Michelau

Kennen, schätzen und schützen

Michelau — Bis zu 35 Kilo schwer und 1,30 Meter groß kann ein ausgewachsener Biber werden. "So groß und so schwer wie ein achtjähriges Kind", erklärt Brigitte Pfister. Die Natursch...
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Zur Exkursion am Rudufersee hatte Brigitte Pfister (Zweite von rechts) einen Biber als Anschauungsobjekt mitgebracht.  Foto: Gerda Völk
Zur Exkursion am Rudufersee hatte Brigitte Pfister (Zweite von rechts) einen Biber als Anschauungsobjekt mitgebracht. Foto: Gerda Völk
Michelau — Bis zu 35 Kilo schwer und 1,30 Meter groß kann ein ausgewachsener Biber werden. "So groß und so schwer wie ein achtjähriges Kind", erklärt Brigitte Pfister. Die Naturschutzfachkraft am Landratsamt Lichtenfels hatte sogar ein Anschauungsobjekt mitgebracht. In der Realität begegne man jedoch selten einem ausgewachsenen Biber.
Gut ein Dutzend Interessierte hatten sich am Sonntagnachmittag am Rudufersee nahe Schwürbitz eingefunden. Hier entstand im Rahmen des Life-Natur-Projekts vor einigen Jahren ein Erlebnisweg, der über die verschiedenen Lebensräume im "Oberen Maintal" informiert.
Brigitte Pfister ist so etwas wie eine Fachfrau für Biber. "Man stellt sich einen Biber immer in der Größe eines Murmeltiers vor", sagt sie. Dabei ist das Tier in der Realität deutlich größer.
Die meisten Exkursionsteilnehmer waren nicht nur von dessen Größe überrascht, sondern auch von seinem weichen Fell. Am Rücken besitzt der Biber rund 12 000 Haare pro Quadratzentimeter, am Bauch sind es fast doppelt so viele. Das hängt damit zusammen, dass der Biber keinen Winterschlaf hält und sich auch im Winter im eiskalten Wasser aufhält. Sein dichtes Fell war der Grund, weshalb er stark bejagt wurde und im 19. Jahrhundert fast als ausgestorben galt.
Ab 1965 hat der Bund Naturschutz damit begonnen, den Biber wieder auszuwildern. Ein Tier, das gut ans Wasser angepasst ist und sich hauptsächlich von Grünpflanzen ernährt. Genauso gerne frisst er aber Maiskolben und Äpfel.
An insgesamt dreizehn Stationen erfahren die Besucher heuer viel über die verschiedenen Lebensräume rund um den Main. Im Rahmen des Life-Natur-Projektes wurden die Ufer der Baggerseen abgeflacht, damit Vögel im Flachwasser auf Nahrungssuche gehen können. In den Abflachungen konnten sich im Laufe der Zeit auch eine Reihe von Pflanzen wie Schwertlilien oder Röhrichte ansiedeln.
Immer wieder war der Gesang von Nachtigall, Fitis oder Mönchsgrasmücke zu hören. Angesichts der vielen Schlauchboote am See machten sich die Wasservögel jedoch rar. Außer einem Haubentaucher gab es noch eine Gruppe von Kanadagänsen zu sehen, die mit ihren Jungen auf dem Wasser unterwegs waren. Eigentlich müsste es noch Stockenten, Reiherenten und Blesshühner geben, so jedenfalls ist es auf einem Informationsschild zu lesen. Im Rahmen des Life-Natur-Projekts wurden auch flache Mulden auf Wiesen angelegt, in denen das Wasser länger stehen bleibt und somit Nahrung für durchziehende Vögel bietet, erklärt Pfister. In der Nachmittagssonne umschwirrten Libellen und Schmetterlinge blaue Acker-Witwenblumen. Ein schmaler Trampelpfad führte in das Wildnisgebiet Auwald. Auwälder zählen zu den besonders artenreichen Lebensräumen Mitteleuropas. Die besonders üppige Vegetation ist das Ergebnis regelmäßiger Überschwemmungen. Für Brigitte Pfister ist der Rudufersee ein gelungener Kompromiss. Auf der einen Seite ist er geprägt von einer vielfältigen Natur, auf der Nordseite bietet er Raum für Freizeitaktivitäten. Zur Exkursion hatte die Kreisgruppe Lichtenfels des Bund Naturschutzes (BN) eingeladen. "Kennen, schätzen und schützen ist ein Anliegen, dass der Bund Naturschutz verfolgt", erklärt Anton Reinhardt, der Vorsitzende der BN-Kreisgruppe Lichtenfels. Gerda Völk

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