Herzogenaurach

Mediziner tauschen sich auf Fortbildungsveranstaltung aus

Ein neuer Sponsor und die bewährten Referenten Dieter Schwab und Karsten Pohle (beide Mediziner arbeiten am Martha Maria Nürnberg) sowie der Herzogenaurache...
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Ein Herz für ihre Patienten haben v. l. die Ärzte Dieter Schwab, Joachim Ficker, Hilmar Dittrich (mit Herzmodell) und Karsten Pohle. Foto: Leo Hildel
Ein Herz für ihre Patienten haben v. l. die Ärzte Dieter Schwab, Joachim Ficker, Hilmar Dittrich (mit Herzmodell) und Karsten Pohle. Foto: Leo Hildel
Ein neuer Sponsor und die bewährten Referenten Dieter Schwab und Karsten Pohle (beide Mediziner arbeiten am Martha Maria Nürnberg) sowie der Herzogenauracher Joachim Ficker (Nord-Klinikum Nürnberg) versprachen Bestständigkeit "in einer Zeit rascher Veränderung", so Dittrich auf der Fortbildungsveranstaltung DMP Update 2017 mit Blick auf die Turbulenzen in Amerika. Aus dem Land "der postfaktischen Politik" ist laut Dittrich auch die ökonomische Orientierung der Medizin zu uns herübergeschwappt.
Dabei würden sich die Menschen den "guten Onkel Doktor von früher" auch noch heutzutage wünschen. Da gab es auch noch kirchliche und staatliche Kliniken, sie sich ohne relevanten Kostendruck um die Gesundheit der Patienten kümmerten. Heutzutage sehe das ganz anders aus. "Im Krankenhaus ist der Mensch kein Mensch mehr. Krankenhäuser als Fabriken, die Mediziner entmündigt", zitierte Dittrich einen Ex-Chefarzt einer Klinik.
Der hiesige Kardiologe würde sich wünschen, dass alle ein langes Leben ohne Herzinfarkt, Krebs oder Schlaganfall führen könnten. "Das ist unsere Aufgabe." Und dabei sollten die Patienten mit möglichst niedrigen Gesamtkosten behandelt werden.
Hilfestellung bei der Behandlung kommt inzwischen von der Kassenärzlichen Vereinigung. Die habe ein Ampelsystem für Medikamente geschaffen und somit die Krankenkassen mit in die Verantwortung genommen. Ähnliches sei für die ärztliche Behandlung angedacht. Es dürfe nicht sein, nur auf Untersuchungen zu setzen, die viel mehr Geld bringen mit steigenden Beiträgen bei gefühlt immer weniger Leistung. Die Patienten wünschten sich etwas anders.
Laut Kasten Pohle attestiert der Herzbericht 2016 der Kadiologie in Deutschland eine Versorgung auf hohem Niveau. Neue Therapien verbesserten die Cholesterinsenkung, während mehr denn je umstritten sei, wie tief der Blutdruck bei Hypertonie gesenkt werden sollte. Pohle plädierte für intensive Nachsorge nach einem Infarkt, wobei durch die Stress-Echokardiografie auch eine schleichende Verengung der Herzgefäße frühzeitig und kosteneffektiv nachgewiesen werden könne. Mehr als sechs Millionen Menschen leiden in Deutschland an Diabetes mellitus. 90 Prozent haben einen Typ-2-Diabetes, so Schwab. Schlaganfall, Herzinfarkt, Nierenleiden, Amputationen oder Erblindung können folgen. In den letzten Jahren verbesserten sich die therapeutischen Möglichkeiten erheblich.
Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung COPD besteht laut Ficker aus zwei Komponenten: der chronischen Bronchitis und dem sogenannten Lungenemphysem, einer Zerstörung der kleinen Lungenbläschen. Die Therapie der letzteren sei immer noch sehr schwierig. Patienten müssten immer häufiger lernen, sich nachts zuhause selbst zu beatmen oder mit einer Sauerstofftherapie am Tag versorgt werden. Leo Hildel
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