Untersiemau

Liebe deinen Nächsten!

Hilfe  Untersiemauer helfen zusammen, um Flüchtlingen in einer neu geschaffenen Unterkunft den Neustart zu erleichtern.
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Untersiemau — Nächstenliebe ist einfach. Man muss sie nur praktizieren. Das beweisen die Bürger der Gemeinde Untersiemau, indem sie zusammenhelfen und aus den leer stehenden Räumen im Erdgeschoss des evangelischen Gemeindezentrums ansehnliche Räume für Flüchtlinge schaffen. Es gibt zwar noch viel zu tun, meinte Pfarrer Heinrich Arnold am Sonntag nach dem Gottesdienst. Doch zufrieden präsentierte er bei einem Rundgang das bisher Geschaffene der Öffentlichkeit.
Damit sich die zukünftigen Bewohner wohl fühlen, seien noch große Anstrengungen von Nöten, stellte Arnold fest. Die Räume würden für etwa zwölf Personen reichen. Wie das Landratsamt als Mieter angedeutet habe, sei mit den Leuten Ende Mai bis Anfang Juni zu rechnen. Wo sie herkommen, könne noch niemand sagen. Einiges an Investitionen sei bisher angefallen, meinte der Pfarrer. Doch, er gibt sich optimistisch. Die Ausgaben könnten in etwa drei Jahren durch die Miete ausgeglichen sein. Einen großen Aufwand habe es in Sachen Brandschutz gegeben. Die komplette Lüftungsanlage musste verbessert sowie die gesamte Elektroinstallation überprüft und der neuen Situation angepasst werden (getrennte Zähler, Verstärker). Zudem wurde ein Erdgasanschluss geschaffen.
Der untere Bereich wurde komplett vom Rest des Hauses getrennt. Für die oberen Räume wird der Eingang vom Kirchhof aus genutzt. Der Aufzug fährt nur noch zwischen der ersten und zweiten Etage.
Mittelpunkt der Wohnungen ist ein riesiger Kommunikationsraum mit einer großzügig gespendeten Küchenzeile mit zwei Kochherden. Um diesen Bereich wurden vier große Wohn- und Schlafräume angeordnet. Pastellfarbene Wände bringen viel Helligkeit in den Wohnbereich. In die nach Geschlechtern getrennten Toiletten wurden zwei Duschen eingebaut. In einem Raum daneben sind Anschlüsse für Waschmaschinen. Spontan spendete beim Rundgang ein Besucher ein Bett.
Heinrich Arnold will eine Spalte im Gemeindeblatt einrichten, wo regelmäßig berichtet werden soll, was noch fehlt. "Damit die Idee, die eigentlich Bürgermeister Rolf Rosenbauer hatte", erzählt er, "verwirklicht werden kann, haben bereits viele Gemeindebürger ihre Hilfe signalisiert". Erst am Freitag hätten sich neun Bürger für eine Grundreinigung der Räumlichkeiten eingefunden.
Damit die Integration der neuen Bürger gelingt, sei man dabei, eine Gruppe zu bilden. Diese solle bei Gängen zu Behörden unterstützen, die Verbindungen zu heimischen Vereinen herstellen, bei Sprachproblemen Lösungen suchen. Dafür würden noch ernsthafte Unterstützer gesucht. "Was ich mir erhoffe, erfahre ich bereits jetzt, mit der großen Unterstützung der Bürger. Was ich befürchte, wird hoffentlich nie eintreten. Das kann nicht vorausgesehen werden", sagt der Pfarrer.
Sylvia Schultheiß: "Ich finde die Verwirklichung der Räume eine gute Idee. Es sollten sich noch mehr Leute als Helfer melden. Jeder hat eine Chance auf einen Neuanfang. Wir müssen uns vor Augen halten, dass wir vielleicht auch mal in eine derartige Lage kommen könnten - oder unsere Kinder. Man weiß nie!"
Nicole Ritz (Mitglied des Kirchenvorstands): "Gute Sache, so werden leere Räume wenigstens sinnvoll genutzt. Menschen in großer Not zu unterstützen, heißt ein Stück Integration leben!" ka

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