Buckenhofen

Magische Momente mit Mönius

Musik  Das Frühlingskonzert des Musikvereins Buckenhofen in der Bamberger Sinfonie wird als Sternstunde in die Vereinsgeschichte eingehen.Als Solist am Flügel brillierte Mathias Mönius.
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von unserem Mitarbeiter Mike Wuttke

Buckenhofen/Bamberg — Wenn atemlose Spannung ein Gradmesser für ein Hörerlebnis ist, dann war sich das Auditorium in der Bamberger Konzerthalle am Ostersonntag der Sternstunde bewusst, die da in der fast 50-jährigen Geschichte des Musikvereins Buckenhofen passierte. Am Flügel an der Bühnenrampe saß Mathias Mönius und spielte die "Rhapsody in Blue", um ihn herum im Halbkreis gruppiert das Sinfonische Blasorchester. Und kongenial warfen sich die Musizierenden die Bälle des weltberühmten Stückes von George Gershwin zu, das Jazz und konzertante Sinfonik verbindet.
Sternstunden sind eigentlich der normale Level, wenn im Joseph-Keilbert-Saal der Hausherr, die Bamberger Symphoniker, antritt. Die Akteure des Musikvereins Buckenhofen aber sind Laienmusiker, für die so ein Auftritt nicht alltäglich ist. Für sie ist so ein Abend die Krönung von jahrelangem Übungsfleiß und die Freude am Musizieren. Wobei es ihrem jungen Dirigenten Mathias Wehr gelingt, diese guten Voraussetzungen in die richtigen Bahnen zu lenken.

Gershwins Farbnuancen

Was diese Sternstunde zusätzlich glitzernd machte war die Tatsche, dass für das zweite Frühlingskonzert, das nach 2014 erneut mutig in die Sinfonie an der Regnitz verlegt wurde, der aus Buckenhofen stammende Pianist, Kapellmeister und Dirigent Mathias Mönius gewonnen werden konnte. Er legte das technisch fordernde Werk mit den unterschiedlichen Tempi so an, dass die Farbnuancen von Jazz, Blues und Klassik Wirkung erzielten. Auch dank des zurückhaltenden Agierens der über 60-köpfigen Begleitmannschaft. Dennoch hatten Oboe, Posaune, Trompete und Waldhorn die Chance, solistisch hervorzutreten. Lisa Schlund (Klarinette) agierte an diesem Abend als Konzertmeisterin und spielte den berühmten Eingangspart, den 17 Töne umfassenden Tonleiterlauf.
Als zweiten Solopart hatte Mönius das Warschauer Konzert von Richard Addinsell ausgewählt. Ein Klavierkonzert, das für den Film "Dangerous Moonlight" von 1941 geschrieben wurde. Es ist im Stil der Rapsodie von S. Rachmaninov angelegt und soll Leidenschaft vermitteln. Die allerdings, unabhängig von der Meisterschaft des Pianisten, auf dem Steinwayflügel der Konzerthalle nicht ganz zum Tragen kam. Als Dreingabe fügte der Kapellmeister des Detmolder Landestheaters "Hymn to Freedom" des Jazzpianisten Oscar Peterson an, und irgendwie spürte man, dass dieses innig vorgetragene bluesige und spiritualgeprägte Stück für Mönius ein Herzensanliegen ist.

Fulminanter Start

Das Programm begann fulminant mit der Fanfare Hayabusa des jungen Japaners S. Yagisawa, um dann mit den Armenischen Tänzen (Teil 1) von Alfred Reed einen Brückenschlag zwischen Volksweisen des Balkans in die westliche Welt herzustellen. Tänzerisches Tamburin wechselt mit treibenden Flöten und Momenten sakraler Andacht. "Puhh..." - Dirigent Mathias Wehr pustete am Ende erleichtert durch. Das vierteilige "Arche Noah" ließ quasi einen Film im inneren Auge vorüberziehen, so plastisch ist die Musiksprache von Bert Appermont. Bei Blitz, Donner, Regen und Sturm herrschte in der Percussions-Gruppe hektische Betriebsamkeit, bevor sich alles in einem sonnigen Morgen mit dem Aushauchen der Posaunen auflöste.

Der Zauber des Abendhimmels

"American Salute" von Morton Gould stellt bei diesem Werk die tiefen Bläser in den Focus, bevor sie von leichtfüßigen Elementen abgelöst werden.
"Ein Einblick in die amerikanische Seele" erklärte der Moderator des Abends, der Forchheimer Schauspieler und Regisseur Rainer Streng zu diesem musikalischen Epos des Bürgerkrieges.
"Dusk" von Steven Bryant ist dazu ein moderner Kontrapunkt, dennoch voller Poesie. Mathias Wehr legte seinen Dirigentenstab weg und ließ den Zauber eines Abendhimmels aus seinen Händen strömen. Latin pur bildete das Osterfeuerwerk zum Abschluss mit dem "Conga del Fuego Nuevo" des Mexikaners Arturo Màrquez, das besonders die Percussionisten des Orchesters in einer imponierenden Bandbreite von der Rassel bis zum Marimbaphon forderte.
Die von begeistertem, rhythmischen Beifall geforderten Zugaben vereinten noch einmal alle Akteure, so dass die über 1200 Zuhörer der großen Fangemeinde aus Forchheim und Buckenhofen beschwingt in den Abend entlassen wurden. Sie pflichteten MV-Vorstandsmitglied Bernd Froese bei, der von einem "magischen Moment" gesprochen hatte.

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