Melkendorf
Feuer 

Melkendorf: Scheune brennt ab

100 000 Euro Schaden sind die Bilanz eines Brandes im dicht bebauten Litzendorfer Gemeindeteil Melkendorf. Statt zu feiern, waren über 100 Einsatzkräfte vor Ort, Kreisbrandrat Bernhard Ziegmann an vorderster Front.
Artikel drucken Artikel einbetten
Vollkommen abgebrannt ist diese Scheune in Melkendorf. Alle Fotos: Ronald Rinklef
Vollkommen abgebrannt ist diese Scheune in Melkendorf. Alle Fotos: Ronald Rinklef
+1 Bild
Anette Schreiber

So einen Start ins neue Jahr hätte wohl keiner gebraucht: 100 000 Euro Sachschaden, zwei Bewohner des Hofes mit Rauchgasverletzung und ein verendeter Bulle - das ist die Bilanz des Scheunenbrands im Litzendorfer Gemeindeteil Melkendorf, der sich am Sonntag, kurz nach Mitternacht ereignete. Über 100 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und THW Bamberg sorgten dafür, dass sich das Feuer in der dicht bebauten Umgebung nicht weiter ausbreitete.
Zu Silvester nimmt sich Kreisbrandrat Bernhard Ziegmann seit Jahren nichts vor. Zu Recht, wie sich einmal mehr herausstellen sollte. Denn an so einem Tag, so Ziegmann, "ist die Gefahr recht hoch, dass was passiert."
Die Situation war äußerst ungünstig: Weil es in der jüngsten Zeit wenig Niederschläge gegeben hatte und der Melkendorfer Bach dadurch kaum Wasser führte, und es obendrein einen Wasserrohrbruch gegeben hatte, war die Löschwassersituation ziemlich erschwert.
In der Scheune selbst befanden sich neben leicht entflammbarem Material - Heu und Stroh - auch noch einige Tiere. Die konnten bis auf einen Bullen gerettet werden. "Weil Gefahr bestand, dass die Decke einstürzte", ging Ziegmann das Risiko nicht ein, seine Leute weiter in das brennende Gebäude zu schicken. Löschwasser wurde über das Wechsellader-System organisiert. Das heißt mittels des aus Scheßlitz geholten "Abrollbehälters Wasser" war dafür gesorgt, dass die Wasserzufuhr funktionierte. "Die Wehren aus Pödeldorf, Litzendorf und Altendorf befüllten den Behälter kontinuierlich, die Altendorfer wurden hinzugezogen, weil sie über ein Tanklöschfahrzeug mit größerem Volumen verfügen." So konnte man über die Drehleiter aus Scheßlitz den Brand bekämpfen und hatte die erforderliche Wasserzufuhr.
Die Bekämpfung des Brandes wurde, so Ziegmann weiter, auch durch Temperaturen von minus zehn Grad erschwert. "Wir mussten zusehen, dass unser technisches Gerät nicht einfriert."
Gefroren haben auch die Aktiven trotz der Kälte. Hier stellten Privatleute einen Raum zum Aufwärmen zur Verfügung, lobt der Kreisbrandrat. Die Malteser unterstützen die Einsatzkräfte durch heißen Tee. Ein weiteres größeres Problem stellte dann allerdings die Organisation eines Baggerbetriebs dar. "Finden Sie mal jemand an Silvester." Denn die Glutnester mussten aus der Scheune geschafft werden. Schließlich wurde Ziegmann in Windischletten fündig. In zwei Abrollbehältern, einen stellte das THW Bamberg, wurden die Glutnester abtransportiert und auf sicherem Terrain zwischengelagert.
Zwar kam der Kreisbrandrat, der in Melkendorf die Einsatzleitung hatte, selbst erst früh um 6 Uhr nach Hause. Er zollt vor allem aber den Feuerwehrleuten und allen Einsatzkräften Respekt dafür, dass sie "an solch einem Tag so eine Mannschaftsstärke mit optimaler Schlagkraft stellen, früher wäre das nicht so möglich gewesen." Somit konnte auch die Sicherheit der angrenzenden Wohnhäuser gewährleistet werden. Die geretteten Rinder waren zunächst auf eine Freifläche gebracht und später bei verschiedenen Landwirten untergebracht worden.


Kripo ermittelt

Zur Brandursache hat die Kriminalpolizei Bamberg in Melkendorf die Ermittlungen aufgenommen.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren