Bad Staffelstein

Kulturhaus und Erlebnisbrauerei

Stadtplanung  Im Staffelsteiner Stadtkern bewegt sich etwas. Die Stadt kaufte das Grundstück des einstigen Brauereigasthofs "Zum schwarzen Bären". Dort könnten ein Kommunbrauhaus, ein "Haus des Gastes" und ein kleiner Markthof entstehen.
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Im Herzen der Altstadt liegt das "Bären"-Gelände mit Brauerei- und Landwirtschaftsgebäuden, in der Bildmitte ist das Bettenhaus zu sehen.
Im Herzen der Altstadt liegt das "Bären"-Gelände mit Brauerei- und Landwirtschaftsgebäuden, in der Bildmitte ist das Bettenhaus zu sehen.
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von unserem Redaktionsmitglied 
Matthias Einwag

Bad Staffelstein — Im Stadtkern ist die traditionelle fränkische Gastronomie beinahe ausgestorben. Besonders eklatant ist die Situation am Marktplatz, wo etliche Wirtshäuser stehen - aber sie stehen leer. Die Gasthäuser "Drei Kronen" und "Adam Riese" machten im vergangenen Jahr dicht, der Brauereigasthof "Zum schwarzen Bären" ist bereits seit Ende der 1990er-Jahren geschlossen.
Nun bewegt sich etwas, denn vor wenigen Tagen kaufte die Stadt das 3303 Quadratmeter große "Bären"-Grundstück vom bisherigen Eigentümer Hans-Karl Brütting. Das Areal samt aller Wohn-, Brauerei- und Landwirtschaftsgebäude kostete 400 000 Euro. Es ist das Filetstück im Staffelsteiner Stadtkern, denn hier bietet sich eine kulturell-gastronomische Mehrfachnutzung an. Deshalb hatten Stadtverwaltung und Stadtrat in den vergangenen Jahren immer wieder darauf gedrungen, die Planungshoheit hierfür zu behalten und die Immobilie möglichst zu erwerben.


Aktive Innenstadtentwicklung

"Der Schwarze Bär ist ein Innenstadt-Magnet", sagt Bürgermeister Jürgen Kohmann (CSU). Aktiv Einfluss auf die Entwicklung der Kernstadt zu nehmen, sei aber nur "mit einem Recht am Grundstück möglich". Das Grundstück mit seinen drei Zufahrten sei ideal für eine Mehrfachnutzung. Ein Kultur- und Kommunikationszentrum sei hier ebenso denkbar wie ein Kommun- oder Erlebnisbrauhaus sowie ein "Haus des Gastes". Die Stadtbücherei könnte hierher umgesiedelt werden und vielleicht eine Filiale des Kur- und Tourismus-Service, der möglicherweise ins Bahnhofsgebäude umzieht.
Der vordere Teil des Anwesens steht unter Denkmalschutz. Das weitläufige Areal, das sich dahinter bis zur "Alten Schießstätte" erstreckt, bietet großes Potenzial. Die Gebäude aus der Mitte des 20. Jahrhunderts - etwa der schmucklose Zweckbau des Bettenhauses - sind von der Bausubstanz her nicht schützenswert und könnten abgerissen werden. Ein Innenhof könnte entstehen, in dem kleine Märkte abgehalten werden.


Pläne gibt es bereits

Seit 2008 gebe es Überlegungen, wie das Gelände genutzt werden könnte, sagt der Bürgermeister. Stadtbaumeister Andreas Ender habe damals bereits Pläne ausgearbeitet, was auf den topographisch unterschiedlichen Höhenlagen entstehen könnte. "Das ist schwierig und interessant zugleich", sagt Kohmann, und es sei eine Herausforderung, hier etwas Neues zu schaffen. Er könne sich vorstellen, dass an diesem Ort ein Kultursaal mit 300 Plätzen geschaffen wird: "Das ist es, was wir aus meiner Sicht dringend brauchen."
Nachdem sich die Stadt die Eigentumsrechte am "Schwarzen Bären" gesichert hat, könne nun die Fortschreibung der Sanierungssatzung begonnen werden. Denn der "Schwarze Bär" und der Marktplatz dürften nicht für sich betrachtet, sondern müssten in eine Gesamtplanung im Altstadtbereich einbezogen werden. In nichtöffentlicher Sitzung wähle der Stadtrat am 17. November deshalb einen Planer aus, der diese Fortschreibung - in der Regel dauert das etwa ein Jahr - begleiten werde.
Den Planungsprozess bezeichnet Jürgen Kohmann als Diskussionsgrundlage. Er wünsche sich, dass eine Debatte darüber in Gang kommt, was in der Innenstadt mit Schwerpunkt "Schwarzer Bär" geschehen soll. Die Befragung der Bürger werde noch folgen. Darauf basierend würden dann Sanierungsziele der Stadtentwicklung definiert.
Konkret geht es bei der Fortschreibung der Sanierungssatzung um den Stadtkern und in der Erweiterung um das Gebiet ab der Goethestraße bis zur Bahnlinie sowie über diese hinaus. "In diesen Überlegungen spielt auch der Bahnhof eine Rolle", sagt der Bürgermeister. Es gelte, Gäste von hier aus in die Innenstadt zu bringen.
Auf die Frage, ob sich die Stadtverwaltung um die Gastronomie kümmern sollte, antwortet Jürgen Kohmann mit einem eindeutigen Ja. In einer Kurstadt sei die Gastronomie ein wichtiger Faktor der Innenstadtentwicklung. Deshalb habe er auch die Brauer des Stadtgebiets angesprochen und ermuntert, ihre Ideen für ein "Haus des Gastes" oder ein Erlebnisbrauhaus beizusteuern.
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