Sand am Main

Linkes Bündnis übt Kritik an prekären Arbeitsverhältnissen mit unfairer Bezahlung

Beim Vorstandstreffen des Linksbündnisses in Sand drehte es sich um gleichen Lohn für gleiche Arbeit. "Faire Bezahlung für gute Arbeit", unter diesem Motto ...
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Beim Vorstandstreffen des Linksbündnisses in Sand drehte es sich um gleichen Lohn für gleiche Arbeit. "Faire Bezahlung für gute Arbeit", unter diesem Motto stand die Vorstandsbesprechung des Linksbündnisses in Sand. Eingangs führte laut der Pressemitteilung des Linken Bündnisses Vorsitzende Sabine Schmidt aus, Leiharbeit biete keine Sicherheit - weder kurzfristig finanziell noch sei langfristig klar, ob man im folgenden Monat überhaupt noch eingesetzt werde. Trotzdem seien immer mehr Menschen auf diese Art der abhängigen Beschäftigung angewiesen. So sei die Zahl der Leiharbeiter in den vergangenen Jahren stetig gestiegen.
Es müsse Ziel der Gewerkschaften sein, gleichen Lohn für gleiche Arbeit durchzusetzen, ergänzte Thomas Dietzel. Die Bundesregierung verspreche seit Jahren, gegen den "Missbrauch von Leiharbeit und Werkverträgen" (Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles, SPD) vorzugehen, aber bisher ohne großen Erfolg. Es sei damit zu rechnen, dass sich die Einkünfte von Leiharbeitern noch weiter von denen mit einer so-zialversicherungspflichtigen Vollzeitstelle wegentwickeln.
Eike Niehus meinte, wenn in den Tarifverhandlungen ab 7. Oktober die DGB-Tarifgemeinschaft mit dem Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister und dem Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen über neue Verträge diskutiere, sei es an der Zeit, die Rechte der Leiharbeiter offensiv zu vertreten. Ernst Hümmer erklärte, wenn Leiharbeiter künftig nach neun Monaten genauso wie die Stammbelegschaften bezahlt würden, sei zu befürchten, dass Konzerne Leiharbeiter nur noch neun Monate beschäftigen und dann für die Stelle einen neuen Leiharbeiter anheuern.
Ergänzend führte Thomas Dietzel aus, dass es auf der einen Seite eine Zunahme prekärer Arbeitsverhältnisse gebe, andererseits aber das Vermögen der reichsten deutschen Unternehmer weiter wachse. Ein unvorstellbarer Reichtum: Mit 177 Milliarden Euro verfügen allein die neun reichsten deutschen Familien zusammen über ein Vermögen, mit dem sämtliche Bezieher von Hartz IV, Grundsicherung im Alter sowie Asylbewerberleistungen - insgesamt etwa acht Millionen Menschen - mehr als sechs Jahre lang auf heutigem Niveau versorgt werden könnten. Mit der Durchsetzung einer "Millionärssteuer" für die oberen Zehntausend ließen sich soziale Probleme besser lösen als mit dem Streben nach einer "Schwarzen Null".
Abschließend erklärte Sabine Schmidt, dass prekäre Arbeit auch für die Menschen in unserer Region eine Rolle spiele. Die aktuelle Entwicklung des Arbeitsmarktes im Haßbergkreis werde Thema des nächsten Stammtisches des Linken Bündnis Haßberge sein. Hierzu wird der Gewerkschaftssekretär des DGB, Norbert Zirnsak, am Mittwoch, 9. November, im Nebenzimmer des Hotel Goger in Sand referieren. Hierzu sind alle Interessierten eingeladen. red
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