Herzogenaurach

Literatur mit Leidenschaft

Fremdsprache   Ein kleiner Kreis von Bücherfreunden trifft sich regelmäßig in der Stadtbibliothek, um sowohl Bestseller als auch gehobene Prosa zu lesen. Und das alles ausschließlich in Englisch.
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Englische Literatur hat es seit fünf Jahren den Teilnehmern dieser Gruppe in der Stadtbücherei angetan. Foto: Bernhard Panzer
Englische Literatur hat es seit fünf Jahren den Teilnehmern dieser Gruppe in der Stadtbücherei angetan. Foto: Bernhard Panzer
von unserem Redaktionsmitglied 
bernhard Panzer

Herzogenaurach — Vor etwa sieben Jahren hat sich in der Stadtbücherei ein Leseclub gebildet, der sich ausschließlich auf englische Bestseller spezialisierte. Zwei Jahre später kam ein weiterer Kreis hinzu, der sich wiederum der anspruchsvollen Literatur widmet. Und diese Gruppe feierte nun den fünften Geburtstag. Stilvoll mit Hemingway: "The Sun also rises" stand auf dem Programm.
Gestern wurde ausschließlich diskutiert, gelesen hatten die Teilnehmer das Buch schon zu Hause. Und weil die Themen immer kritischer werden und die Aussprache immer offener und intimer stattfindet, wie Christoph Schech erläuterte, hat man die Türe dann geschlossen und sich in den kleinen Kreis zurückgezogen. "Das kann man nur offen diskutieren, wenn man sich vertraut", sagt Schech.
Er ist einer der Teilnehmer der ersten Stunde. In beiden Gruppen, die sich immer vormittags treffen, sind ungefähr 15 Interessierte regelmäßig aktiv. Und die stammen aus mindestens sieben Nationen, wie Lisa Pfeiffer erläutert. Sie leitet gemeinsam mit Dewey Zapf den Literaturclub.
Die Treffen finden im Wechsel mit dem Bookclub monatlich statt. Die Teilnahme ist kostenfrei, als Voraussetzung gibt Dewey Zapf an, dass man die Leidenschaft für gehobene Lektüre mitbringt. Und englisch lesen und sprechen will.
Rolf Paprotka will das. Als er vor einigen Jahren in den Ruhestand gegangen ist, hat er sich dem Club angeschlossen. "Ich wollte meine Englischkenntnisse beibehalten", sagt der Herzogenauracher, der beruflich für die Firma Siemens viel in der Welt unterwegs war, auch regelmäßig in den USA. "Die letzten zwei Jahre war Englisch unsere Geschäftssprache", sagt er. Und wenn man nicht nur lesen will, sondern auch das Diskutieren in englisch nicht verlernen möchte, "dann sind Buchbesprechungen ideal."
Neu im Kreis der Literaten ist Maria Böhm. Auch sie kam jetzt dazu, weil sie im Ruhestand die Zeit hat für die Treffen am Vormittag und weil sie ihre Sprachkenntnisse frisch halten möchte. Die Herzogenauracherin hat an der Realschule in Höchstadt Deutsch und Englisch unterrichtet und schätzt die niveauvolle Diskussion als "sehr genau und einfühlsam".
Es sind auch Muttersprachler im Kreis, die aus vielen Ländern stammen. Auch das macht die Diskussion spannend, sagt Susanne Haupt. "Das geht über den Smalltalk hinaus." Lebhaft und interssant sind die Gespräche auch für Lisa Pfeiffer. Und Ingrid Scheiderer-Steidl aus Weisendorf schätzt die familiäre Atmosphäre: "Das ist wie mein zweites Wohnzimmer."

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