Tettau
bürgerversammlung 

Mehr Arbeitsplätze als Einwohner

Tettau entwickelt sich Bürgermeister Ebertsch zufolge positiv. Allerdings macht die Abwanderung dem Markt zu schaffen.
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Bürgermeister Peter Ebertsch vor dem Tropenhaus, das von der örtlichen Industrie mit auf den Weg gebracht wurde.  Foto: Marco Meißner
Bürgermeister Peter Ebertsch vor dem Tropenhaus, das von der örtlichen Industrie mit auf den Weg gebracht wurde. Foto: Marco Meißner
Der Markt Tettau hat im vergangenen Jahr gewaltig investiert, deshalb ist auch die Verschuldung um rund 900 000 Euro auf 4,7 Millionen gestiegen. Bürgermeister Peter Ebertsch (CSU) erläuterte in der Bürgerversammlung die Schwerpunkte der Investitionen. So mussten für die Feuerwehr Tettau ein neuer Atemschutzprüfplatz errichtet und für die Feuerwehr Kleintettau ein Mehrzweckfahrzeug angeschafft werden. Eine weitere wichtige Weichenstellung war die Neuanschaffung einer Drehleiter. Durch eine hohe Bezuschussung - erstmals hat auch der Landkreis mitfinanziert - konnte der Eigenanteil unter 150 000 Euro gehalten werden. "Wir haben mit der regulär 650 000 Euro teuren Anschaffung etwas für die Zukunft getan und in den nächsten dreißig Jahren ausgesorgt", meinte der Bürgermeister zufrieden.
Renoviert wurde das Rathaus, ein Teilumbau des Schulgebäudes wurde in Angriff genommen und anschließend an einen Pflegedienst vermietet. In Langenau wurde im Zuge der Deckensanierung der Kreisstraße ein neuer Gehweg angelegt und die Brücke zur Turnhalle erneuert. Dort wurde auch das Pumpwerk optimiert. In Tettau wurde neben der Dachsanierung am Kindergarten auch das gemeindliche Sechsfamilienwohnhaus saniert, so dass man wieder der Zeit entsprechenden Wohnraum anbieten kann.
Ebertsch zufolge hatte der Markt zum Jahresbeginn genau 2222 Einwohner, darunter 190 mit nichtdeutscher Staatsbürgerschaft. Aus aktuellem Anlass gab das Gemeindeoberhaupt bekannt, dass derzeit 28 Flüchtlinge in privaten Wohnungen untergebracht sind.


Deutlich mehr Sterbefälle

Das Verhältnis von Geburten zu Sterbefällen war im vergangenen Jahr 1:3, auch die Wegzüge mit 63 an der Zahl lagen leicht über den Zuzügen. Damit ging die Einwohnerzahl in der Gemeinde Tettau weiter zurück. Als sehr erfreulich bezeichnete Ebertsch hingegen die Beschäftigungszahlen, nach eigenen Erhebungen stehen 2373 Arbeitsplätze zur Verfügung. Dies veranlasste den Bürgermeister zur Aussage: "Wenn wir so viel Einwohner wie Arbeitsplätze hätten, wäre ich glücklich".
Auch die Gewerbesteuereinnahmen sind wieder gestiegen, so dass man den veranschlagten Ansatz von zwei Millionen Euro knapp überschreiten konnte. Hinzu kam der Gemeindeanteil an der Einkommensteuer mit über einer Million Euro. Für den Nettogewerbesteuerausfall im Jahr 2015 erhielt der Markt auf Drängen des Bürgermeisters eine einmalige Bedarfszuweisung in Höhe von 120 000 Euro. Er bezeichnete es als richtiges Zeichen, dass man den Gewerbesteuerhebesatz senkte. Die Unternehmer hätten zahlreiche Investitionen getätigt und so ein klares Bekenntnis zur Region abgelegt.
Trotz aller finanziellen Probleme, die in Zukunft angesichts der anstehenden Investitionen nicht kleiner werden, habe man viele freiwillige Leistungen für die Bürger erbracht, zeigte sich Ebertsch zufrieden. Eine Erhöhung des Wasserpreises sei unumgänglich gewesen, deshalb habe dies der Gemeinderat auch mit großer Mehrheit beschlossen. Wie der Bürgermeister ausführte, sei dies von einem unabhängigen Sachverständigen kalkuliert worden.
Mit dem Bau der Straße von Schauberg nach Judenbach habe man eine wesentliche Verbesserung der Verkehrsanbindung und der Infrastruktur erreicht. Gebaut werde ein Radweg vom Rennsteig bis nach Schauberg. Einem Vorstoß des Marktes Tettau sei es zu verdanken, dass zumindest ein Teilstück bezuschusst wird.
Ein Stück familienfreundlicher, so Ebertsch, zeigte sich der Markt insofern, als die Kosten für Kindergarten oder Kinderkrippe für die ersten vier Monate übernommen werden.


Die Pläne fürs "Wasserschloss"

Planer Michael Rudolph vom Planungsbüro C23 stellte die Machbarkeitsstudie für den Bereich des ehemaligen Gebäudes "Wasserschloss" und der Parkanlage mit Tennisplatz hinter dem Rathaus vor. Wie er meinte, gebe es im dortigen Bereich viele positive Aspekte, aus der überwiegend zentralen Grünanlage etwas zu machen. Fest geplant sei, vom Tennisplatz ein Spielfeld zurückzubauen und das weitere Spielfeld wieder instandzusetzen. Die angrenzende Wiese sollte erhalten werden und könnte bei Bedarf auch einer Festnutzung zugeführt werden. Auf dem Platz des alten Wasserburggebäudes plane man einen Neubau für betreutes Wohnen.
Wie Landrat Klaus Löffler in der Versammlung ausführte, investierten die Unternehmen und Gewerbetreibenden im Kreis viel, um die Arbeitsplätze zu sichern. "Wir wollen einen sozial ausgewogenen Landkreis, dabei die Vielfalt erweiterten und das Ehrenamt stärken", so Klaus Löffler.
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