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Kronach

Maulbronner Chor überzeugte mit starker Ausdruckskraft

Der Maulbronner Kammerchor gastierte mit einem erlesenen Programm am vergangenen Sonntag zum zweiten Mal in der Christuskirche zu Kronach. Dekanatskantor Ma...
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Der Maulbronner Kammerchor gastierte mit einem erlesenen Programm am vergangenen Sonntag zum zweiten Mal in der Christuskirche zu Kronach. Dekanatskantor Marius Popp bedankte sich sowohl beim Chor wie auch bei seinem seit Juni neuen Leiter Benjamin Hartmann, aber auch beim Gründer und jahrelangen Leiter des international agierenden Chores, Prof. Jürgen Budday, der es sich nicht nehmen ließ, anwesend zu sein.
Unter dem Motto "Himmelreich des Wechsels" kündigte sich ein weit gefächertes Programm an. Das Repertoire verwob geistliche und weltliche Motetten von Klassikern wie Mendelssohn, Brahms und Reger auch mit modernen Werken baltischer Komponisten. Hartmann, der für die Konzeption verantwortlich war, wollte damit den vollzogenen Generationswechsel der Dirigenten auch symbolisch mit dem zyklischen Wechsel von Tages- wie Jahreszeiten der Natur als menschliche Urerfahrung verknüpfen. Und das ist bestens gelungen.


Bestens eingestimmter Chor

Die große Motivation der Chorgemeinschaft spürte man bereits in den einleitenden Kyrie und Ehre sei Gott in der Höhe aus der Feder von Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847). Die Innigkeit und starke Ausdruckskraft des Chores setzte sich fort im "Herbst" von Johannes Brahms (1833-1897) sowie im Doppelchor "Der Mensch lebt und besteht nur eine kleine Zeit" von Max Reger (1873-1916) auch als Hommage an dessen hundertsten Todesjahr.


Große Musikalität

Die Flexibilität der Stimmen und Stimmungen gepaart mit dem sicheren Meistern schwerer Anforderungen moderner Komponisten an die Intonation präsentierte sich der bestens eingestimmte Chor im strahlenden Glanz, ausgezeichneter Aussprache und großer Musikalität beginnend mit dem im gregorianischen Stil komponierten "Motto" von Ingvar Lidholm (*1921) über "Madrigãls" von Peteris Vasks (*1946), "Herbstlandschaften" von Veljo Tormis (*1930) bis hin zu "Which was the son of" von Arvo Pärt (*1935).
Dekanatskantor Marius Popp überbrachte die herzlichen Grüße des spanischen Komponisten Javier Busto (*1949) an den Chor und freute sich, dass an seinem Geburtstag der Maulbronner Kammerchor in einer bewegenden Interpretation sein "Sagastipean" zum Besten gab. Mit dem wunderbaren Psalm 104 "Taaveti Laul 104" von Cyrillus Kreek (1889-1962) endete das besondere Kammerchorkonzert. Mit stehenden Ovationen bedankte sich das zahlreiche Publikum beim Chor und konnte sich noch eine besondere Zugabe erklatschen, die das Publikum nochmals in eine abschließende musikalische Ekstase versetzte. red