Wirsberg

Königliches Spiel: Baille-Maille

Reinhard Stelzer zeigt in einem Vortrag am Donnerstag, 17. März, die historische Entwicklung des ursprünglich königlichen und heute gänzlich vergessenen Spi...
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Reinhard Stelzer zeigt in einem Vortrag am Donnerstag, 17. März, die historische Entwicklung des ursprünglich königlichen und heute gänzlich vergessenen Spiels Baille-Maille und seiner Anlagen an den europäischen Fürstenhöfen. Dabei wird er insbesondere auch auf die Entstehung, die Zerstörung und die Wiederanlage der Himmelkroner Baille-Maille-Lindenallee eingehen. Der Vortrag findet im Landgasthof Friedrich, Trebgast, um 19.30 Uhr statt. Veranstalter sind das Colloquium Historicum Wirsbergense und der Förderkreis Himmelkron.
Anlässlich der Geburt seines Thronfolgers gab der französische König, Ludwig XIV. (1638-1715 ), genannt der Sonnenkönig, ein rauschendes Fest, bei dem er auch sein Können beim königlichen "Jeu de Mail" vor 15 000 Zuschauern, meist Angehörigen des Hofes, zeigte. Ursprünglich im 15. Jahrhundert aus Italien kommend, erreichte es fast alle europäischen Fürstenhöfe.


Aus Frankreich mitgebracht

Der Bayreuther Markgraf Christian Ernst von Brandenburg (1644-1712) begegnete diesem Spiel der Aristokraten vermutlich auf seiner Kavalierstour durch Frankreich. Kurz darauf entstanden in der Residenzstadt Bayreuth im Hofgarten, der Eremitage und sogar an seiner Sommerresidenz in Himmelkron Baille-Maille-Spielanlagen. Nach französischem Vorbild bestand diese Anlage aus einer vierfachen Baumreihe - jede Reihe mit 200 Linden.
Im Winter 1792 wurde die Lindenallee umgehauen. Es sollte rund 200 Jahre dauern, bis beherzte Himmelkroner sie maßstabsgetreu wieder anlegten. Aus dem beispielhaften bürgerschaftlichen Engagement, immerhin wurden sämtliche Bäume gespendet, entwickelte sich schließlich ein in Europa einmaliger Natur- und Kulturschatz. Die Baille-Maille-Lindenallee wurde als Außenstelle der Landesgartenschau in Bayreuth mit aufgenommen. red

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