Kulmbach

Landkreis Kulmbach bleibt in der Jugendarbeit Vorreiter

Was die kommunale Jugendarbeit angeht, ist der Landkreis Kulmbach in vielerlei Hinsicht ein Vorreiter. Das unterstrich Jürgen Ziegler, der in der Sitzung de...
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Die Ferienpass-Angebote des Landkreises Kulmbach kommen bei den Kindern sehr gut an. Unser Bild entstand bei einer "Schlossgespenst"-Führung in Thurnau. Foto: Archiv
Die Ferienpass-Angebote des Landkreises Kulmbach kommen bei den Kindern sehr gut an. Unser Bild entstand bei einer "Schlossgespenst"-Führung in Thurnau. Foto: Archiv
Was die kommunale Jugendarbeit angeht, ist der Landkreis Kulmbach in vielerlei Hinsicht ein Vorreiter. Das unterstrich Jürgen Ziegler, der in der Sitzung des Schul- und Sozialausschusses den Ferienpass 2016 vorstellte. Zudem stellte Melanie Dippold die neue Datenbank vor, über die man sich künftig problemlos für Aktionen oder Angebote anmelden kann.
Der Ferienpass ist nach den Worten von Kreisjugendpfleger Jürgen Ziegler wieder "ein hervorragendes Gemeinschaftswerk mit tollen Freizeitangeboten". Erhältlich sei er ab dem 1. Juli für 3,50 Euro.


50 Cent teurer

"Nach zehn Jahren musste der Preis um 50 Cent angehoben werden, sonst hätten wir die Kosten nicht decken können", sagte Ziegler. Erklärtes Ziel sei weiterhin, den Kindern ein kostengünstiges und pädagogisch wertvolles Programm in den Sommerferien anzubieten.
Die Einrichtung der Datenbank war Melanie Dippold zufolge sehr arbeitsintensiv. Man habe versucht, die Anmeldung möglichst unbürokratisch zu gestalten.
Uwe Wagner, Lehrer an der Max-Hundt-Schule, stellte das Medienzentrum des Landkreises - die frühere Bildstelle - vor. Kindergärten, Schulen und Einrichtungen der Erwachsenenbildung könnten dort kostenlos Projektoren, Leinwände, Videorekorder, DVD-Player, Beamer und diverse Kameras ausleihen.
Die Schützengesellschaft "Die Alten Treuen" Neudrossenfeld erhält für die Modernisierung der Schießanlage einen Zuschuss des Landkreises Kulmbach über 1406 Euro, der in zwei Raten ausbezahlt wird.


Thema Schwimmunterricht

Zu beraten hatte der Ausschuss noch über einen Antrag von Wolfgang Hoderlein (SPD) zur Situation des Schwimmunterrichts im Landkreis. Vor über 50 Jahren seien Staat und Kommune in der Lage gewesen, ein Lehrschwimmbecken zu errichten, das rund 40 Jahre betrieben worden sei, so der Kreisrat. Jetzt seien weder eine Generalsanierung noch ein Neubau möglich. "Das darf es nicht gewesen sein! Zu Zeiten des Betriebs im Lehrbecken Stadtsteinach kamen 400 bis 500 Kinder pro Woche zum Schwimmunterricht."
Landrat Klaus Peter Söllner (FW) verwies auf eine Dienstbesprechung mit den Bürgermeistern des Landkreises. Hier sei klar zum Ausdruck gekommen, dass die Kommunen in der Beschaffung keine zusätzlichen Hallenkapazitäten schaffen können: "Man muss der Realität ins Auge sehen. Die wenigsten Gemeinden können an einen Neubau denken. Die Neigung bei den Bürgermeistern, hier investiv tätig zu werden, ist gering."
Wie Achim Geyer von der Landkreisverwaltung aufzeigte, würde ein Bad neben den notwendigen Investitionen jährlich zwischen 100 000 und 200 000 Euro an laufenden Kosten verursachen. Immerhin könnten aber die sechs Freibäder und Badeseen im Landkreis zumindest in den Sommermonaten von den Schulen genutzt werden.
Zur "Schwimmfähigkeit" der Schüler legte Schulamtsdirektor Mario Schmidt entsprechende Zahlen vor, die nicht einmal so schlecht aussehen: "In den dritten und vierten Grundschulklassen können gut 80 Prozent der Kinder schwimmen, in den Mittelschulen liegt der Wert bei 86,21 Prozent." Schmidt räumte allerdings ein, dass diese Quoten in früheren Jahrzehnten höher waren. "Wichtig ist aber vor allem, dass wir schwimmfähige Lehrkräfte haben." Für den Schwimmunterricht seien jeweils zwei Lehrer mit entsprechender Ausbildung nötig.
Dass immer weniger Kinder das Schwimmen lernen, dafür machte man im Schul- und Sozialausschuss auch die Eltern verantwortlich. Stephan Heckel-Michel (CSU) sprach aus, was viele seiner Kollegen dachten: "Die Schulen können nicht an allen Ecken und Enden solche Versäumnisse lösen, hier ist auch der Familienverband gefordert." Ähnlich sah es Norbert Volk (FW).
Schulamtsdirektor Mario Schmidt schlug vor, an den Schulen wieder verstärkt die Werbetrommel für einen Schwimmunterricht zu rühren. Wolfgang Hoderlein regte abschließend eine Zusammenkunft mit Vertretern der Wasserwacht, der DLRG und der ATS-Schwimmabteilung an, um dort gemeinsam nach Lösungen für das Problem zu suchen. Rei.

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