Steinwiesen

Junge Schneidmüller sind fit

tradition  Das Mühlenfest zog viele Besucher zur Teichmühle in Steinwiesen.
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Mühlvogt Landrat Oswald Marr (Zweiter von links) überzeugt sich davon, dass Jungschneidmüller Felix Neder (rechts) den Stamm richtig durchlaufen lässt. Links Zweiter Bürgermeister Bruno Beierlorzer, Zweiter von rechts Chefschneidmüller Bernhard Schlee  Foto: Susanne Deuerling
Mühlvogt Landrat Oswald Marr (Zweiter von links) überzeugt sich davon, dass Jungschneidmüller Felix Neder (rechts) den Stamm richtig durchlaufen lässt. Links Zweiter Bürgermeister Bruno Beierlorzer, Zweiter von rechts Chefschneidmüller Bernhard Schlee Foto: Susanne Deuerling

von unserer Mitarbeiterin 
susanne Deuerling

Steinwiesen — Das vier Meter hohe Mühlrad drehte sich weithin sichtbar unermüdlich und der Zustrom der Radfahrer, Wanderer und sonstiger Gäste riss nicht ab. Die drei "Jung schneidmüller" Michael Vogler aus Nurn und Felix Neder und Uli Thierauf aus Steinwieseny, die sich an diesem Tag der Öffentlichkeit vorstellten, konnten beweisen, ob sie schon "fit" sind, um das 120-jährige königlich-bayerische Eisenvollgatter bedienen zu können.
"Ein wenig aufgeregt waren wir schon", meinte Michael Vogler und Uli Thierauf zupfte an seinem neuen Poloshirt mit der Aufschrift "Mühlenverein Rodachtal", das die "Neuen" an diesem Tag ausgehändigt bekamen. Ein klein wenig besser mit der Materie vertraut ist Felix Neder. So oft es seine Wochenenden zulassen, an denen er in seiner Heimat Steinwiesen ist, findet man ihn an der Teichmühle. "Um den Nachwuchs ist mir nun nicht mehr bange, schön, dass sich junge Leute finden, die die Tradition fortführen", sagt der Vorsitzende des Mühlenvereins, Michael Kestel.
Unter der fachkundigen Aufsicht der beiden "Chefschneidmüller" Bernhard Schlee und Bernhard Lang setzten sie die Blöcher auf, verstauten die geschnittenen Bretter und Balken und die Teichmühle wurde lebendig.

Interessierte Besucher

Viele Fragen hatten die Besucher, die teilweise von weit her gekommen waren. Nicht nur der Landkreis Kronach war vertreten, sondern auch die Nachbarkreise. Für die Flößer aus Neuses, Unterrodach und Wallenfels ist es bereits Tradition, beim Mühlenfest dabei zu sein. "Mie Flüeße halten zamm" - so heißt es eben im Frankenwald.
Auf dem Programm des Mühlenfests standen nicht nur die Schneidvorführungen, obwohl dies immer wieder das Highlight ist, sondern auch Floßfahrten auf dem Mühlbach, Kutschfahrten und ein Familienquiz, das Peter Schmittnägel durchführte. Zum Schluss stand als Siegerin Vivien Renk aus Steinwiesen fest, gefolgt von Emma Schmittdorsch und Eva Kuhnlein, beide ebenfalls aus Steinwiesen. Für die musikalische Unterhaltung sorgte Siegfried Winkler.
Bereits am Vormittag fand der Zeltgottesdienst mit dem evangelischen Pfarrer Hans-Peter Göll, Nordhalben, statt. Die musikalische Gestaltung hatte der Posaunenchor Heinersberg-Nordhalben übernommen. Ein Frühschoppenschloss sich an.
Der Mühlvogt, Landrat Oswald Marr, war voll des Lobes - und hatte ein kleines Geldgeschenk dabei. Zum 13. Mal findet dieses Fest statt. "Wasser, Flößer und die Mühle gehören zusammen. Schön, dass das Mühlwesen an der wunderschönen Teichmühle aufrecht erhalten wird", sagte Marr.

Lebendes Museum

Sein Dank galt Bernhard Schlee und seinem gesamten Schneidmüllerteam und er wünschte dem "Nachwuchs" viel Glück. Auch stellvertretender Bürgermeister Bruno Beierlorzer überbrachte den Dank der Marktgemeinde Steinwiesen für das große Engagement, das der Mühlenverein, allen voran Vorsitzender Michael Kestel und seine Mitstreiter, für diese Teichmühle als lebendes Museum aufbringen. "Wir arbeiten gut mit dem Landratsamt zusammen und greifen auch finanziell ein, wenn es nötig ist, denn das Ehrenamt wird hier hochgehalten", sagte Beierlorzer.
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