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Steinfeld
Restaurierung 

Kreuz und Wetterhahn g wieder da

Die Spitze der Steinfelder Kirche wurde rechtzeitig zur Kerwa aufgesetzt.
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Noch kann der Wetterhahn nur etwas aus dem Gerüst herausschauen.  Fotos: Joseph Beck
Noch kann der Wetterhahn nur etwas aus dem Gerüst herausschauen. Fotos: Joseph Beck
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Die Zimmerleute aus Thüringen müssen es gefühlt haben, wie heilig den Franken ihre Kirchweih ist. Jedenfalls haben sie es in vorbildlicher Weise geschafft, dass rechtzeitig zur Steinfelder Kirchweih hoch oben auf dem 33 Meter hohen Turm jetzt wieder die Spitze mit Kreuz und Wetterhahn aufgesetzt werden konnte. Diese war am Tag vorher bei der Abendmesse von Pfarrer Michael Herrmann in der Steinfelder Kreuzkapelle, wo zur Zeit die Gottesdienste wegen der Innen- und Außenrenovierung der Pfarrkirche stattfinden, gesegnet worden.
Die Spitze hat drei Kreuzbalken und oben den Wetterhahn, der sich nun dank Schmiedemeister Siegfried Lang wieder drehen kann und den Steinfeldern die Windrichtung anzeigt. Fest verankert ist dagegen das Kreuz, das in Nord-Süd-Richtung ausgerichtet ist. Die etwa 1,80 Meter lange Spitze und die Kugel darunter, die zusammen rund 50 Kilogramm wiegen, wurden von der Bamberger Firma Robert Dörfler sandgestrahlt, verzinkt und schließlich vergoldet. Die Ministranten und die Handwerker haben Baumwollhandschuhe getragen, damit ja kein Schweiß an das Gold kommt und es weit in die Juralande strahlen kann. Die Holzbalken des Turmes münden oben im sogenannten Kaiserstiel, in den die rot glühende Spitze eingesetzt wurde. Die drei vorher aufgesetzten Ringe halten sie dann festumspannt. In die Kugel darunter wurde eine Dokumenten-Kartusche eingesetzt - die alte war leider leer -, in die Sanierungsdokumente, die Pfarr-Chronik von Maria Kunzelmann und die aktuellen Ausgaben des Fränkischen Tags und des Heinrichsblatts kamen, sowie 3,88 Euro an neuen Münzen. Für Scheine habe leider der Platz und das Geld nicht gereicht, so ein Anwesender. Damit sich diese Dokumente lange halten, hat Siegfried Lang sie fachmännisch vor Ort verlötet. Die Gesamtkosten für die Turmspitze belaufen sich nach Architekt Georg Schilling auf rund 4000 Euro.
Nach dem Abstieg aus luftiger Höhe gab es für alle frisch gebackene Krapfen und Kaffee. Kirchenpfleger Georg Linz dankte allen Beteiligten, besonders aber der Zimmerer- und Dachdeckerfirma Donath mit Stefan und Michael Heinze und Anja Soppa: "Der Dank gilt ganz besonders den Zimmerleuten, die die wesentlich komplizierter und aufwendiger als ursprünglich angedachten Sanierungsarbeiten an der historischen Holzkonstruktion des Turmhelms in nur drei Monaten schnell und in vorbildlicher Weise ausführten." Der bekanntlich sehr schiefe Turm von Steinfeld wurde auf der Wetterseite um 17 Zentimeter angehoben und somit oben an der Spitze wieder von 80 auf 40 Zentimeter Abweichung gerichtet. Die Zimmerleute versprachen, vom Gerüst zwei Etagen rechtzeitig vor der Kirchweih abzubauen, so dass alle die neue Spitze sehen können. Auch die Glocken, die eine Etage tiefer wieder in die ursprüngliche Turmstube auf neue Holzlager kamen, werden von hier aus erstmals wieder zur Freude aller Steinfelder ihre Kirchweih einläuten.

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