Kulmbach

"KulmBecher" rückt näher

Geht es in Kulmbach dem herkömmlichen Pappbecher bald an den Kragen? Scheint fast so, denn der von Schülern des MGF-Gymnasiums im Rahmen eines Wettbewerbs d...
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Geht es in Kulmbach dem herkömmlichen Pappbecher bald an den Kragen? Scheint fast so, denn der von Schülern des MGF-Gymnasiums im Rahmen eines Wettbewerbs des Bayerischen Umweltministeriums entwickelte Mehrweg-"KulmBecher" schaffte es jetzt bereits in den Umweltausschuss des Landkreises.
Detlef Zenk, Leiter des Sachgebiets Abfallberatung und Umweltschutz, stellte dem Gremium das Projekt "Mehrweg to go" vor.


Bayernsieger am MGFG

Ziel des besagten Wettbewerbs war es, Schüler für den Schutz der natürlichen Ressourcen zu sensibilisieren und dazu einzuladen, kreative Lösungen für die Einsparung von Rohstoffen zu erarbeiten, umzusetzen und dabei das eigene Konsumverhalten zu überdenken. Die Jury wählte unter allen Einsendungen 49 Gewinner, darunter auch drei Leuchtturmprojekte aus. Zu diesen Bayernsiegern gehörte auch das MGFG.
Detlef Zenk machte deutlich, dass die "Coffee-to-go"-Gesellschaft viel Müll produziert. "Immer mehr Menschen trinken ihren Kaffee aus Einwegbechern. Dabei entstehen nicht nur Müllberge, die Behältnisse verbrauchen auch in der Produktion immense Ressourcen." 320 000 Pappbecher werden Zenk zufolge in Deutschland stündlich verbraucht, im Jahr summiert sich dies auf drei Milliarden Stück. Übereinander gestapelt ergäben diese eine Länge von 300 000 Kilometern.
Berlin plant derzeit ein einheitliches Mehrwegsystem. Auch der Freistaat Bayern will Strategien entwickeln, um den enormen Verbrauch von "Coffee-to-go"-Bechern einzudämmen. Der "KulmBecher" mit seinem Ansatz "Mehrweg to go" geht laut Detlef Zenk genau in diese Richtung. Als nächster Schritt sei im Landkreis Kulmbach eine Info-Veranstaltung mit den Betreibern von rund 20 Cafés geplant. Danach soll ein Konzept für die Einführung und für begleitende Werbemaßnahmen erarbeitet werden.
Dagmar Keis-Lechner (Grüne) und Stefan Schaffranek (WGK) begrüßten das Projekt "KulmBecher", auch Zenk selbst räumte ihm gute Chancen ein: "Man muss sehen, wie es angenommen wird und versuchen, eine breite Basis zu schaffen." Der Abfallberater konnte sich bei der Vorstellung des "KulmBechers" auch einen kleinen Seitenhieb auf den Gesetzgeber nicht verkneifen, denn das Problem hätte man durchaus in ein Gesetz zur Müllvermeidung aufnehmen können.
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