Bad Kissingen

Kardinal Lourdusamy tot

von unserem Mitarbeiter Werner Eberth Hausen — Beim Bilderabend der Freiwilligen Feuerwehr Hausen wurde bekannt, dass der langjährige Freund von Hausen, Kardinal Lourdusamy, bereit...
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Bei der Weihehandlung benutzte er den Bischofsstab, den die Pfarrei Hausen 1948 ihrem großen Sohn Julius Döpfner zur Bischofsweihe geschenkt hatte.
Bei der Weihehandlung benutzte er den Bischofsstab, den die Pfarrei Hausen 1948 ihrem großen Sohn Julius Döpfner zur Bischofsweihe geschenkt hatte.
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von unserem Mitarbeiter Werner Eberth

Hausen — Beim Bilderabend der Freiwilligen Feuerwehr Hausen wurde bekannt, dass der langjährige Freund von Hausen, Kardinal Lourdusamy, bereits am 2. Juni letzten Jahres in Rom verstorben ist. Er wurde am 5. Februar 1924 in dem tamilischen Dorf Kalleri im indischen Bundesstaat Tamil Nadu als Simon Duraisamy geboren. Bei einem Besuch in Hausen hat er erklärt, dass Lourdusamy eigentlich nur ein Beiname sei und etwa "ein mit Lourdes Verbundener" bedeute. Dieser Zusatzname habe sich zu seinem Familiennamen entwickelt.
Er studierte in Indien Philosophie und Theologie (zweifacher Doktor) und wurde 1951 zum Priester geweiht. Der junge Priester kam dann nach Deutschland und lernte bei den Stern-Schwestern in Augsburg Deutsch und wurde von der Diözese Würzburg als Urlaubsvertreter in der Pfarrei Steinach an der Saale eingesetzt. Er blieb mit seiner ersten Seelsorgestelle in Deutschland immer eng verbunden. 1962 wurde er Titularbischof, also ein Bischof ohne eigene Diözese, und nahm 1962 bis 1965 am II. Vatikanischen Konzil teil, wobei er Kardinal Döpfner kennenlernte. Beide standen sich schon vom Alter her sehr nahe. 1968 wurde er Erzbischof von Bangalore, damals der jüngste Erzbischof der Welt.
Anfang der 1970er Jahre berief ihn Papst Paul VI. in die römische Kurie. 1973 wurde er Sekretär der Kongregation für die Evangelisierung der Völker (Propaganda fide) und wurde 1985 Kardinal und Präfekt der Kongregation für die Ostkirchen.
Vermutlich über seine gute Freundschaft mit dem 1976 verstorbenen Kardinal Döpfner konnte ihn Pfarrer Georg Hirschbrich 1982 nach Hausen einladen. Am 8. August 1982 gab die Pfarrei zu seinen Ehren im Pfarrheim Hausen einen Empfang. Im nächsten Jahr besuchte ihn die Pfarrei Hausen bei einer Romfahrt in seiner Präfektur. 1987 feierte er das Hochamt an Ostern in Hausen und konnte sich bei einem Empfang der Stadt Bad Kissingen in das Goldene Buch eintragen. Zwei Jahre später feierte er ein Pontifikalamt in Bad Kissingen mit anschließendem Empfang im Pfarrzentrum. Auch in den nächsten Jahren besuchte er immer wieder Hausen. Bei einem Privatbesuch 1993 bei Pfarrer Hirschbrich traute er den Sohn von Diakon Axel Mager.
1997 bestellte ihn Papst Johannes Paul II. zum Apostolischen Delegaten bei der Beisetzung von Mutter Teresa in Indien. Schwer erkrankt lebte er in Rom völlig zurückgezogen und starb dort im Alter von 90 Jahren am 2. Juni 2014. Beigesetzt wurde er in Pondicherry in Indien.
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