Höchstadt a. d. Aisch

Landkreis dankt den Siebenern

"Feldgeschworene begleiten eines der ältesten kommunalen Ehrenämter. Sie werden auf Lebenszeit gewählt und vereidigt. Sie sind aus den alten Mark- und Feldg...
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Landrat Alexander Tritthart (Mitte, mit Krawatte) würdigte die Arbeit der Feldgeschworenen.
Landrat Alexander Tritthart (Mitte, mit Krawatte) würdigte die Arbeit der Feldgeschworenen.
"Feldgeschworene begleiten eines der ältesten kommunalen Ehrenämter. Sie werden auf Lebenszeit gewählt und vereidigt. Sie sind aus den alten Mark- und Feldgerichten hervorgegangen, die in fränkischen Landesteilen schon seit Jahrhunderten bestanden und großes Ansehen genossen", sagt Landrat Alexander Tritthart (CSU). Er nahm am Mittwochabend die Ehrung langjährig verdienter Feldgeschworener durch den Bayerischen Staatsminister der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat, Markus Söder (CSU), vor.
Zu diesem Anlass kamen die Geehrten, ihre Angehörigen, einige Obmänner und Bürgermeister in das Schlossgewölbe in Höchstadt.
Mit ihren Ortskenntnissen seien die Feldgeschworenen eine große Hilfe für die Vermessungsämter, sagte Tritthart. Früher waren es in der Regel sieben Männer, deswegen werden sie im Volksmund auch die "Siebener" genannt. Als "Wächter der Grenzen" setze die Gemeinde früher wie heute großes Vertrauen in deren Integrität und Verschwiegenheit, erklärte der Landrat.
Musikalisch begleitet wurde die Feierstunde von Klaus-Dieter Stolper am Klavier und der 16-jährigen Laura Zinn an der Querflöte.
Nach der Ehrung ergriff Stefan Pfister, der Leiter des Amts für Digitalisierung, Breitband und Vermessung in Erlangen, das Wort. Er ging auf die Geschichte der Vermessung ein. Vor etwa 200 Jahren habe von München ausgehend die Vermessung Bayerns begonnen. Die erste Aufnahme der Parzellen fand von 1820 bis 1845 im Amtsbezirk Erlangen statt. Man wollte damals eine einheitliche Grundlage für die Erhebung der Grundsteuer schaffen.
Heute diene die Vermessung und Abmarkung vor allem der Sicherung des Eigentums an Grund und Boden, erläuterte Pfister. Etwa 400 Feldgeschworene in Stadt und Landkreis Erlangen beteiligen sich bei den örtlichen Vermessungen. Dabei nehmen sie laut Pfister eine wichtige Aufgabe wahr, denn sie sind für die Abmarkung der Grenzen vor Ort zuständig.
Das Wissen der Siebener werde vor allem gebraucht, wenn es in alten Ortskernen oder im Wald keine gesicherten Vermessungen von Grenzpunkten gibt. Die Siebener kennen sich aus und können Marksteine auf ihre Echtheit prüfen. Das sei der Sinn des sogenannten Siebener-Geheimnisses. Pfister erläuterte, dass sie auch heute noch wichtige Ansprechpartner sind, wenn es darum geht, bei Grenzstreitigkeiten zu vermitteln.
Bürgermeister Gerald Brehm (JL) sprach die Begrüßung und freute sich, dass der Festakt im Kellergewölbe in Höchstadt stattfand. Jeder Feldgeschworene bekam neben der Urkunde die Bücher "Franken aus der Luft" und "Wie Bayern vermessen wurde" geschenkt. Diejenigen, die für 50 oder 60 Jahre geehrt wurden, erhielten zudem einen Abdruck der Ur-Aufnahmen ihres Heimatortes.
Johanna Blum

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