Krum

Marco Schorr - der "Mann für alle Fälle" - bringt Hobbys unter einen Hut

Es klingt ganz einfach: "Weil ich aus der Nummer nicht mehr raus komme und es doch immer wieder Spaß macht", begründet Marco Schorr sein Engagement beim FSV...
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Auch wenn es hier so aussieht: Müde ist Marco Schorr noch lange nicht.  Foto: Ralf Naumann
Auch wenn es hier so aussieht: Müde ist Marco Schorr noch lange nicht. Foto: Ralf Naumann
Es klingt ganz einfach: "Weil ich aus der Nummer nicht mehr raus komme und es doch immer wieder Spaß macht", begründet Marco Schorr sein Engagement beim FSV Krum. Doch ganz so einfach ist es nicht. Denn der wohl "verrückteste" Nationalelf- und Bayern-Fan im gesamten Landkreis Haßberge hat für seine vielfältigen ehrenamtlichen Aufgaben auch aufgrund seines Berufes als Geschäftsführer und Gesellschafter eines Beton-Werkes eigentlich gar keine Zeit.
Und dennoch schafft es der 45-Jährige mit einigen Mitstreitern, nach dem plötzlichen Tod des damaligen Managers Erwin Krumholz vor drei Jahren, dass der Spielbetrieb bei dem kleinen Dorfverein nach wie vor funktioniert. Als "Mädchen für alles" ist Marco Schorr, der während der EM zwischen seinem Wohnort Krum, seinem Arbeitsplatz Zapfendorf, dem FSV-Sportgelände sowie den verschiedenen Spielorten der Löw-Elf in Frankreich quasi hin- und her gependelt ist, nicht nur für einen reibungslosen Ablauf vor, während und nach den einzelnen Partien der FSV-Bezirksligaelf mitverantwortlich. Er kümmert sich beispielsweise auch um die Finanzen.
"Bayern München, FSV Krum, Göllergarten und Nationalmannschaft" nennt Marco Schorr als Hobbys - und er spielt immer noch aktiv Fußball. Immerhin ist er seit 38 Jahren im Geschäft. Sowohl beim TSV Prappach (1977/1978), dem FC 08 Zeil (1978/1989 und 1994/ 1995) sowie natürlich bei den "Viktorianern" (1989 bis 1994 und wieder seit 1995) hat er sich einen Namen gemacht. Freilich: Seit einigen Jahren geht er "nur" noch für die "Zweite" auf Tore- und Punktejagd, da Ausdauer und Kraft im Laufe der Jahre doch "etwas nachgelassen" haben, wie er grinsend einräumt. Dafür hat er noch genügend Atem für eine weitere Tätigkeit. Als Stadionsprecher ist er für seinen fast schon legendären langen "Toooooooooor für den FSV Krum"-Jubel bekannt.
Ohne Frage verläuft sein Leben alles andere als langweilig. Marco Schorr hat auch schon einiges erlebt. Nicht nur bei seinen zahlreichen Besuchen von Bayern-, Europameisterschafts- und sogar Weltmeisterschaftsspielen rund um den Globus. Auch in seiner Karriere. Einzelne "Glanzlichter" will er jedoch nicht hervorheben. "Jede Mannschaft hatte ihre eigenen Höhepunkte", sagt er. Als Spieler erinnert er sich "natürlich an die zahlreichen Aufstiege und Meisterschaften". Aber auch "die aktuelle super Truppe", die erstmals nach einem Bezirksligaaufstieg den Klassenerhalt feierte und nun erneut darum kämpft, findet beim 45-Jährigen "große Bewunderung".
Wie schaut es eigentlich bei den ebenso vorhandenen Tiefpunkten aus? "Alle verdrängt", lautet die typische Marco Schorr-Antwort. Mit einem negativen Punkt beschäftigt er sich aber doch. Seiner Meinung nach fehlte es in den Vereinen an Nachwuchs. "Man müsste wieder mehr junge Leute gewinnen, die sich in den Vereinen engagieren. Viele wollen nur noch Freizeit und Couch, weg von Verpflichtungen und Aufgaben", sagt er. Seine düstere Prognose: Es werde für die Vereine immer schwerer, in der Zukunft zu bestehen. "Immer mehr Aufgaben auf immer weniger Schultern verteilt. Wenn dann wichtige Stützen wegbrechen, stehen die Vereine teilweise vor den Aus." Auch deshalb engagiert sich Marco Schorr weiterhin für seinen FSV. Ans Aufhören habe er zweifelsohne schon des Öfteren gedacht. Ein Ende ist dennoch aktuell nicht in Sicht. Doch seinen großen Wunsch will er sich spätestens dann erfüllen, wenn es so weit ist. "Ich möchte einmal alle Spiele einer Saison des FC Bayern live anschauen, egal ob Freundschafts-, Pokal- oder sonstige Spiele, wirklich alle", betont Schorr.
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