Trebgast

"Kein Mensch spricht in ganzen Sätzen"

Am Rande seines Auftritts auf der Naturbühne haben wir uns mit Rolf Miller kurz unterhalten. Herr Miller, wie sind Sie zum Kabarett gekommen? Rolf Miller: D...
Artikel drucken Artikel einbetten
Rolf Miller bei seinem Auftritt auf der Naturbühne
Rolf Miller bei seinem Auftritt auf der Naturbühne
Am Rande seines Auftritts auf der Naturbühne haben wir uns mit Rolf Miller kurz unterhalten.

Herr Miller, wie sind Sie zum Kabarett gekommen?
Rolf Miller: Die Frage habe ich schon so oft beantwortet, aber die richtige Antwort ist so kompliziert, die kann man nicht schreiben. Ich stelle die Gegenfrage: Warum wird man nicht Kabarettist? Für mich war es ganz logisch, dass ich das Leben nicht ernst nehme.

Haben Sie die Kunst, Banales kompliziert auszudrücken, von heute auf morgen beherrscht?
Ich behaupte, dass der Halbsatz der Normalfall ist, nur merken wir das nicht. Kein Mensch spricht in ganzen Sätzen. Nur, wenn wir das auf der Bühne hören, denken wir, das ist was Besonderes. Dabei denke ich vielmehr die Normalität als meine Kollegen. Den Halbsatz, den ich auf der Bühne spreche, nehme ich mir so nicht vor, das ist an jedem Abend verschieden, aber es klingt sehr natürlich. Ich weiß am Anfang nicht, wie der Satz endet. Kein Mensch weiß das.

Sind Sie der Meinung, dass es zu viele Kabarettisten gibt?
Also, mir ist es lieber, wenn ein paar zu viel da sind, als ein paar zu wenig. Ich bin froh, dass es bei uns diese Vielfalt gibt, allerdings ist es für das Publikum ganz schwer herauszufinden, wer ein Zwei-Stunden-Programm hat, das wirklich trägt.

Sie touren durch ganz Deutschland?
Ja, wobei ich lieber in Süddeutschland spiele, weil hier die Mentalität anders ist. Dort, wo süddeutscher Dialekt gesprochen wird, kommen die Leute auch schneller mit.

Sie haben früher Fußball gespielt?
Ja, neulich durfte ich sogar auf Sky das Spiel Hoffenheim gegen Ingolstadt mitmoderieren. Ich habe dort gesagt, ich sei nur deshalb Komiker geworden, weil ich es nicht zum Profi geschafft habe. Das hätte aber bei jedem anderen Beruf auch gestimmt.

Welchen Kabarettisten schätzen Sie bei uns in Bayern besonders?
Ich bekomme ja nicht alles mit, aber früher waren das Bruno Jonas, Gerhard Polt sowie Django Asül.

Das Gespräch führte Werner
Reißaus

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren