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Sand am Main

Kommunen und Bürger stehen geschlossen gegen die Ausweitung der Kiesabbauflächen

Die Bürgerinitiative (BI) "Sand bleibt" hatte zu einer Kundgebung am Siedlerheim geladen, über 50 Bürger sowie der Sander Bürgermeister Bernhard Ruß, der Ze...
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Bürger und Politiker an einem Tisch: Sie wollen die Ausweitung des Kiesabbaus in der Gemeinde Sand verhindern. Foto: René Rupprecht
Bürger und Politiker an einem Tisch: Sie wollen die Ausweitung des Kiesabbaus in der Gemeinde Sand verhindern. Foto: René Rupprecht
Die Bürgerinitiative (BI) "Sand bleibt" hatte zu einer Kundgebung am Siedlerheim geladen, über 50 Bürger sowie der Sander Bürgermeister Bernhard Ruß, der Zeiler Bürgermeister Thomas Stadelmann und je ein Vertreter der regionalen Volksparteien folgten dem Aufruf. Eine seltene Einigkeit aller Parteien und zweier benachbarter Kommunen konnte man im Kampf gegen die von einer Firma beantragte Ausweitung der Sand- und Kiesabbauflächen beobachten.
Zwei BI-Mitglieder und zugleich direkt Betroffene aus dem Maintal, Alfred Weiß (Bürger Sand-Siedlung) und Heinrich Schmitt (Landwirt und Bürger Sand-Wörth), kamen zu Beginn der Kundgebung zu Wort. "Wenn dieses Vorhaben verwirklicht wird, werden viele Sachen passieren, die man jetzt noch gar nicht sieht. Wir müssen es mit der Angst zu tun bekommen, und das wollen wir auf jeden Fall verhindern und drum müssen wir jetzt Stopp sagen, alle zusammen, es gibt keine andere Entscheidung", so Weiss. Aus eigener Erfahrung weiß der Landwirt Schmitt, dass "die Hochwassergefahr enorm gestiegen ist, die Strömungen sind zum Teil wie eine Fontäne. Ich stelle mir die Frage, ist der Profit eines Unternehmens wichtiger als die Menschen, die Gefahren ausgesetzt werden?"


Damm nicht realisierbar?

Für Schmitt ist der vorgeschlagene Damm gegen die stärkere Strömung ein nicht realisierbarer Vorschlag, weil auf der südlichen Wörther Seite zirka 80 Meter offen bleiben. So wird die Strömung extremer auf die Häuser zugeleitet. "In dem Bereich sind hochwertige Äcker, die für alle Zeiten vernichtet werden."
Anschließend bekräftigte Sands Bürgermeister Bernhard Ruß noch einmal sein Engagement gegen die Ausweitung des Abbaugeländes und machte deutlich, dass seine Gemeinde für die "Billigkiesstrategie" eines Unternehmers kein erhöhtes Hochwasserrisiko in Kauf nehmen wird. Zudem lehnte er nochmal den geplanten Querdamm durchs Maintal kategorisch ab: "Der müsste in 200 Jahren noch funktionieren, wer pflegt ihn solange und wer gewährleistet uns das?"
Sein Amtskollege aus Zeil, Thomas Stadelmann, versprach die absolute Solidarität der Stadt Zeil zu seinen südlichen Nachbarn: "Haltet durch, wir kämpfen mit Euch." Stadelmann informierte die Anwesenden über den Beschluss der letzten Stadtratssitzung, dass nämlich keine Grundstücke für den Sandabbau verkauft werden.
Es folgten als Redner die Parteivertreter Gerhard Zösch (CSU), Paul Hümmer (SPD), Jörg Kümmel (FSB), Sabine Schmidt (Linke) und Harald Kuhn (Grüne). Alle sprachen der Bürgerinitiative ihre Unterstützung zu und man war sich sogar einig, dass es im Kampf um die Heimat, gegen die Landschaftsausbeute und für den Hochwasserschutz kein Parteidenken braucht. Der Zweite Bürgermeister von Sand, Gerhard Zösch, sprach davon, dass "ein Ruck durch Sand" gehen muss und alle Bürger aufgerufen sind, nicht nur die vom Hochwasser direkt Betroffenen.
Eine Spaßrede vom Sander Urgestein "Bertla" über den Main, Baggersee und Bratwürste durfte auch nicht fehlen. Auch ein Vertreter der Feuerwehr sprach sich gegen die erhöhte Hochwassergefahr aus. Die Schlussrede hielt der Sprecher der BI, Mark Werner, der die Veranstaltung auch moderierte. Er machte noch einmal deutlich, dass der Verlust von Heimat und die Folgekosten von Hochwasserschäden alle Sander bezahlen müssen. Die Unterstützung aus dem Hauptort ist bereits enorm, aber es können gar nicht genug Einwände beim Bergamt gegen dieses Abbauvorhaben eingereicht werden. Dieser Aufruf ging auch an alle talwärtigen Nachbarkommunen. "Das Hochwasser, das bei uns nicht mehr gespeichert werden kann, weil man die Sedimente verschleudert hat, kommt garantiert in Knetzgau, Augsfeld und Haßfurt an!", so Werner und fügte hinzu, dass "auf unseren glatten Seeflächen das Hochwasser an Geschwindigkeit gewinnt, talwärts hat man unter erhöhten Flutspitzen zu leiden!" Anschließend bot man allen Interessierten an, bei der Formulierung eines Einwandes behilflich zu sein. Die BI wird auf Ihrer Internetseite www.sand-bleibt.de Einwände veröffentlichen, steht aber natürlich auch persönlich zur Verfügung. "Man kann den Sandern nur wünschen, dass diese geballte Einigkeit ihren Widerhall in einer Vielzahl wirkungsvoller Einwände findet", so Werner.

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