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Haßfurt
Aktionstag 

Lebenshilfe gibt Halt im Alltag

Die Einrichtung in Sylbach ist ein geschützter Raum.
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Laura (rechts) holte sich beim Spielen von Lukas für eine erfolgreiche Station einen Stempel.
Laura (rechts) holte sich beim Spielen von Lukas für eine erfolgreiche Station einen Stempel.
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Christiane Reuther

"Es ist schön, das Förderzentrum der Lebenshilfe einmal näher kennenzulernen", erklärte ein Besucher beim "Tag der offenen Tür" in dem Haßfurter Stadtteil. Für den Aktionstag hatten die Lehrkräfte und Erzieher ein Programm zusammengestellt, damit die Besucher die schulvorbereitende Einrichtung (SvE), die Schule und die Tagesstätte des Förderzentrums mit Förderschwerpunkt geistige Entwicklung der Lebenshilfe Haßberge in Sylbach unter die Lupe nehmen konnten.
"Das Angebot ist toll und macht Spaß", sagte Martina Kümmel aus Sand begeistert. Ihr fünfjähriger Sohn Noah konnte sich in der Turnhalle beim Klettern, Steigen und Hüpfen austoben. Dort gab es nämlich eine Bewegungslandschaft mit Geräten, die die psychomotorischen Fähigkeiten ansprachen. Verschiedene Module, darunter ein Kletterseil, sind fester Bestandteil in der schulvorbereitenden Einrichtung. Die Bewegungslandschaft soll Kinder anregen, sich selbst zu bewegen, sie herausfordern, eigene Ideen umzusetzen und Erfahrungen zu sammeln. "Körper und Geist werden gefordert", berichtete die heilpädagogische Förderlehrerin Gerlinde Schmitt.
Die Besucher sammelten Informationen, nahmen die gute Atmosphäre auf und knüpften Kontakte. Der 17-jährige Jonas präsentierte seinen Pflegeeltern stolz das Förderzentrum als seine momentane zweite Heimat. Der Jugendliche aus Fürnbach besucht die erste Berufsschulstufe in Sylbach und zeigte sich am Kletterseil richtig losgelöst. Nach ihrem Rundgang durch die Räume fällt es den Eltern jetzt leichter, die Gesichter den Betreuern zuzuordnen, von denen Jonas zu Hause erzählt. Die Eltern zeigten sich sehr angetan vom Angebot und lobten: "Es ist ein guter Geist zu spüren."
Zum guten Geist zählen all die Lehrer und Erzieher, die in mühevoller Vorarbeit ein tolles Mitmachangebot auf die Beine stellten. Die Kinder und Jugendlichen konnten zum Beispiel eine Astgabelrassel basteln oder sich Geschichten anhören. Aber auch Rhythmusspiele, Erzähl- und Schattentheater vervollständigten das Angebot.
Unterstützte Kommunikation war eine der Stationen, die vor Augen hielt, wie im Förderzentrum gelernt wird. "Der Unterricht an unserer Schule ist anders aufgebaut", sagte Schulleiterin Margit Lesch. Wer sich nicht durch Sprache ausdrücken kann, bekommt Hilfe durch Gebärden oder auch Kommunikationsgeräte. Ganz einfache Alltagssituationen werden dann im geschützten Rahmen der Schule ausprobiert - ein Schritt, um Selbstständigkeit zu trainieren.
Das kreative Angebot wird in der Nachmittagsbetreuung, der Tagesstätte, ganz groß geschrieben, wie Leiterin Isolde Martin berichtete. Der "pädagogische Ganztag" ist ein freiwilliges Angebot, das in der unterrichtsfreien Zeit angeboten wird und Sport, Spiel, Kreativität und kulturelle Veranstaltungen verknüpft. Inklusion läuft vor Ort und auch mit der benachbarten Grundschule.