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Münnerstadt

Krank ist krank, lieber Herr Blank

Gesundheit ist ein hohes Gut, das pfleglich behandelt werden sollte. Vor Krankheiten ist aber niemand sicher. Münnerstadts Bürgermeister Helmut Blank hat es...
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Gesundheit ist ein hohes Gut, das pfleglich behandelt werden sollte. Vor Krankheiten ist aber niemand sicher. Münnerstadts Bürgermeister Helmut Blank hat es Anfang des Jahres erwischt. Ich wünsche ihm aufrichtig gute Besserung. Dass es ihm wirklich nicht gut geht, das haben die Stadträte und Gäste bei der Wahl des neuen 2. Bürgermeisters am Donnerstag gesehen.
Aber genau das hätte niemals passieren dürfen. Man muss sich das einmal auf der Zunge zergehen lassen: Da sitzt Michael Kastl, der als 2. Bürgermeister zurücktreten will, weil er das Amt angesichts der andauernden Erkrankung des Bürgermeisters nicht mehr mit seinem Beruf vereinbaren kann. Und wen sieht Michael Kastl die Sitzung leiten? Eben jenes erkrankte Stadtoberhaupt. Dass Helmut Blank gekommen ist, um sich bei Michael Kastl zu bedanken, kann man ja vielleicht noch glauben. Wenn er allerdings Kastls absolute Loyalität in den Himmel hebt, dann schwant mir doch ein gewisser Realitätsverlust. Erst der absolute Bruch mit dem Bürgermeister hat die tolle Politik Kastls und des gesamten Stadtrats im letzten halben Jahr möglich gemacht.
Damit hier kein falscher Zungenschlag hereinkommt: Es ist durchaus möglich, dass Helmut Blank aus vorbildlichen Gründen die Sitzung geleitet hat. Nur wird ihm das kaum jemand glauben. Die meisten Gäste vermuteten: Der sei doch nur gekommen, um die Wahl nach seinen Wünschen zu beeinflussen. Die Zweifel wird er nie aus der Welt schaffen können. Und wie soll sich denn da der neue 2. Bürgermeister fühlen? Muss Andreas Trägner jetzt täglich erst im Rathaus anrufen und fragen, ob er tatsächlich die Amtsgeschäfte leitet, oder ob Blank - aus vorbildlichen Gründen selbstverständlich - gerade einmal wieder zurückgekehrt ist? Nein! Helmut Blank ist krank und sollte sich bis zu seiner Wiederkehr aus der Politik raushalten. Alles andere bringt nur Unfrieden.
Andreas Trägner ist jetzt 2. Bürgermeister. Ich finde es toll, welche Töne er anschlägt. Das macht Hoffnung. Großartig auch die Reaktion des Unterlegenen, Klaus Schebler. Ich meine, es war besser für ihn zu verlieren, als möglicherweise durch die Stimme des kranken Bürgermeisters zu gewinnen. Und so sah er es vermutlich auch. So könnte dann wohl auch die ungültige Stimme zu erklären sein.
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