Memmelsdorf

Kinderhort wird nach Litzendorf verlegt

Bei der jüngsten Sitzung ging es auch um die Frage, wo rund 40 Kinder nach der Schule betreut werden sollen.
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Etwas Geduld und rund eineinhalb Stunden "Wartezeit" mussten die Eltern und Mitglieder des Elternbeirates der Kindertagesstätte vom Haus für Kinder am Ellernbach aufbringen, ehe sich der Gemeinderat Litzendorf mit der Zukunft des Kinderhorts beschäftigte. Unter den Eltern hatte sich im Vorfeld großer Unmut breitgemacht, als öffentlich bekannt geworden ist, dass das Förderzentrum Scheßlitz mit vier Schulklassen in die ehemalige Grundschule in Pödeldorf einziehen soll.
In Briefen an die Gemeindeverwaltung und die Gemeinderäte - einer erreichte auch die Lokalredaktion - fürchteten sie unter anderem, dass der ebenfalls in der Schule in Pödeldorf untergebrachte Kinderhort ab August auf der Straße stehen könnte. Ebenso beklagten sie mangelnde Transparenz und dass sie nicht rechtzeitig in die Pläne miteinbezogen worden seien. Daher forderten die Erziehungsberechtigten die Gemeinderäte im Vorfeld auf, keine Entscheidung herbeizuführen und das Thema zu vertagen, bis alle aus ihrer Sicht offenen Fragen geklärt seien.
Bürgermeister Wolfgang Möhrlein (CSU) fand in der Sitzung deutliche Worte und schilderte ausgiebig die Situation. Er erinnerte dabei an die Zeit vor zwei Jahren, als beschlossen wurde, den Kinderhort nach Pödeldorf zu verlegen. Damals hätte es unter den Eltern einen großen Widerstand gegeben.


Freiwillige Leistung

Nicht stehen lassen wollte der Bürgermeister zudem den Vorwurf, Litzendorf sei nicht familienfreundlich. "Der Kinderhort ist eine freiwillige Leistung der Gemeinde. Und obwohl wir nicht dazu verpflichtet waren, haben wir zusätzlich die Transportkosten der Hortkinder von Litzendorf nach Pödeldorf übernommen. In anderen Städten und Kommunen müssen die Eltern selbst schauen, wie sie ihre Kinder in den Hort bringen", so Möhrlein. Ferner koste jedes Hortkind die Gemeinde zwischen 800 und 1000 Euro. Allein die Personalkosten für die vier Erzieherinnen würden jährlich mit rund 133 000 Euro zu Buche schlagen.
In diesem Zusammenhang bemängelte Möhrlein auch die aktuelle Auslastung des Kinderhortes. Es möge vielleicht an der Zeit vor den Ferien liegen, aber er habe in den letzten Tagen den Hort öfters besucht und zu keinem Zeitpunkt seien dort mehr als elf Kinder zur Betreuung anwesend gewesen, obwohl 40 angemeldet seien. Der Bürgermeister verteidigte ferner den Beschluss, dem Förderzentrum Scheßlitz, das aus allen Nähten platze, in der Pödeldorfer Schule Platz für vier Schulklassen einzuräumen. Zumal, wie er betonte, unter den dort beherbergten Schülern auch zehn aus der eignen Gemeinde stammten.
Zwar räumte Möhrlein ein, dass vieles kurzfristig hatte entschieden werden müssen, er aber immer die Verantwortlichen miteinbezogen habe. "Und wenn Sie heute den Gemeinderat auffordern, die Sache zu vertagen, dann wird es im August definitiv keinen Kinderhort geben", warnte er die anwesenden Eltern. Denn es sei die letzte Sitzung der Räte vor den Sommerferien.


Menge an Vorteilen

Zumal eine Vertagung absolut nicht nötig sei, da ein Alternativstandort für den Kinderhort inzwischen ausfindig gemacht werden konnte: nämlich im ersten Stock der Grund- und Mittelschule in Litzendorf. Diese Alternative böte gegenüber der Unterbringung in Pödeldorf ein Menge an Vorteilen. So hätten dort die Kinder wesentlich mehr Platz, denn dort stünden ein 60 Quadratmeter großer Raum, mehrere Klassenzimmer sowie zwei kleinere Räume zur Verfügung. Die Kinder könnten aber auch zum Spielen die Freiflächen der Schule nutzen. "Zudem bietet die Litzendorfer Schule wesentlich mehr Sicherheit. Das ehemalige Schulhaus in Pödeldorf steht immer offen. Es gibt keine Kontrolle, wer hier rein- oder rausgeht", so Möhrlein. Auch fiele der Transport weg, da die Kinder morgens im Erdgeschoss unterrichtet würden und nach der Schulzeit nur einen Stock höher zur Hortbetreuung gehen müssten.
Einen Diskussionsbedarf sahen die Räte im Anschluss an das relativ lange "Plädoyer" des Bürgermeisters nicht. Lediglich zwei Wortmeldungen gab es. Und so stimmten am Ende 20 Gemeinderäte (einer fehlte) geschlossen ohne Gegenstimme dafür, dass das Förderzentrum Scheßlitz seine Räume in der Pödeldorfer Schule bekommt und dass ab nächstem Schuljahr der Kinderhort nach Litzendorf in die Grund- und Mittelschule verlegt wird.

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