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Kloster Banz

Klassik trifft Jazz: von rau und wild bis zärtlich und leidenschaftlich

Klassik und Jazz beißen sich nicht. Denn eigentlich kann jedes Instrument swingen. Das bewiesen sieben Profis mit dem Konzert "Jam Session - Jazz Musicians ...
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Jazz trifft Klassik im Kaisersaal des Klosters Banz (von links): Michael Hamann, Christof Kuen (Viola) Achim Melzer, Christian Hellwich, Kim Barth. Foto: Andreas Welz
Jazz trifft Klassik im Kaisersaal des Klosters Banz (von links): Michael Hamann, Christof Kuen (Viola) Achim Melzer, Christian Hellwich, Kim Barth. Foto: Andreas Welz
Klassik und Jazz beißen sich nicht. Denn eigentlich kann jedes Instrument swingen. Das bewiesen sieben Profis mit dem Konzert "Jam Session - Jazz Musicians Meet Classical String Players". Es wurden Werke von Ludwin, Piazolla und Garner interpretiert und darüber hinaus gab es zahlreiche freie Jazz-Improvisationen zu hören.
Christian Hellwich am Bass fungierte als primus inter pares. In seiner Band waren Kim Barth (Flöte und Saxophon) und Günter Schmuck (Klavier) zu hören. Aus den Reihen der Bamberger Symphoniker setzte sich das Streicher-Ensemble zusammen mit Michael Hamann und Michael Stürzinger (Violine), Christof Kuen (Viola) und Achim Melzer (Violoncello).
Die abwechslungsreiche Musik im Kaisersaal klang fast filmisch: Mal war ein Satz mehr vom Jazz, dann wieder mehr von der Klassik inspiriert. Neben einer starken musikalischen Farbigkeit war das Miteinander der Musiker beeindruckend. Man hörte witzige Kantigkeiten aus Streichern, aber sehr chromatisch und virtuos gespielt.
Brillante Soli, das weiche Tremolo mit Murmeln des Saxophons hier niedrig und hoch, dann wieder "bang" - das rockte etwas funky, so wie "Klassik trifft Jazz" sein sollte.
Begeisterung spürte man bei den Zuhörern, wenn das Sopransaxophon sanft in das Gewebe der Notenfolge in die Öffnung des Stücks griff, in einer Art Bolero-Rhythmus, dem sich die Streicher einfügten.
Piazollas Libertango war eine Hommage an den argentinischen Tangomeister Astor Piazzolla. Fernab von bloßem Schönklang spürte Kim Barth die Wurzeln des Tango auf: Rau und wild sind diese Klänge, zärtlich und leidenschaftlich, immer voll pulsierender Vitalität.


Mit viel Gefühl

Ausdrucksstark waren auch die Klaviersoli, die Günter Schmuck in brillanter Virtuosität aufregend, doch gefühlvoll interpretierte. Jede Menge Spaß hatten die Musiker, sei es bei puertoricanischen Tänzen, kubanischen Boleros, dem Rhythmus karibischer Musik oder flammenden Salsa-Partys mit Frage- und Antwort-Soli. Der Cellist leimte fließend Jazzvituosen und Streicher zusammen.
Christian Hellwich, der leise manchmal ganz behutsam begann, kaum wahrnehmbar seinen Kontrabass mit allergrößter Vorsicht zu streicheln, brachte aber dann kraftvoll die Saiten zum Schwingen.
Das berühmteste Stück lateinamerikanischer Musik kam zum Schluss. Als Zugabe spielte das Ensemble "Bésame mucho", ein in unterschiedlichen Musikstilen interpretiertes Liebeslied der neueren Musikgeschichte des mexikanischen Komponistin Consuelo Velázquez, die auch den Text verfasste.


Internationaler Jazzstandard

Das Lied entwickelte sich zum internationalen Hit und zum Jazzstandard weltweit. Das Saxophon führte die Melodie dieser Komposition, die von den Streichern, Bass und dem Pianisten aufgenommen wurde.
Veranstaltet hatte das Konzert die Akademie für Naturheilkunde in Salzburg, die am Wochenende ein Seminar in Banz durchführte. Akademieleiterin Heidi Friedberger: "Wir wollten unseren Seminarteilnehmern zum Ausklang etwas Besonderes bieten, Musikfreunde aus Oberfranken waren eingeladen."
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