Kronach

Lucas Cranach d.J. und sein Vater

Kronach — Das Cranach-Jahr, in dem der 500. Geburtstag von Lucas Cranach dem Jüngeren gefeiert wird, erweist sich schon jetzt in vielen Cranach-Orten, so auch in Kronach, als große...
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Kronach — Das Cranach-Jahr, in dem der 500. Geburtstag von Lucas Cranach dem Jüngeren gefeiert wird, erweist sich schon jetzt in vielen Cranach-Orten, so auch in Kronach, als großer Erfolg. Vor diesem Hintergrund lädt der Lucas-Cranach-Arbeitskreis gemeinsam mit dem Tourismus- und Veranstaltungsbetrieb der Stadt Kronach zum ersten von insgesamt drei Cranach-Vorträgen auf der Festung Rosenberg ein.

Werkstattnachfolger

An diesem Donnerstag, 11. Juni, wird um 19 Uhr in der Kapelle der Fränkischen Galerie Cranach-Expertin Susanne Wegmann von der Martin-Luther-Universität Leipzig/Halle einen Vortrag zum Thema "Lucas Cranach der Jüngere - Ein Maler im Schatten des Vaters?" halten. Dies teilte Lucas-Cranach-Beauftragter Dietmar Lang mit. Sie wird dabei den Fokus auf die zeitgenössische Rezeption und das Selbstverständnis des jüngeren Cranachs werfen, der als Werkstattnachfolger problemlos an den Erfolg seines Vaters anknüpfen konnte.
Als Lucas Cranach d. Ä., 1505 als Hofmaler Friedrich des Weisen nach Wittenberg berufen wurde und er 1508 dort seine Werkstatt gründete, konnte er kaum ahnen, dass die eher kleine Residenzstadt, die Luther als am Rande sämtlicher Zivilisation gelegen beschrieb, zum Ausgangspunkt der Reformation wird. Während das Werk des älteren Cranach von den Umbrüchen der Glaubensstreitigkeiten geprägt ist, fällt das Schaffen seines Sohnes weitgehend in die Phase der Konsolidierung und Konfessionsbildung. Nur aufgrund des frühen Todes seines älteren Bruders Hans kam ihm die Aufgabe zu, die Malerwerkstatt weiterzuführen. Sein Schaffen hat wesentlich dazu beigetragen, Bilder in den lutherischen Kirchenräumen zu etablieren.
An ausgewählten Bildern wird der Vortrag das Verhältnis von Vater und Söhnen beleuchten, ihre Strategien der Emanzipierung und Eingliederung in den Werkstattbetrieb aufzeigen. Ein besonderes Augenmerk wird auf den Künstlerbildnissen liegen, die Lucas Cranach d. J. von seinem Vater und sich schuf. Gerade hier offenbart sich das sich wandelnde Künstlerselbstverständnis vor dem Hintergrund der historischen Entwicklungen. Sie zeigen auch, welchen Anteil der Sohn daran hatte, dass sein Vater bis heute als der Maler der Reformation an der Seite Luthers wahrgenommen wird.
Der Eintritt zum Vortrag ist frei. red
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