Coburg

Kein Platz für Fremdenhass

Auszeichnung  Das Coburger Alexandrinum erhält den Titel "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage".
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Das Gymnasium Alexandrinum hat am Mittwoch offiziell den Titel "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" erhalten. Im Bild (von links) Philip Menzel, Franz Stopfer, Samira Pflaum und Thomas Nowak. Fotos: Gabi Arnold
Das Gymnasium Alexandrinum hat am Mittwoch offiziell den Titel "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" erhalten. Im Bild (von links) Philip Menzel, Franz Stopfer, Samira Pflaum und Thomas Nowak. Fotos: Gabi Arnold
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von unserer Mitarbeiterin Gabi Arnold

Coburg — "Fremdenhass, Ausländerfeindlichkeit und Ausgrenzung sollen an unserer Schule keinen Platz haben." Das sagen Philip Menzel und Samira Pflaum. Die Schüler gehören zur sozialwissenschaftlichen Lerngruppe des Gymnasiums Alexandrinum. Die Gruppe hat sich im Schuljahr 2013/2014 eingehend mit dem Thema beschäftigt und sich an einer bundesweiten Aktion beteiligt. Am Mittwoch erhielt das Coburger Gymnasium offiziell den Titel "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage."
Franz Stopfer, Geschäftsführer des Bezirksjugendrings, koordiniert die Aktion auf oberfränkischer Ebene. Er übergab die Urkunde an die Schüler und brachte das symbolische Schild am Schulhaus an.


"Wir möchten das nie sehen"

Philip und Samira sind 17 und 16 Jahre alt und besuchen jetzt die 11. Klasse. Für das Projekt haben sie sich gemeinsam mit ihren Mitschülern in der neunten Klasse in Gruppen mit dem Thema "Achtung, rechte Szene" befasst. "Neben den fachlichen Kompetenzen gehört natürlich viel Motivation dazu", berichtet Philip Menzel.
Die Schüler bemerkten einen Rechtsruck in der Bevölkerung, hörten die rechten Parolen der Pegida-Bewegung. "Dies ist an unserer Schule zwar nicht akut vertreten, aber wir möchten das auch nie in unseren Reihen sehen oder haben", erklärt der Schüler.
Durch die aktuelle Flüchtlingskrise habe das Thema an Bedeutung und Brisanz gewonnen. Samira Pflaum ergänzt: "Wir wollten ein Zeichen setzen, dass unsere ganze Schulfamilie dahinter steht." So sammelten die Schüler zunächst Unterschriften; denn die Voraussetzung für die Teilnahme an den bundesweiten Projekt war eine 70-prozentige Beteiligung. "Unterschrieben haben deutlich mehr, nämlich 80,57 Prozent", berichtet Samira. In der Folge organisierten die Schüler verschiedene Aktionen, unter anderen besuchte eine Gruppe den polizeilichen Staatsschutz in der Kripo Coburg.
Ferner unterhielten sie sich mit den Sprechern des Aktionsbündnisses "Wir sind bunt: Coburg Stadt und Land". Oder sie sprachen mit Vertretern der Kirche.


Elementarer Baustein

Die Schüler trafen sich mit Flüchtlingskindern, besuchten mit ihnen das Naturkundemuseum und picknickten gemeinsam im Hofgarten. Als Pate konnte Dritter Bürgermeister Thomas Nowak gewonnen werden. Das Thema Integration sei ein elementarer Baustein seiner Arbeit, betont er.
Bei rund 41 000 Einwohnern in der Stadt Coburg betrage der Ausländeranteil neun Prozent, etwas 23 Prozent hätten einen Migrationshintergrund. Momentan seien 575 Flüchtlinge in Coburg beherbergt, bei 65 Hilfesuchenden handele es um minderjährige Kinder im Alter von 13 bis 17 Jahren, die ohne Eltern angekommen sind.
Obwohl das Thema brandaktuell sei, sollte die Auszeichnung keineswegs als kurzfristige Aufgabe verstanden werden, sondern als Verpflichtung. "Es ist ein Versprechen für die Zukunft gegen jegliche Form von Rassismus und Diskriminierung couragiert einzuschreiten", sagt Nowak.
Der Direktor der Schule, Herbert Brunner, betont: "Es ist uns angesichts der Flüchtingskrise wichtig, ein Zeichen gegen Menschenfeindlichkeit und für Toleranz zu setzen."
Der Schulchor und einige Solisten umrahmten die Feierstunde mit musikalischen Einlagen.


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