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Zeil am Main

Konzertabend mit Jung-Pianist Jareem Willmore und dem "Zeiler Kammerorchester"

Einen spannenden Konzertabend mit Musik zum Thema "Adieu" bietet das Zeiler Kammerorchester mit dem jugendlichen Pianisten Jareem Willmore und dem Würzburge...
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Einen spannenden Konzertabend mit Musik zum Thema "Adieu" bietet das Zeiler Kammerorchester mit dem jugendlichen Pianisten Jareem Willmore und dem Würzburger Barockgeiger Martin Rothe am Samstag, 29. Oktober, um 19.30 Uhr im Zeiler Rudolf-Winkler-Haus. Unter der Leitung von Oliver Kunkel erklingen etwa Mozarts letztes Klavierkonzert und Joseph Haydns Abschiedssinfonie.
Unter dem Namen "Zeiler Kammerorchester" musizieren zehn geübte Laien aus den Landkreisen Haßberge, Bamberg und Schweinfurt zusammen mit zehn Profi-Musikern. Am ersten Horn etwa ist der Solo-Hornist des Landestheaters Coburg, Martin Osterhammer, zu hören, ein Abschiedskonzert Antonio Vivaldis spielt der Würzburger Barockgeiger Martin Rothe, die Oboen sind mit zwei hervorragenden jungen Würzburger Musikerinnen besetzt.
Mit dem letzten Klavierkonzert trat Wolfgang Amadeus Mozart zum letzten Mal auf ein Konzertpodium. Keine Regeln sind vordergründig zu erkennen, "unzählige Ideen verschmelzen zu einer überirdischen Erzählung, die technisch niemals plakativ-virtuos daher kommen muss", beschreiben es die Veranstalter in einer Pressemitteilung. Der 14-jährige Jareem Willmore, Schüler an den Schweinfurter Walther-Rathenau-Schulen, hat mit Oliver Kunkel bereits einige Auftritte bei den Sommerkonzerten im Park am Stadtturm geleistet. Nun kann er seine Musikalität und Erzählkraft mit der klaren Technik an diesem Werk zeigen. Der erste Preis beim Wettbewerb "Jugend musiziert" auf Landesebene 2016 zeugt von seinem hohen Niveau.
Auch zeitgenössische "Adieu"-Musik ist zu hören: Der französische Komponist George Delereu schrieb die Filmmusik zu dem Indochina-Film "Dien Bien Phu" - ein Violinkonzert voll Wehmut und Weite. Martin Rothe spielt hier die Solovioline. Rothe leitet als Barockgeiger das Ensemble "piu mosso", spielt aber auch in großen Ensembles für David Garrett oder Peter Gabriel. Mit dem letzten Violinkonzert, das Antonio Vivaldi als ausschließlicher Geigenchef in Venedig schrieb, dem D-Dur-Konzert aus "Stravaganza", zeigt er spritzig-mitreißende Barockmusik auf hohem Niveau.


Franz Schuberts Winterreise

Oliver Kunkel ist nicht nur studierter Dirigent und Musiklehrer, er ist ausgebildeter Sänger und Pianist. So steuert er einen Dreischritt durch Franz Schuberts Winterreise bei, die eine der bewegendsten musikalischen Abschiede aus der Welt darstellt: Schubert wandert fremd durch die als Winter erlebte Welt des Lebens und kann nur in die Einsamkeit und schließlich den ersehnten Tod gelangen. Oliver Kunkel singt und begleitet "in einer Hand", fügt den Liedern "Gute Nacht" und "Wegweiser" reflektierende Bachsche Präludien an, bevor er mit dem "Leiermann" den Abschied unumkehrbar macht.
Der Abschied bleibt Thema: Joseph Haydn machte mit seiner Sinfonie Nr. 45 den Abschied augenscheinlich. Weil der Esterazy-Fürst Nikolaus seine Orchestermusiker zu sehr gängelte und dafür zu gering entlohnte, führte ihm Musikchef Haydn vor Augen, wie sein wertvolles Ensemble zerbrechen könnte: im letzten Satz stehen die Musiker mitten im Spiel unvermittelt auf und verlassen einer nach dem anderen den Saal, bis nur noch zwei Geiger einsam vor sich hinspielen. Das ist nicht nur witzig und einzigartig, es entstand hier auch eine besonders starke sinfonische Komposition. Der erste Satz spricht in einer straffen Dramatik, der langsame Satz ist liebevoll. Das Menuett ist ein typischer Haydnscher Spaß, in dem man gar Autohupen zu hören meint und der Schlusssatz ist derart voller Energie und Erregung, dass man das überraschende Ende wahrlich bedauern muss. red

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