Forchheim

Lehrlinge von damals

Lehrlinge von damals haben mit den heutigen Auszubildenden wenig gemein. Als neuer Lehrling war es für uns Ehrensache, dass wir für die etwa 200 Frauen und ...
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Gerhard Schmidt
Gerhard Schmidt
Lehrlinge von damals haben mit den heutigen Auszubildenden wenig gemein. Als neuer Lehrling war es für uns Ehrensache, dass wir für die etwa 200 Frauen und Männer im Betrieb Brotzeit besorgten. Wir kannten die Preise: Nährbier, Limo oder Wasser kostete so und so viele Pfennige. Und lernten fürs Leben: Gelbwurst und Presssack kauft man beim Metzger, Brötchen beim Bäcker, Obst und Margarine im Kolonialwarenladen. Sonderwünsche aus der Apotheke wurden ebenfalls erfüllt.
Nach der Brotzeit zogen wir Bilanz. Ich war immer froh, wenn ich nicht draufzahlen musste. Was gab es da Geizhälse und Schlacken. Ab etwa zehn Uhr war endlich Zeit für das, was wir lernen sollten. Mitunter ärgerte sich unser Meister über banale Kleinigkeiten. Da sich nicht immer feststellen ließ, wer oder was für seine schlechte Laune verantwortlich war, ließ er alle acht Lehrlinge antreten und gab vorbeugend jedem eine Watschen. Mich wundert heute noch, dass aus den Lehrlingen der Firma tüchtige und erfolgreiche Menschen geworden sind.

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