Kulmbach

Kulmbacher Löwen-Fans leiden mit

Der TSV 1860 München ist aus der 2. Liga abgestiegen. Trotz der ungewissen Zukunft halten Anhänger wie Peter Schwarzmeier aus Kulmbach und Nicolas Peter aus Neuenmarkt dem Verein die Treue.
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Enttäuschung pur bei den Löwen-Akteuren Fanol Perdedaj, Sascha Mölders, Florian Neuhaus und Daniel Adlung (von links) Foto: Andreas Gebert/dpa
Enttäuschung pur bei den Löwen-Akteuren Fanol Perdedaj, Sascha Mölders, Florian Neuhaus und Daniel Adlung (von links) Foto: Andreas Gebert/dpa
Was viele Sechziger-Fans nicht für möglich hielten, ist am Dienstagabend eingetroffen: Nach einem Vierteljahrhundert ist der TSV 1860 München wieder drittklassig. Mit einer 0:2-Pleite im Relegations-Rückspiel gegen Jahn Regensburg besiegelte ein desolates Löwen-Team den verdienten Abstieg. Das sportliche Debakel stellt die Zukunft des deutschen Meisters von 1966 komplett infrage. Der Verein ist unter dem jordanischen Investor Hasan Ismaik am Tiefpunkt angelangt.


Tiefpunkt für den TSV 1860

Es ist ein Neuaufbau nötig, mit dem Abstieg der Profis steigt auch die zweite Mannschaft aus der Regionalliga in die Bayernliga ab. Die Nachwuchsteams U19, U17 und U16 spielen künftig alle eine Klasse tiefer. Am Abend nach der Pleite wurde zudem bekannt, dass der erst im April angetretene Geschäftsführer Ian Ayre und auch Präsident Peter Cassalette ihre Ämter niederlegten. Zu allem Überfluss machten Teile des Löwen-Anhangs in der Allianz-Arena minutenlang mächtig Randale, so dass der Fortgang des Spiels gefährdet war. Damit erwiesen die frustrierten Fans bei aller Enttäuschung ihrem Verein einen schlechten Dienst. Es waren wirklich hässliche Szenen in der Nordkurve zu sehen.


Löwen vor ungewisser Zunkunft

Die große Frage ist jetzt: Wie geht es weiter mit den Blauen? Einer, der ob dieser Frage leidet, ist der Kulmbacher Peter Schwarzmeier (65), langjähriger Spielleiter beim ATS Kulmnach. Er war schon als sechsjähriger Bub im Grünwalder Stadion: "Ich war immer in der Stehhalle, dort, wo das Leben tobte. Ich kann all die Größen der Meistermannschaft von 1966 aufzählen mit Petar Radenkovic, Bernd Patzke, Otto Luttrop, Rudolf Brunnenmeier, Peter Grosser, Hans Küppers und Timo Konietzka sowie Trainer Max Merkel. Ich bin ein Löwe durch und durch, aber jetzt ist für mich Fremdschämen auf höchstem Niveau angesagt. Was sich da Teile der Löwen-Fans am Dienstagabend erlaubt haben, das ist nicht meine Welt. Ich bin Löwe vom Herzen her, und wir haben uns auch manchmal daneben benommen, aber wir haben keine Sitze rausgerissen. Ich leide im Moment wie ein Hund, zumal auch der Sponsor kein Wort von sich gibt." Den Hauptfehler in dem ganzen Dilemma sieht Peter Schwarzmeier vor allem darin, dass der TSV 1860 München jahrelang von Leuten geführt wurde, die über keinen fußballerischen Sachverstand verfügten und sich nur mit ihrem Namen in der Öffentlichkeit profilieren wollten. "Ich sehe jetzt einfach die Gefahr, dass der Verein mit sämtlichen Mannschaften über die Ufer geht."


Randalierer schaden dem Verein

Der 24-jährige Nicolas Peter aus Neuenmarkt war in der Allianz-Arena dabei. Die Ausschreitungen hat er nur am Rande mitbekommen "Ich war am anderen Ende, in der Südkurve. Erst als Stadionsprecher Stefan Schneider die Nordkurve aufforderte, ruhig zu bleiben, um keinen Spielabbruch zu riskieren, wussten wir, was geschehen war", sagt Peter. "Neben mir saß ein Fan von Regensburg, und wir haben beide gesagt ,Was soll der Mist?', die schaden doch nur dem Verein." Trotz des Fiaskos will Peter den Löwen auch in Zukunft die Treue halten. "Einmal Löwe, immer Löwe - das gilt auch für mich. Egal, wo wir spielen, ich stehe immer zu meinem Verein."

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