LKR Bamberg
Demographie 

Landkreis soll weiter wachsen

Nach einer neuen Berechnung des Landesamtes für Statistik steigt die Einwohnerzahl bis zum Jahr 2035 auf fast 149 000. Allerdings sind die jährlichen Prognosen starken Schwankungen unterworfen.
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Die Bevölkerung im Landkreis Bamberg wächst. Nicht nur aktuell, sondern auch in Zukunft. Das besagen jedenfalls die neuesten Berechnungen des Bayerischen Landesamtes für Statistik. Demnach wird die Einwohnerzahl im Landkreis von derzeit rund 146 000 auf 148 700 im Jahr 2035 steigen.
Wie verlässlich diese Vorausberechnung ist, lässt sich kaum sagen. In den vergangenen Jahren kamen die Statistiker schon auf ganz andere Ergebnisse. So kamen sie im vergangenen Jahr in ihrer Prognose bis 2034 noch auf gut 2000 Einwohner weniger. Und vor vier Jahren sagten sie ein Schrumpfen der Bevölkerung und weniger als 140 000 Einwohner im Kreis Bamberg nach dem Jahr 2030.
Was sich über die Jahre nicht geändert hat: Bamberg - auch der Stadt Bamberg wird in der neuesten Berechnung ein Wachstum auf 74 600 Einwohner zugeschrieben - steht neben dem Kreis Forchheim in Oberfranken am besten da. Alle anderen Landkreisen und kreisfreien Städte müssen trotz der allgemein positiveren Aussichten weiterhin mit einem Rückgang der Bevölkerung rechnen.


Gegen den Trend in Oberfranken

Während der Kreis Bamberg in Oberfranken weit vorne rangiert, liegt er im gesamtbayerischen Vergleich jedoch unter dem Schnitt. 5,4 Prozent Bevölkerungswachstum haben die Statistiker für ganz Bayern errechnet, 2,1 Prozent sind es für den Landkreis Bamberg. Auf Bezirke gerechnet kann Oberbayern mit 11,5 Prozent Wachstum rechnen, während bei Oberfranken ein Minus von 5,1 Prozent steht.
Noch extremer sind die Unterschiede auf der Ebene der Städte und Kreise. Spitzenreiter ist der Landkreis Dachau (+17,2 Prozent), Schlusslicht der Landkreis Wunsiedel (-15,2 Prozent).
Gewinner und Verlierer dürfte es auch im Landkreis Bamberg geben. Von den prognostizierten 2,1 Prozent Wachstum profitieren nicht alle. Zwar haben die Statistiker in diesem Jahr keine Berechnungen bis auf die Ebene der Gemeinden gemacht. Aber die Tendenz dürfte sich seit dem Vorjahr nicht geändert haben.
Ausgehend vom Bevölkerungsstand zum 31. Dezember 2014 errechneten die Statistiker etwa für Altendorf ein Wachstum von etwa zwölf Prozent bis 2028. Dagegen kamen sie etwa für Stadelhofen, Wattendorf, Schönbrunn und Priesendorf auf Verluste von mehr als sechs Prozent.
Auf der Gemeindeebene verfügt der Kreis Bamberg aber auch über Berechnungen, die detaillierter sind als die des Statistischen Landesamtes. Seit mehreren Jahren erstellt das Bamberger Institut Modus für den Landkreis kleinräumige Bevölkerungsprojektionen. Die aktuellste davon richtet den Blick bis ins Jahr 2033. Bei drei Varianten sieht die mittlere den gesamten Landkreis dann bei 145 000 Einwohnern.
Auf Gemeindeebene gibt es durchaus Unterschiede zu den Berechnungen des Landesamtes. Altendorf, der Favorit der staatlichen Statistiker rangiert bei Modus mit einem leichten Zuwachs von 1,4 Prozent nur im oberen Mittelfeld. Spitzenreiter ist hier Altendorf Nachbar Buttenheim mit 6,1 Prozent, knapp gefolgt von Strullendorf (5,9), die dicksten Minuszeichen stehen hier bei Gerach (-6,8 Prozent) und Walsdorf (-5,2). Wie in der Berechnung des Landesamtes haben aber Wattendorf (- 5,0) und Schönbrunn (-4,9) mit weiterem Einwohnerrückgang zu rechnen.


In 20 Jahren vier Jahre älter

Einig sind sich alle Berechnungen und Prognosen - egal ob sie auf steigende oder sinkende Einwohnerzahlen kommen - darin, dass die Bevölkerung älter wird. Dem Statischen Landesamt zufolge werden die Menschen im Landkreis Bamberg 2035 im Durchschnitt 47,1 Jahre alt sein. 2015 lag das durchschnittliche Alter noch bei 43,2 Jahren. Damit altert der Landkreis Bamberg sogar noch etwas schneller als Oberfranken insgesamt, wo das Durchschnittsalter von 45,2 auf 48,2 Jahre steigen soll. Insgesamt sind nach diesen Zahlen die Menschen in und um Bamberg dann mit im Durchschnitt 45,2 (Stadt) und 47,1 (Landkreis) Jahren noch deutlich jünger als in den nordost-oberfränkischen Landkreisen, wo das Durchschnittsalter auf über 50 Jahre steigt (Kronach 50,9, Wunsiedel 50,6, Hof 50,3 und Kulmbach 50,2.)
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