Laden...
Limbach

"Man muss zufrieden sein mit dem, was man hat"

Sabine Weinbeer Im Kreise einer großen Familie feierte in Limbach Josefa Fösel ihren 90. Geburtstag bei guter Gesundheit und in bester Laune. Dazu gratulier...
Artikel drucken Artikel einbetten
Josefa Fösel  Foto: Sabine Weinbeer
Josefa Fösel Foto: Sabine Weinbeer
Sabine Weinbeer

Im Kreise einer großen Familie feierte in Limbach Josefa Fösel ihren 90. Geburtstag bei guter Gesundheit und in bester Laune. Dazu gratulierte neben vielen Nachbarn und Freunden auch der Bürgermeister und stellvertretende Landrat Michael Ziegler (CSU).


Aus Breitbrunn

In Breitbrunn ist Josefa Dürrbeck mit einem Bruder und zwei Schwestern aufgewachsen. Bereits in sehr jungen Jahren arbeitete sie als Haushaltshilfe. Während ihrer Anstellung bei der Gärtnerei Fösel in Limbach lernte sie ihren späteren Mann Gottlieb kennen. Der Bruder ihres damaligen Chefs kehrte aus dem Krieg zurück und Josefa hatte es ihm schnell angetan.
Sieben Kinder, drei Töchter und vier Söhne, zogen die beiden groß. Oft war die Jubilarin auf sich allein gestellt, weil ihr Mann viele Jahre als Fernfahrer arbeitete. So baute sie auch das Haus der Familie zusammen mit einem Maurer. "Den ganzen Zement hat die Mama mit der Hand gemischt", erzählen die Töchter.
Sieben Kinder, eine kleine Landwirtschaft, zwei Schweine für den Eigenbedarf, ein großer Garten und spätabends, wenn die Kinder schliefen, Näh- und Strickarbeiten. Das Leben von Josefa Fösel war von viel Arbeit geprägt und trotzdem "waren wir bei allen Vereinen im Dorf", und zwar nicht nur Mitglieder, sondern immer auch aktive Helfer. 62 Jahre lang war sie mit ihrem Gottfried verheiratet, der 2008 wenige Wochen vor seinem eigenen 90. Geburtstag starb.


In höchster Gefahr

Josefa Fösel blickt auf ein spannendes Leben zurück. In Würzburg wurde sie ausgebombt. Sie arbeitete damals im Haushalt eines Ladenbesitzers. Bei Bombenalarm gingen alle in den Schutzraum. Als die Brandbomben fielen, "hat einer gesagt: Wer sich traut, raus aus dem Fenster." Über ein Kellerfenster sei sie dann hinaus geklettert in die Flammen. "Der Teer auf der Straße hat gebrannt, die Schuhsohlen haben sich aufgelöst, die Kleider waren schon ganz verklumpt, aber dann sind wir in einen Teich gesprungen."
So hat sie fast völlig unversehrt diese schlimme Bombennacht überlebt und kam absolut mittellos zurück nach Hause. Die aus dem Keller, die sich nicht hinaus wagten, kamen in den Flammen ums Leben.
Heute freut sich Josefa Fösel an ihren 19 Enkeln und den bald zehn Urenkeln. Morgens widmet sie sich ausführlich der Tageszeitung. Überhaupt liest sie gerne: "Wenn es nicht zu klein gedruckt ist, auch ohne Brille", erklärt sie. Mit ihrem Buch oder auch den geliebten Kreuzworträtseln sitzt sie gerne im Wintergarten. Und wenn das Wetter wieder schöner wird, geht sie auch gerne nach draußen. Gut betreut fühlt sie sich von Sohn Heinrich und Schwiegertochter Elvira, die mit im Haus leben.
Und wie wird man in so beneidenswerter Verfassung 90 Jahre alt? "Wir haben immer viel aus dem eigenen Garten gelebt und man muss zufrieden sein mit dem, was man hat", das gibt Josefa Fösel zur Antwort.
Verwandte Artikel

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren