Ebelsbach

Manege frei für Gott

Kirche  In Ebelsbach feierten Diakon Joachim Stapf und Jugendseelsorger Matthias Vetter einen Jugendgottesdienst im Zirkuszelt.
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Feuer und Flamme für die Kirche und Jesus. Der Zirkus wolle den Menschen laut Diakon Joachim Stapf Freude bereiten, Kirche auch. Zirkuschef André Lauenburger bekam für seine feurige Einlage großen Applaus.
Feuer und Flamme für die Kirche und Jesus. Der Zirkus wolle den Menschen laut Diakon Joachim Stapf Freude bereiten, Kirche auch. Zirkuschef André Lauenburger bekam für seine feurige Einlage großen Applaus.
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von unserem Mitarbeiter Ralf Naumann

Ebelsbach — Langeweile kann einerseits schlimm sein. Dass Langeweile aber gar nicht langweilig sein muss, wurde am Samstag in Ebelsbach deutlich. Bei, beziehungsweise in einem speziellen Jugendgottesdienst waren nicht nur Jugendliche anzutreffen. Der Gottesdienst fand auch nicht in der Pfarrkirche statt, sondern in einer Zirkusarena auf der benachbarten Festwiese. Das Fazit: "Langeweile" - so das Thema des Gottesdienstes - hatte an diesem Abend absolut keine Chance.

Gottesdienst mal anders

Die Zeit dafür war einfach nicht vorhanden, denn Denise, Alina, Celine, Theresa, Lorenz, Jonathan und Maike aus Ebelsbach sowie Celina und Carina aus Stettfeld boten den Besuchern ein attraktives Programm. Der waschechte Clown, Manuel Lauenburger, und der Feuer spucker und Zirkuschef, André Lauenburger, sorgten dabei für kräftigen Beifall unter der Zirkuskuppel, ebenso wie die Untersteinbacher Band "Königskinder". Aber auch eine lebendige Predigt trug zum Gelingen der außergewöhnlichen Vorstellung bei.
Verantwortlich dafür war Diakon Joachim Stapf, der auch die Idee zum Zirkus-Jugendgottesdienst hatte. "Ich war schon immer vom Zirkus fasziniert. Ich gehe gerne dorthin, bin begeistert von der Atmosphäre und den Farben", machte der 50-Jährige aus Wonfurt deutlich. Stapf ist für die Pfarreiengemeinschaften Main-Steigerwald und Maintal-Heilige Länder zuständig. Er arbeitet mit der Regionalstelle für kirchliche Jugendarbeit Haßberge zusammen, die auch Veranstalter der Aktion waren. Der Geistliche suchte und fand schnell Parallelen. "Der Zirkus will den Menschen Freude bereiten. Das will Kirche auch. Wir haben eine frohe Botschaft", betonte er. Im Zirkus gebe es ganz unterschiedliche Begabungen: mutige Artisten, lustige Clowns, ordentliche Kartenverkäufer und einen stattlichen Zirkusdirektor. "Alle helfen zusammen, damit die Besucher einen schönen Abend erleben können." Auch in der Kirche seien viele Menschen mit unterschiedlichen Begabungen tätig. Sänger und Musikanten, Ministranten, Gruppenleiter oder Pfarrer. "Wenn alle gut zusammenarbeiten, kann das zum Segen für alle werden", sagte der Diakon und fügte hinzu: "Im Zirkus kann man runterkommen, den Alltag vergessen. Das will Kirche auch, dass die Menschen zur Ruhe kommen, durchatmen und sich auf das besinnen, was sie trägt."

"Glaube ist nicht abgehoben"

Regionaljugendseelsorger Matthias Vetter aus Haßfurt, der im Vorfeld ebenfalls mit Rat und Tat zur Verfügung stand und zusammen mit Stapf quasi das "Direktoren-Duo" bildete, zeigte sich als Befürworter verschiedener Gottesdienst-Modelle. "Gottesdienst will zeigen, dass der Glaube etwas mit dem Leben zu tun hat. Glaube ist nicht abgehoben. Das was uns bewegt, unsere Sorgen, aber auch unsere Freude darf sich in unseren Gottesdiensten wiederfinden." Der Gottesdienst im Zirkuszelt soll zeigen, dass Glaube und Leben zusammengehören. "Die Kirche geht zu den Leuten", meinte Vetter.
Gerade in der Jugendarbeit werde immer wieder versucht, neue Wege zu gehen, wie beim Jugendkreuzweg oder auch bei Jugendgottesdiensten. Und dann sind Jugendliche bereit, mit vorzubereiten und mitzugestalten.
"Die jungen Leute haben sich in der intensiven Vorbereitungszeit Gedanken gemacht, Geschichten geschrieben, Videos gedreht und sich Aktionen überlegt, um das Thema interessant zu verpacken." Dabei habe es kein vorgefertigtes Konzept gegeben. Joachim Stapf und Matthias Vetter war es "wichtig, dass sich die jungen Leute selber einbringen." Ob es im kommenden Jahr wieder einmal heißt: "Manege frei - Langeweile bye, bye"? Der lang anhaltende Beifall am Ende eines besonderen Abends könnte die Entscheidung sicher positiv beeinflussen.

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