Michelau

Matuschiks boshafter Blick

Auftritt  Am Freitag, 13. März, ist der Funk- und Fernsehmoderator Matthias Matuschik ist mit seinem satirischen Programm im Michelauer Gemeindezentrum zu Gast.
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Matuschik polarisiert: Am Freitag, 13. März, kann man den bekannten Hörfunk- und Fernsehmoderator im Michelau Gemeindezentrum live erleben.  Foto: Geisenfelder
Matuschik polarisiert: Am Freitag, 13. März, kann man den bekannten Hörfunk- und Fernsehmoderator im Michelau Gemeindezentrum live erleben. Foto: Geisenfelder
von unserem Mitarbeiter KLaus Gagel

Michelau — Er hat sich als DJ sowie Hörfunk und Fernsehmoderator einen Namen gemacht. Die Rede ist von Matthias Matuschik, der im Januar dieses Jahres seinen fünfzigsten Geburtstag feierte. Er ist auch unter seinem Künstler- und Spitznamen Matuschik bekannt. Ausgerechnet am Freitag den 13., kann man ihn im Michelauer Gemeindezentrum live ab 20 Uhr auf der Bühne erleben.
Der Künstlername wurde ihm vom Team des Bayerischen Rundfunks verpasst. Das war vor mehr als zehn Jahren. Dieses Prädikat steht seither für Hek-tik, Erotik und Fußpilz im Radio (Zitat des BR3-Teams).
Die Hörer in Bayern kennen ihn als den Moderator der Kultnacht in Bayern 3. "Er moderiert anders, er spielt andere Musik, und er unterhält sich auch anders mit seinen Hörern. Spielt andere Spiele, schätzt anderen Humor und stellt andere Interviewfragen." Genau das schätzt seine Fangemeinde an ihm. Sein Antrieb? Matuschik: "Ich stelle mir bildlich vor, dass meinetwegen jeden Abend kurz nach acht irgendwo in Bayern eine Glotze aus dem Fenster geworfen wird!", heißt es dazu auf einer Internetseite des BR.
Matuschik polarisiert. Das bekannteste Beispiel ist sein Auftritt am Neujahrsabend 2013 in seiner Heimatstadt Weiden. Weil er dort über probiotische Tampons und Intimrasuren witzelte, verließen rund 80 echauffierte Besucher den Saal, unter ihnen auch der Bürgermeister. "Wer keinen Humor versteht, soll nächstes Mal ins Ballett gehen", legte Matuschik in einem Interview nach, während eine Leserbriefschlacht sondergleichen die Oberpfälzer spaltete.
Aber mit Satire ist das so eine Sache. Das hat der Terroranschlag auf die französische Satirezeitschrift Charlie Hebdo mit blutiger Handschrift deutlich gemacht. So zeichnet sich schon jetzt ein gespaltenes Meinungs-bild über sein Michelauer Programm ab. Darin prangert der Atheist Matuschik hellwach und entlarvend ehrlich die offensichtlichen Defizite des Lebens an. Die Kirche mit ihren moralischen Schwächen bleibt da nicht ungeschoren: "Stumpft der Mensch vom Pfaffen ab?"

"Liebenswerter Misanthrop"

Was der "liebenswerte Misanthrop" da auf der Bühne von sich gibt, ist deutlich derber als alles, was er im öffentlich-rechtlichen Rundfunk sagen dürfte. Er erzählt und agiert auf seine ganz eigene Art und Weise, die irgendwo zwischen Kabarett, Comedy und Rock-Konzert liegt. Sein Ding ist der boshafte Blick aufs zunächst Belanglose, sein Feindbild ist unter anderem der demographische Wandel.
Wenn er zum Beispiel darüber sinniert, wie sich die Arbeiter in der chinesischen Fahrradhelm-Fabrik - in einem Land mit über 700 Millionen helmlosen Radlern - über den Sinn ihres Produktes den Kopf zerbrechen, dann gibt es auch vom "bekehrten" Publikum im "gereinigten" Saal kein Halten mehr. Karten gibt es beim Kartenservice des Coburger Tageblatts. Telefonisch erfolgt der Kartenvorverkauf unter 09571/88204. red


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