Ludwigsstadt

Ludwigsstadt macht auf sich aufmerksam

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von unserer Mitarbeiterin 
Veronika Schadeck

Ludwigsstadt — Im Rathaus wurden die Ergebnisse aus Analysen und Befragung zum Einzelhandels- und Versorgungskonzept durch dem Geschäftsführer des Büros für Standort-, Markt- und Regionalanalysen in Augsburg, Manfred Heider, vorgestellt. Rund 180 Haushalte, das entspricht zwölf Prozent, haben die Fragebögen beantwortet. Heider sprach von einer repräsentativen Einschätzung.
Inhaltlich ging es um Marktgebiete, Kaufkraftbildung, Einzelhandelsumsatz, Umsatzherkunft, Einzelhandelsbesatz im Stadtgebiet, gewerbliche Nutzungen im Stadtgebiet, Leerstände und um die Nahversorgungssituation.

Weitgehend zufrieden

Dabei wurde festgestellt, dass die Ludwigsstädter mit dem Nahrungs- und Genussmittelangebot weitgehend zufrieden sind. Hervorragend schnitt in der Umfrage das Kinderbetreuungsangebot ab, gefolgt von Einkaufsangeboten und der bürgernahen Stadtverwaltung. Großen Handlungsbedarf sehen die Ludwigsstädter dagegen im gastronomischen Bereich und bei Übernachtungsangeboten.
Als Schwächen wurden ein unattraktives Ortsbild, ein Mangel in der sozialen Infrastruktur, fehlender Drogerie- und Baumarkt, schlechte Straßen sowie Geruchs- und Lärmbelästigungen angesehen.

Einkäufe außerhalb

Was die Einkaufskraft betrifft, so wurde deutlich, dass viele Ludwigsstädter - abgesehen von Lebensmitteln und Dingen für den täglichen Bedarf - ihre Einkäufe außerhalb, wie in Kronach und Coburg tätigen.
Weiterhin wurden Vorschläge genannt, wie die Innenstadt aufgewertet werden kann. Das könne beispielsweise durch den Abriss baufälliger Gebäude, wie des ehemaligen KEZ, durch Kurzparkzonen auf dem Marktplatz, durch eine Ergänzung der Gastronomie, durch die Sanierung öffentlicher Anlagen geschehen.

Einkaufskraft stärken

Bei den anschließenden Workshops, der in drei Gruppen aufgeteilt war, sollten die Geschäftsleute ausarbeiten, wie verstärkt Einkaufskraft nach Ludwigsstadt geholt werden könnte. Der Geschäftsführer des Edeka-Marktes, Marco Bachler, forderte die Politik auf, sich vehement für eine weiterführende Schule einzusetzen. Er sehe anhand seiner Tochter, wieviel Kaufkraft Schüler in Kronach lassen. Wenn eine höhere Bildungseinrichtung vorhanden wäre, würden auch die Eltern die Abholung ihrer Kinder von der Schule mit einem Besuch in diversen Geschäften verbinden, war er überzeugt.

Auswärtige kommen nicht

Ursula Schirmer wandte ein, dass die Stadt die Einzelhändler unterstütze, auch fänden genügend Werbekampagnen statt, dennoch kämen keine Auswärtigen nach Ludwigsstadt.
In den verschiedenen Gruppen wurden dennoch Ansätze gefunden, wie verstärkt auf Ludwigsstadt aufmerksam gemacht werden könnte. Beispielsweise sollte die Jahns-Bräu so schnell wie möglich wieder nutzbar gemacht werden, das alte KEZ-Gebäude sollte abgerissen, das Freibad attraktiver gestaltet werden. Auch wurde - auf Grund der beiden vorhandenen Confiserien, die Idee einer Pralinenkönigin geboren. Diese sollte an den Marktagen die Stadt repräsentieren. Auch ein Bauernmarkt mit Produkten der Direktvermarkter wurde in Erwägung gezogen.
Bürgermeister Timo Ehrhardt (SPD) betonte, dass der Bevölkerungswandel vorhanden sei. Jammern bringe aber nichts. Die Frage sei, wie die Herausforderungen am Besten gemeistert werden könnten. Deshalb habe die Stadt auch eine fünfstellige Summe - davon wird der Großteil gefördert - in die Hand genommen und sich einen externen Berater gesucht, der das Projekt mit begleite. Gerade im Hinblick auf die Städteführung könnte eine Verbesserung der Situation geschaffen werden. In der nächsten Sitzung sollen nun ein Maßnahmenkatalog zusammengesetzt und ein Konzept erarbeitet werden.

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