Altendorf
Infrastruktur 

"Kürbisland" am Anschlag

Die Altendorfer Kindertagesstätte ist äußerst gefragt, das Personal aber an seiner Grenze angelangt. Es gilt nun, die Vollbelegung zu entzerren. Die Leiterin der Einrichtung gab dem Gemeinderat umfassend Einblick.
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Die Kindertagesstätte "Kürbisland" in Altendorf Foto: Andrea Spörlein
Die Kindertagesstätte "Kürbisland" in Altendorf Foto: Andrea Spörlein
Ausführlich informierte Karin Bengelstorff, Leiterin der Altendorfer Kindertagesstätte "Kürbisland", den Gemeinderat über die aktuellen Sachstand in der Einrichtung. Sie konnte berichten, dass sowohl die drei Kindergartengruppen, als auch die zwei Krippengruppen "über die optimale Gruppengröße hinaus belegt sind".
Der nächste freie Krippenplatz kann erst wieder für den September 2017 angeboten werden. 34 Kinder besuchen die Schulkinderbetreuung von 11 Uhr bis 17 Uhr und man ist froh, dass "nie alle Kinder an einem Tag in der Betreuung sind".
Gern werde die angebotene Ferienbetreuung angenommen. Das ergebe eine durchschnittliche Belegung von 130 Kindern, bei lediglich 22 Schließtagen. Insgesamt 14 Mitarbeiterinnen und eine Hauswirtschaftskraft betreuen den Altendorfer Nachwuchs.
Die Leiterin legte dar, dass in keiner der 47 Arbeitswochen alle Mitarbeiterinnen vor Ort sein konnten. "Die Belastungsgrenzen für das Personal sind sehr schnell erreicht", so Bengelstorff, "wenn der Ausfall durch Krankheit, Urlaub und Fortbildung kompensiert werden muss." Es gibt keine "Springkraft" mehr im Haus und es ist auch keine Ersatzkraft zu haben.
Trotz alledem sieht sie das Team gut aufgestellt. Teamsitzung und Fallbesprechungen kommen nicht zu kurz. So hat man sich bereits Gedanken gemacht, wie die Vollbelegung der Einrichtung zu entzerren wäre. Eine Variante könnte die Betreuung der aktuell 18 Seußlinger Kinder in Seußling sein. Möglich wäre auch die Einrichtung einer Kleinkindergruppe für Kinder von zwei bis vier Jahren, die übergangsweise in einem entsprechenden Container betreut werden können. "Wichtig ist für die Eltern die Qualität der Einrichtung und diese wird auch nachgefragt", berichtete die Einrichtungsleiterin. Bei der eventuellen Beschäftigung von Ehrenamtlichen muss der Träger auf die Qualifikation achten und darüber hinaus sollte sichergestellt sein, dass der Qualifikations- und Anstellungschlüssel gewährleistet ist.
Karin Bengelstorff regte an, über die Bestellung einer stellvertretenden Leiterin nachzudenken. Da sie selbst im letzten Jahr krankheitsbedingt über Wochen ausgefallen ist, habe sich gezeigt, dass Eltern, das Team und der Träger einen Ansprechpartner brauchen, da sonst "sich entweder alle oder niemand verantwortlich fühlt".
Bei der sich anschließenden Diskussion wurden verschiedene Möglichkeiten diskutiert, wie die angespannte Situation entschärft werden könnte. Dies im Hinblick auch auf die neu ausgewiesenen Baugebiete und der weiteren Nachfrage nach Baugrundstücken.


Keine Zuschüsse

Altendorfs Bürgermeister Karl-Heinz Wagner (CSU) informierte den Gemeinderat darüber, dass es keine Zuschüsse und keine Unterstützung vom Freistaat Bayern für eine Ersatzkraft gibt. Diese müsste zu 100 Prozent vom Träger finanziert werden. Außerdem wäre im "Augenblick der Arbeitsmarkt in diesem Bereich völlig leer gefegt". Er will innerhalb der Verwaltung noch einmal die Thematik diskutieren, um zeitnah für eine Verbesserung der Situation zu sorgen. Wagner dankte der Einrichtungsleiterin für ihr "weit über das übliche gehende Engagement und das Herzblut, mit der sie ihre Tätigkeit ausfüllt" und bat auch, den Dank an das gesamte Team auszurichten.
Dipl.-Ing. (FH) Gerhard Wittman vom Büro Wittmann, Valier und Partner erläuterte den Gemeinderäten die Veränderungen im Flächennutzungsplan der Gemeinde im Bereich "Elmen-West". Einstimmig wurde die 6. Flächennutzungsplan-Änderung mit integriertem Grünordnungsplan dann vom Gemeinderat verabschiedet. Hiermit wurde ein weiterer wichtiger Schritt für die geplante Erweiterung der Firma Lohmann-Koester auf den Weg gebracht.
Der Gemeinderat beauftragte den Bürgermeister, mit dem Markt Hirschaid einen Vertrag zur Gründung eines Schulverbands vorzubereiten. Seit 2008 werden die Schüler der Klassen 5 bis 9 aus Altendorf und aus Buttenheim in Hirschaid beschult. Dafür wurde von der Gemeinde Altendorf pro Schüler eine entsprechende Umlage gezahlt. Jedoch beinhaltet der aktuelle Vertrag keine kalkulatorischen Zinsen und keine Abschreibungen. Dies soll nun entsprechend geregelt werden.




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