Blaich
Auftritt 

Köstlich wie Gerstensaft

Die Gruppe "Bier gewinnt" feierte eine mitreißende Premiere im Brauereimuseum. Das Trio präsentierte ein Programm mit Liedern und Geschichten rund ums Bier.
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Andreas "Res" Richter, David Saam und Christoph Lambertz (von links) präsentierten ein feucht-fröhliches Programm mit viel Musik. Foto: Jürgen Scheibe
Andreas "Res" Richter, David Saam und Christoph Lambertz (von links) präsentierten ein feucht-fröhliches Programm mit viel Musik. Foto: Jürgen Scheibe
"Bringt uns rein gut's Bier!", tönten Richter, Saam und Lambertz gleich zu Beginn durch den Saal. Uli Wagner vom Brauereimuseum erhörte ihr Flehen und schenkte erst einmal eine Runde ein. Der Anstich des neuen Osterfestmärzens aus der Museumsbrauerei hätte keinen würdigeren Rahmen erhalten können, als die Weltpremiere der neuen Formation "Bier gewinnt".


Zwei Franken und ein Bayer

Wenn drei versierte Berufsmusiker wie Andreas "Res" Richter, David Saam und Christoph Lambertz - zwei Franken und ein Bayer - eine neue Band mit dem Namen "Bier gewinnt" ins Leben rufen, darf man Großes erwarten. Die Zuhörer wurden nicht enttäuscht.
Fernab von jedem volkstümlichen Kitsch präsentierten die drei Multiinstrumentalisten im Brauereimuseum ein köstliches Programm mit Liedern und Geschichten rund ums Bier.
Die musikalische Reise durch die Geschichte des Gerstensafts begann im Jahr acht nach Christus. Wer hätte gedacht, dass die Römer bereits an der Isar durch die Bayern gestoppt wurden, wo sie mit Bier und fünf Pfund Leberkäs' so träge gemacht wurden, dass sie die Schlacht im Teutoburger Wald einfach nicht mehr gewinnen konnten? Eine erfrischende Neuinterpretation des Liedes "Als die Römer frech geworden" mit einer bierigen Pointe: "Die Moral von dem Gedichte - so schreibt man mit Bier Geschichte."


Dudelsack und Ukulele

Auch die Instrumentalbeiträge wie der Walzer "Flüssiges Gold" oder die "Salvator-Polka" überraschten durch die Virtuosität der drei Musiker, die eine Vielzahl an Instrumenten - Kontrabass, Bassklarinette, Mandola, Dudelsack, Akkordeon, Bratsche, Ukulele, Gitarre, Klarinette, Ferkeltuba, Tin Whistle, Nasenflöte - auf die Bühne zauberten und damit alten Liedern neues Leben einhauchten. Das alles ohne Verstärker und Mikrofon. Die alten Texte wurden behutsam mit viel Humor in die Gegenwart transferiert und in den hopfen- und malzbetonten Kontext des Abends gesetzt.
Lokalkolorit gab es schließlich beim Mitsingstück, einem Kanon zur Melodie von "Bruder Jakob". Von "Res" Richter erfuhren die Zuhörer, dass Würzburger Bier das erste fränkische Export-Bier nach Übersee gewesen sein soll und so seinen Weg an den Broadway gefunden habe - dokumentiert in dem Musical-Lied "Down where the Würzburger flows".
Garniert wurden die Musikbeiträge mit witzigen Anekdoten, Zeitungsausschnitten und Zitaten berühmter Persönlichkeiten wie Thomas Woolf, Carl von Linné oder Frank Zappa, die alle zu Lebzeiten ihre Meinung zum Bier kundtaten.


Die "Bieramiden" in Ägypten

Unter anderem erfuhren die Zuhörer, dass schon die alten Ägypter Bier brauten und bei der Gelegenheit auch gleich die Bierkeller erfanden. Allerdings hießen die da noch "Bieramiden". Zur Freude der Zuhörer wurde nicht nur vom Bier gesungen: Braumeister Robert Boser stach das erste Fass des "flüssigen Brotes" zur Osterzeit an, und natürlich durfte jeder Gast das Osterfestmärzen versuchen.
Es ist, solange der Vorrat reicht, in der Ein-Liter-Bügelverschlussflasche oder auf Vorbestellung im Partyholzfass im Museumsshop der Museen im Mönchshof für zu Hause erhältlich.

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