Memmelsdorf
Energiekonzept 

Memmelsdorf setzt auf LED

Die Gemeinde will künftig die Kläranlage überwiegend mit Strom aus einer eigenen Solaranlage betreiben. Auch sollen die Straßenbeleuchtung und die Seehofhalle auf LED-Lampen umgerüstet werden.
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Die Gemeinderäte machen sich in Lichteneiche ein Bild von der Wirkung unterschiedlicher LED-Straßenleuchten.  Fotos: RiegerPress
Die Gemeinderäte machen sich in Lichteneiche ein Bild von der Wirkung unterschiedlicher LED-Straßenleuchten. Fotos: RiegerPress
Aktuell verursacht die Kläranlage rund 27 Prozent des gesamten Stromverbrauchs der Gemeinde Memmelsdorf. Da es an der Anlage selbst kein Optimierungspotenzial zur Stromeinsparung mehr gibt, beschlossen die Räte, diese künftig mit Solarstrom zu betreiben. Und zwar aus einer eigenen Photovoltaikanlage, die auf einer bereits gekauften Fläche direkt neben der Kläranlage aufgestellt werden soll. Im Idealfall kann dann die Solaranlage rund 90 Prozent des benötigten Stroms erzeugen. Die Gemeinde spart damit im Jahr bis zu 60 000 Euro Stromkosten. Gleichzeitig leistet Memmelsdorf mit dem Umstieg auf Sonnenenergie einen Beitrag zur Verminderung des CO2 -Ausstoßes.


Baubeginn im Frühjahr

Eine größere Photovoltaikanlage zu bauen, um am Ende den von der Kläranlage nicht benötigten Strom ins öffentliche Netz einzuspeisen, ist laut Auskunft der Fachplaner nicht ratsam, da die Einspeisungsgebühren derzeit zu gering sind und das Ganze somit nicht mehr profitabel wären.
Der Baubeginn für die neue Solaranlage ist für April beziehungsweise Mai nächsten Jahres vorgesehen. Damit kann dann die Anlage noch rechtzeitig im Sommer in Betrieb gehen. Die Anschaffungskosten betragen um die 150 000 Euro. Die Planer gehen davon aus, dass die Anlage über Jahre hinweg eine schwarze Null schreiben, wenn nicht sogar einen kleinen Überschuss erwirtschaften wird. Gleichzeitig mit dem Bau der neuen Solaranlage will die Gemeinde die Seehofhalle auf LED-Lampen umrüsten. Aktuell sind allein in der Halle 96 Lampen mit je 440-Watt-Leuchten ausgestattet. Diese sollen nächstes Jahr in den Osterferien durch LED-Leuchtkörper mit jeweils 72 Watt ausgetauscht werden. Allerdings mache es keinen Sinn, die gesamte Halle auf LED umzustellen, da dies eher unwirtschaftlich sei. Denn ein Einsparpotenzial gebe es nur, wenn die Lampen an einem längeren Stück in Betrieb sind und dies sei beispielsweise in den Umkleiden nicht der Fall. Zum Austausch der Leuchtmittel sind zwei Wochen vorgesehen. Die Kosten hierfür betragen 115 000 Euro, wobei es hierzu noch einen Förderbetrag geben wird.


Hohe Einsparung

Langfristig plant die Gemeinde auch die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED. Denn die Vorteile hierfür liegen auf der Hand: Die LED-Beleuchtung ist stromsparender, die Wartung deutlich einfacher als bei herkömmlichen Leuchtmitteln und die LED-Lampen haben eine hohe Lebensdauer. Zwar liegen die Anschaffungskosten für die gesamte Gemeinde bei rund 1,2 Millionen Euro. Aber zum einen können auch hierfür Fördermittel beantragt werden und zum anderen würden sich die LED-Leuchten nicht zuletzt durch ihre Sparsamkeit nach sechs bis neun Jahren amortisieren.
Welche Lampen von welcher Firma dann allerdings in der Gemeinde zum Einsatz kommen, ist noch offen. Die Gemeinderäte haben sich diesbezüglich einen ersten Überblick verschafft, was aktuell gerade auf dem Markt ist. Zudem wurde testweise in Lichteneiche die Schlesienstraße mit unterschiedlichen Lampen von verschiedenen Herstellern ausgerüstet. Der Gemeinderat hat sich hiervon bereits vor Ort ein Bild gemacht. Die weitere Vorgehensweise wird auf einer der nächsten Sitzungen besprochen.
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