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LKR Bamberg

Mehr Platz für Wertstoffhöfe

Recycling  Mehrere der Sammelstellen im Landkreis platzen aus allen Nähten. Die Vielzahl der erfassten Wertstoffe und erhöhte Anliefermengen machen Erweiterungen nötig. Die Abfallgebühren sollen deswegen aber nicht steigen.
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von unserem Redaktionsmitglied Hans Kurz

Landkreis Bamberg — Elf Wertstoffhöfe gibt es im Landkreis Bamberg. Einige von ihnen platzen aus allen Nähten. Denn die Aufgaben dieser Sammelstellen sind seit der Errichtung der ersten zehn Höfe immer umfangreicher geworden. Und die Zahl der benötigten Container wächst weiter und damit auch der Platzbedarf. Darum will der Landkreis nun einige Wertstoffhöfe erweitern.
Bereits im September 2014 wurde der Neubau eines rund 2000 Quadratmeter großen neuen Wertstoffhofes in Hallstadt beschlossen. Denn der alte, etwa 7000 Quadratmeter große auf dem Gelände des städtischen Bauhofs kann nicht vergrößert werden. Gebaut werden konnte an neuer Stelle bislang allerdings nicht, weil sich das Umlegungsverfahren für den Bebauungsplan "Hallstadt West I" verzögert hat.
Nun hat die Abfallwirtschaft des Landkreises weitere Wertstoffhöfe benannte, die vergrößert werden müssten. Dringender Bedarf besteht demnach in Viereth (700 Quadratmeter) und Oberhaid (560 Quadratmeter). Beide sind voll ausgelastet und haben keinen Platz für weitere Container. Aufgrund der örtlichen Verhältnisse sind beide jedoch nicht am Standort erweiterbar. Die Gemeinden Viereth-Trunstadt und Oberhaid haben deshalb einen gemeinsamen Standort im Maintal bei Staffelbach angeregt. Weil aber derzeit die Überschwemmungslinien neu festgelegt werden, dürfte sich die Suche nach einem neuen Grundstück als schwierig erweisen. In der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses des Kreistags beantragte die Verwaltung darum noch keine baulichen Maßnahmen.
Dagegen wurde für drei Wertstoffhöfe eine Erweiterung vom Umweltausschuss einstimmig beschlossen. Vergrößert werden die Flächen in Hirschaid, Scheßlitz und Breitengüßbach. In Hirschaid, derzeit mit 1700 Quadratmetern der zweitgrößte Platz im Landkreis, sollen weitere 600 Quadratmeter dazukommen. Die Befestigung der Fläche soll etwa 25 000 Euro kosten.

Zufahrten als Engpässe

Lediglich 50 Quadratmeter mehr sind in Breitengüßbach (derzeit rund 1500 Quadratmeter Nutzfläche) möglich. So kann immerhin ein zusätzlicher Container aufgestellt werden - Kosten: etwa 3000 Euro.
In Scheßlitz kann die Stadt etwa 550 Quadratmeter zur Verfügung stellen. Bisher umfasst der Wertstoffhof dort rund 1100 Quadratmeter. Notwendig ist auch der Bau einer Betreuerunterkunft mit Containerüberdachung. Die Gesamtkosten belaufen sich hier auf etwa 35 000 bis 38 000 Euro.
Noch keine detaillierten Pläne gibt es für den 1650 Quadratmater großen Wertstoffhof Memmelsdorf/Litzendorf neben dem Kreisbauhof.
Der Umweltausschuss beschloss aber, dass es nun in die Entwurfsplanung gehen soll. Eine Erweiterungsfläche steht zur Verfügung. Es soll auch eine zweite Zufahrt geschaffen werden, da es immer wieder, vor allem samstags, zu Rückstaus auf der Kreisstraße kommt. Die Kosten auf rund 100 000 Euro geschätzt.
Die Investitionen werden sich nach Angaben der Verwaltung nicht auf die Abfallgebühren im Landkreis auswirken. Mittelfristig sieht die Verwaltung auch in Burgebrach (1500 Quadratmeter) einen Erweiterungsbedarf. Keine Probleme scheint es in Heiligenstadt (1100 Quadratmeter), Schlüsselfeld (1200 Quadratmeter) und Stegaurach, dem jüngsten (errichtet 2007) und derzeit größten (1800 Quadratmeter), zu geben. Allerdings liegt aus Stegaurach der Wunsch nach einer zweiten Zufahrt vor. Diese ist noch nicht geplant, weil man zunächst mit einer veränderten Aufstellung der Container versuchte, die Situation zu entzerren.

Fünf verschiedene Container

Der gestiegene Platzbedarf ist vor allem auf das Elektro- und Eletronikgeräte-Gesetz zurückzuführen. Nach diesem dürfen seit März 2006 Elektroaltgeräte nicht mehr über den Hausmüll entsorgt werden. Für die Wertstoffhöfe wurden deshalb gleich fünf verschiedene Sammelbehältnisse, davon vier Großcontainer, notwendig. Und ein weiterer für Photovoltaikmdule könnte demnächst dazukommen. Derzeit wird probe- und schrittweise auch die Sammlung von "stoffgleichen Nichtverpackungen aus Hartkunststoffen" eingeführt. Weitere künftige Sammelgebiete könnten auch Altholz und Altkleider sein - zur Entlastung der Gemeinden angesichts eines gewissen Container-Wildwuchses.
Doch nicht nur die Zahl der verschiedenen Wertstoffe ist in den vergangenen Jahren gestiegen, sondern auch die angelieferten Mengen. So stieg von 2007 bis 2014 etwa die Menge des Metallschrotts von 666 auf 793 Tonnen, Papier und Pappe von 560 auf 843 Tonnen, Bildschirm- und IT-Geräte von 443 auf 624 Tonnen.
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