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Neudrossenfeld
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Kultur gegen die Skepsis

Vom niederländischen Flachland bis in die majestätischen Dolomitengipfel: Vom 18. bis 21. Mai geht es in Neudrossenfeld wieder auf Entdeckungstour in europäische Regionen.
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Zum letzten Mal fanden die Europatage 2015 statt - man ließ damals Europa-Ballons steigen.  Foto: Archiv
Zum letzten Mal fanden die Europatage 2015 statt - man ließ damals Europa-Ballons steigen. Foto: Archiv
Ein langes Wochenende unter dem Motto "Europa der Regionen" erwartet die Bürger von 19. bis 21. Mai. Die Gemeinde Neudrossenfeld lädt mittlerweile zum achten Mal zu den Europatagen ein, um gemeinsam mit zahlreichen internationalen Gästen, Einheimischen und Vertretern aus Politik und Wirtschaft die europäische Idee zu würdigen. Gäste werden in diesem Jahr aus der Dolomiten-Region Ladinien und dem niederländischen Gelderland erwartet.


Gäste aus Südtirol und Holland

Allein aus Ladinien reisen über 120 Männer und Frauen an, um ihr Land, "das es gar nicht gibt", zu präsentieren. Denn Ladinien ist kein offizieller Staat - trotzdem pflegen die Bürger eine eigene, uralte Sprache und ihre besondere alpine Kultur mit Hingabe. Ladinien liegt mitten in Norditalien. Über fünf Täler hinweg verstreuen sich drei kleine Provinzen, aus denen Musik und Tanz, Kunst und Tracht und natürlich auch kulinarischen Spezialitäten nach Neudrossenfeld gebracht werden.
Dass man für einzigartige Kultur keine großen Berge erklimmen muss, zeigt die zweite Gastregion Gelderland: Die größte niederländische Provinz stellt sich ebenfalls mit ihren touristischen und kulturellen Besonderheiten dem Kulmbacher Publikum. "Wir freuen uns besonders über die unterschiedlichen Gepräge der Regionen: die alpine Dolomiten-Region und das flache Holland im Kontrast", so der Neudrossenfelder Bürgermeister Harald Hübner (CSU). Die Gemeinde organisiert seit mittlerweile 15 Jahren im zweijährigen Turnus die Europatage, die "Förderung der europäischen Idee" sei ein wichtiges Anliegen, so Hübner.
Maßgeblich beteiligt ist die gemeinnützige Fördergesellschaft für Europäische Kommunikation (FEK), die mit geschäftsführendem Vorsitzenden Peter Verbata von Beginn an das Mammutprojekt begleitet und unterstützt, wie es nur geht. Stellvertretender Landrat Dieter Schaar (FW) lobte den "einzigartigen familiären Charakter", den das Fest in den Jahren angenommen habe.
"Wir brauchen solche Veranstaltungen in Zeiten der Europa-Skepsis", findet auch Landrat Klaus-Peter Söllner (FW). Denn wenn immer nur das Negative dargestellt werde, vergesse man Europa als das große Friedensprojekt anzusehen, als das es gestartete sei. "Solche Begegnungen fördern diesen Gedanken wieder", so Söllner. Die Stadt Kulmbach unterstützt das europäische Festival, doch "ohne die IHK säßen wir alle nicht hier", betonte Söllner wiederholt. Wolfram Brehm, stellvertretender Hauptgeschäftsfrüher der IHK für Oberfranken, stellte noch einmal die wichtige Bedeutung einer solchen Veranstaltung heraus.


Schwierige Zeiten für Europa

"Wenn es die Europatage noch nicht gäbe, müssten wir sie erfinden", scherzte er, betonte aber gleichzeitig den ernsten Charakter, wenn die europäische Grundidee in Zeiten wie diesen ins Schwanken gerate. Das Ziel sei, europäische Kultur, Kunst, Politik, Wirtschaft und die Bevölkerung zusammenzubringen - das zeigt auch das Programm. Neben dem großen Europafest am Sonntag bietet die Agenda Vielfältiges: Nach einem ladinischen Abend zum Auftakt und dem IHK-Wirtschaftstag am Freitag stehen am Wochenende besonders die Gastregionen im Mittelpunkt. Neben einer Vortragsreihe der FEK für das Fachpublikum findet in diesem Jahr zeitgleich eine große Ausstellung der Gastregionen auf dem Bräuwerck-Areal statt, zu der alle Bürger eingeladen sind.
Höhepunkt ist auch bei diesen Europatagen wieder die Verleihung der Europamedaille. Besonders freut sich Landrat Söllner auf den Besuch des Preisträgers Theo Waigel. Den ehemaligen Bundesfinanzminister bezeichnet er als "großen Denker" und sehe es als Ehre, wenn dieser nach Neudrossenfeld kommt.

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