Königsberg in Bayern

Klar Schiff im alten Rathaus

Politik  Der Königsberger Stadtrat liebäugelt mit einer Räumaktion im alten Unfindener Rathaus. Bei der letzten Sitzung war auch der Ausbau des Breitbandnetzes Thema. Für das Königsberger Hallenbad werden händeringend Betreiber gesucht.
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Über die zukünftige Verwendung des ehemaligen Rathauses in Unfinden wird demnächst eine Bürgerversammlung abgehalten.  Foto: Gerold Snater
Über die zukünftige Verwendung des ehemaligen Rathauses in Unfinden wird demnächst eine Bürgerversammlung abgehalten. Foto: Gerold Snater
von unserem Mitarbeiter Gerold Snater

Königsberg — Der Dachboden des früheren Unfindener Rathauses soll aufgeräumt werden, das Breitbandnetz ausgebaut und das Hallenbad an einen Betreiber vermittelt werden. Das sind die Themen, die die Königsberger in der ersten Stadtratssitzung nach der Sommerpause beschäftigten.
Das Bauamt stellte bei einer Besichtigung des alten Rathauses im Stadtteil Unfinden fest, dass vor allem auf dem Dachboden viel Gerümpel liegt. Aus Sicht der Stadt ist da eine Räumaktion dringend nötig, wie der Stadtrat erfuhr. Ortssprecherin Eva Rügheimer schlug eine Entrümpelungsaktion durch die Dorfgemeinschaft vor. Und sie regte an, sich in einer Bürgerversammlung in Unfinden Gedanken über die weitere Verwendung des Rathauses zu machen. Der kommissarische Bürgermeister Claus Bittenbrünn griff diese Idee auf: In Unfinden soll es zeitnah eine Bürgerversammlung geben.

840 000 Euro für Breitbandnetz

Das schnelle Internet beschäftigte auch den Stadtrat. Denn mit der Breitbandinitiative erhalten die Kommunen Finanzmittel für den Netzausbau vor Ort als Zuschuss. Für die Stadt Königsberg beträgt die Höchstfördergrenze 840 000 Euro.
Landkreisweit hat das Landratsamt Haßberge schon mitorganisiert. Die Regionalplanungsstelle des Landkreises hat die interkommunale Zusammenarbeit zwischen den Städten Königsberg und Zeil zur Versorgung von Altershausen (Königsberg) und Bischofsheim (Zeil) überprüft. Königsberg muss innerhalb des Verfahrens nach Abschluss der Markterkundung mit der Ausschreibung beginnen, und dazu wurde das Stadtgebiet in Lose eingeteilt.

Problem Altershausen

Ein Los sind Unfinden, Hellingen, Römershofen und Junkers dorf. Holzhausen ist über "Schnell im Netz" (Stadtwerk Haßfurt) versorgt. Dörflis, Kottenbrunn, Köslau und Hofstetten sind im "Oberland" ein Los. Hier muss man entscheiden zwischen Funk und Glasfaserkabel. Problematisch ist Altershausen - eventuell kann man hier schnelles Internet einrichten über die Anbindung nach Sechsthal. Ähnlich ist es mit Dörflis und Bischofsheim (Glasfaserkabel).
Die Stadt Königsberg selbst bleibt außen vor: Hier hat Kabel Deutschland mit einer, wie sie signalisierte, ausreichenden Versorgung die Hand drauf. Der Fördersatz für Königsberg beläuft sich auf 20 Prozent. Ob mehr drin ist wegen der prekären Finanzlage? Das müsste geprüft werden. Jedenfalls kommt man mittels kommunaler Zusammenarbeit an einen jeweiligen Zusatzzuschuss von 50 000 Euro ran. Claus Bittenbrünn und der "Breitbandpate der Stadt Königsberg", Johannes Mücke, stellten diese Eckdaten vor. In der Diskussion fanden auch die Stadträte, dass Kottenbrunn momentan ausreichend versorgt wäre. Müsste man nicht auch die bisherigen Breitband-Ausbauten erneuern?

Gewerbe braucht schnelles Netz

Möglicherweise ja, denn die früheren Werte liegen weit unter den heute für das Gewerbe üblichen 30 bis 50 Megabit pro Sekunde. Und so müsste auch der Gewerbetrieb am Schafhof in Königsberg von Königsberg oder Unfinden her neu versorgt werden. Überhaupt stehen im Blickpunkt der Breitbandinitiative die Selbstständigen und Gewerbetreibenden; die Bürger sind quasi Nutznießer.
Die Kosten für die Breitbandberatung übernahm bisher der Landkreis; das läuft noch bis November. Ab dann müssen die Gemeinden anfallende Kosten für die Beratung selbst zahlen.
Das Gremium beauftragte die Verwaltung, das Verfahren fortzuführen. Zweiter Bürgermeister Claus Bittenbrünn hob hervor, die Stadt müsse verhindern, dass der Anschluss an die technische Entwicklung in den Nachbarlandkreisen verlorengeht. Dies hätte gravierende negative Auswirkungen auf die Ansiedlung von Gewerbe und Familien. Die finanziellen Möglichkeiten müssten soweit wie irgend möglich ausgeschöpft und Eigenmittel im Haushalt 2015 oder 2016 vorgesehen werden.

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