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LKR Forchheim
Natur 

Leckere Vielfalt aus dem Wald

Pilze sind nicht nur für Wald und Tiere unentbehrlich. Zubereitet auf dem Teller, profitiert auch der Mensch von ihnen. Am heutigen Samstag würdigt der erste europäische Pilztag dieses besondere Lebewesen.
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Während Pilze meist nur in die Schlagzeilen geraten, wenn jemand eine Vergiftung erlitten hat und allenfalls noch das Penicillin mit den Pilzen in Verbindung gebracht wird, wurde erst kürzlich der Pilz des Jahres 2017 genannt. Das Judasohr ist es geworden. "Er wächst gerne auf Holunder, ist mehr ein asiatischer Pilz, der gerne für Gerichte verwendet wird", erklärt Alois Wagner. Er ist Pilzkundler, der für die Mykologische Gesellschaft Bayern arbeitet und derzeit gerade vor allem die sogenannten parasitischen Pilze kartiert.
Sogar Rückschlüsse auf den Klimawandel lässt Wagners Arbeit zu. Deshalb arbeitet er auch mit dem staatlichen Forstamt in Forchheim zusammen. Gern nutzen sie dort seine fachlichen Kenntnisse rund ums Thema Pilz.


Mehr Begeisterung!

Die vielen verschiedenen Pfiffer, die so wertvoll für die Natur sind, stärker in den Fokus der Öffentlichkeit zu lenken, war auch Ansinnen der Fachzeitschrift "Tintling", die heuer erstmals den europaweiten Tag des Pilzes ausruft. Vor allem die Jugendlichen sollen stärker für Pilz begeistert werden. Dass der Pilz wichtig für den Wald ist, hebt Stephan Keilholz, Forstbetriebsleiter des staatlichen Forstamts Forchheim hervor. "Sie haben ein Riesenspektrum an Aufgaben. Viele gehen Symbiosen mit dem Waldboden ein", sagt Keilholz. Ein Beispiel dafür ist der Goldröhrling, der bei Lärchen zu finden ist.
Symbiotische Pilze, sogenannte Mykorrhizapilze, sorgen mit einem großen Geflecht dafür, dass der Baum Wasser und Nährstoffe aufnehmen kann.
Diese Pilze ernähren sich von Abfallprodukten des Waldes - Blätter oder Holz - und wandelt diese in Nährstoffe um.
Immer mehr totes Holz wird deshalb von Fachleuten liegen gelassen, auch wenn dies Spaziergänger unordentlich finden könnten. "Die Natur ist unordentlich", erklärt Keilholz. Auf der andere dienen Pilze den Spechten und Ameisen als Nahrung. Im Grunde steckt hinter jedem Pilz eine Geschichte. Auch zum Zunderschwamm weiß Keilholz Spannendes. Mit diesem Pilz wurde früher sage und schreibe Feuer produziert. "Mit dem Zunderschwamm hat man die Funken auffangen und somit Feuer entzünden können", berichtet Keilholz über den parasitären Pilz, der geschwächte Laubbäume befällt.


Schlechte Witterung

In einem Waldstück gibt es oft über 500 verschiedene Arten von Pilzen. Einige von ihnen sind essbar, andere nicht. Auf ihre Kosten sind die Schwammerlgourmets heuer allerdings noch nicht gekommen. Die anhaltende Trockenheit ist der Grund dafür. "Nach dem Regen dürften einige Fruchtkörper aber aus dem Boden sprießen", sagt Keilholz.
Während die Morcheln essbar sind, sollte man vor den giftigen Lorcheln die Finger lassen. Der gelbe Pfifferling ist in den heimischen Wäldern gut vertreten, aber auch bei ihm ist eine Verwechslung möglich. Stephan Keilholz appelliert deshalb an alle, nur Pilze mitzunehmen, die man zweifelsfrei kennt. Alle anderen Pilze solle man stehen lassen, auch um der Natur willen: "Pilze haben eine Funktion im Kreislauf der Natur", betont Keilholz. Ein Pilz mit einem eher ungewöhnlichen Namen ist der Tintenfischpilz. Alois Wagner weiß, dass sich dieser Pilz von Australien durch Fruchtimporte über Frankreich ausgebreitet hat. Auch er hat diesen Pilz heuer schon gefunden. Auch hier gelte: Finger weg! "Der Tintenfisch ist kein Speisepilz, sondern ungenießbar", warnt Wagner.


Lieber ins Restaurant

Wer in Sachen Pilze lieber ganz auf Nummer sicher gehen will, nimmt an einer Pilzwanderungen mit Diana Härpfer teil - oder geht in ein Restaurant zum Essen. "Pilze schmecken einfach gut", schwärmt Lisa Hofmann. Sie ist Juniorchefin des Hotel Schlossberg in Haidhof. Gesund sind Pilze obendrein, wie Jutta Bednarz, Pressesprecherin der Sparte "Ernährung und Gesundheit" bei Nestlé Deutschland weiß.
Pilze sind ihren Angaben zufolge kalorienarm und enthalten Vitamine wie das B12 sowie Mineralstoffe. Das Kalium ist dabei besonders hervorzuheben. Es trägt zu einer gesunden Nerven- und Muskelfunktion bei.

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