht einmal einen Kuhstall von innen gesehen hätten. Dass dies oft zu falschen Entscheidungen zum Nachteil der Landwirte führe, liege auf der Hand. Ebenso verhalte es sich mit Meldungen in Medien, die sehr schnell durch die Lande ziehen, aber oft falsch interpretiert oder dargestellt werden. "Wenn ich heute einen modernen Laufstall zeige und an die frühere Kuhhaltung erinnere, ist jeder begeistert und kann sich vorstellen, dass sich unsere Kühe in unseren Komfortställen wohl fühlen", sagte Schwarz.
Kritisch äußerte sich Schwarz auch zum neuen Ernährungsverhalten mit dem Trend hin zur vegetarischen oder gar veganen Ernährung mit einer Ablehnung von tierischen Produkten als Nahrungsmittel. Mehr Aufklärung über die Produktqualität ist nach Meinung von Schwarz nötig.
Karl-Heinz Hofmann

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