Kasendorf

Keine Idee fürs "Schwarze Roß"

Bürgerwerkstatt Die Kasendorfer machen sich sorgen um Arbeitsplätze und medizinische Versorgung, über die Nahversorgung und die Gaststätten. Auch der Tourismus war ein Thema.
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Konkrete Ideen für die künftige Nutzung des "Schwarze Roßes" in Kasendorf hatten auch die Bürger keine. Fotos: Sonja Adam
Konkrete Ideen für die künftige Nutzung des "Schwarze Roßes" in Kasendorf hatten auch die Bürger keine. Fotos: Sonja Adam
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von unserer Mitarbeiterin Sonja Adam

Kasendorf — Den Wirtschaften fehlen die Gäste, zudem ist die Nachfolge nicht geregelt. Auch um die örtliche Nahversorgung machen sich die Kasendorfer Sorgen. Das war ein Ergebnis der Bürgerwerkstatt im Musikheim. Man müsste eben den Tourismus stärken. Schließlich habe Kasendorf eine herrliche Landschaft zu bieten und viele Wanderwege. Nur die Ausschilderung lasse zu wünschen übrig, monierten die rund 20 Bürger und Gemeinderäte, die gekommen waren.
Konkret wünschen sich die Bürger, dass die Internetpräsenz verbessert wird und dass Touristen animiert werden, länger zu bleiben. Sehr schön wären außerdem der Radwegausbau Richtung Fränkische Schweiz und ein Wohnmobil stellplatz.
Zum Themenbereich Bauen und Wohnen machen die Leerstände Sorgen. Außerdem fehlten Gehsteige innerorts. Und in Kasendorf könnten sich ältere und gehandicapte Menschen nicht barrierefrei fortbewegen. Man wünsche sich neue Wohnformen für Senioren, möglicherweise ein Seniorencafé.
Die Kasendorfer möchten, dass der Markt die Leerstände besser vermarktet und dass die Nahversorgung gesichert wird. Der Bürgerbus, der einmal pro Woche nach Thurnau fährt, wurde von der Bevölkerung positiv bewertet. Das Angebot könnte aber noch ausgebaut werden.


Kein Zahnarzrt im Ort

Ein echter Mangel sei zudem, dass kein Zahnarzt vor Ort sei, brachten die Bürger ein. Die Nahversorgung mit Lebensmittel sei in Gefahr. Außerdem wünschten sich die Bürger eine Tagespflegeeinrichtung für Senioren und andere Angebote der Seniorenhilfe.
Immerhin die Unternehmen und das Handwerk seien gut aufgestellt. Doch es müsste Möglichkeiten geben, junge Leute nach Kasendorf zu bringen. Man müsste Pendler, die nur zur Arbeit kommen, auch im Ort ansiedeln. Außerdem sollte im Zuge des interkommunalen integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (ISEK) auch eine Energieautarkie angestrebt werden. Einige Bürger bemängelten, dass das Nahwärmenetz nicht gebaut wurde und man stattdessen auf Gas setze.
"Was die Bürger zusammengetragen haben, ist sicherlich interessant, obwohl keine neuen Ideen dabei waren. Aber wir werden sehen, wie wir die Vorschläge aufgreifen und ein Konzept daraus erstellen", kommentierte Bürgermeister Bernd Steinhäuser (CSU). Die Zukunft des "Schwarzen Roßes" konkret wurde nicht thematisiert. "Aber vielleicht lässt sich ja ein Konzept ausarbeiten. Das wird man noch sehen", so Steinhäuser.


"Es geht um ein Paket"

"Weil es sich um ein interkommunales Konzept für Kasendorf und Wonsees handelt, dauert das sicherlich etwas länger. Aber es geht um ein Paket", erklärte Michael Mohnkorn von der Regierung von Oberfranken. Das ISEK lege großen Wert auf Ideen der Bürger.
Juliane Kerst und Philipp Ruhstorfer vom Büro IPU in Erfurt werden die Ideen auswerten. Am 24. November ab 19.30 Uhr soll das Ergebnis in einer gemeinsamen Sitzung für beide Kommunen im Musikheim in Kasendorf vorgestellt werden.
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