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Burgkunstadt

Junge Liebe zu alten Werten

Konzert  Die "Hot Rockin' Blackbirds" spielen Rock 'n' Roll ohne Scheuklappen.
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Die Musiker der "Hot Rockin‘ Blackbirds" lieben die Musik und Autos der 50er-Jahre. Max Fischer (stehend in der Mitte) fährt einen Cadillac aus dem Jahre 1957. Neben ihm stehen Ingo Appelius (links) und Markus Ritzel, davor knien Sebastian Spichal und Michael Schweiger.  Foto: Stephan Amm
Die Musiker der "Hot Rockin‘ Blackbirds" lieben die Musik und Autos der 50er-Jahre. Max Fischer (stehend in der Mitte) fährt einen Cadillac aus dem Jahre 1957. Neben ihm stehen Ingo Appelius (links) und Markus Ritzel, davor knien Sebastian Spichal und Michael Schweiger. Foto: Stephan Amm
von unserem Mitarbeiter  Stephan Stöckel

Burgkunstadt — Das Waschbrett klappert, das Saxophon schnarrt, der Bass brummt, die Gitarren spielen eine liebliche Melodie und ins Ohr dringt das swingende "Barefoot" aus der Feder des "Ray Collins Hot Club". Die "Hot Rockin' Blackbirds", die seit acht Jahren mit eigener kreativer Handschrift über den Tellerrand des Rockabilly blicken, sind in ihrem Element.
Die Töne sind verklungen. Die Frage, ob man bei dieser Musik nicht ein hemmungsloser Nostalgiker sein müsse, geistert durch das ausgebaute Dachgeschoss. Das Echo in Form eines kollektiven "Neins!" folgt auf dem Fuße, ehe nach einem kurzen Moment des Nachdenkens Saxophonist Michael Schweiger aus dem Altenkunstadter Ortsteil Spiesberg ein Körnchen Wahrheit darin entdeckt: "Hemmungslos ist übertrieben. Aber eine gewisse Liebe oder Sympathie für alte Werte sollte man schon haben, um sich in einer Rockabilly-Band wohlzufühlen."
Wie zum Beweis kramt er aus der Ecke seinen alten Saxophon-Koffer hervor. Schweiger gibt sich als Liebhaber alter Gegenstände zu erkennen, die authentisch sind und ein Leben hinter sich haben. Michael Schweiger, Markus Ritzel aus Neuensee (Klavier und Gesang), der Weißenbrunner Ingo "Appl" Appelius (Leadgitarre), der Oberlangenstadter Sebastian Spichal (Schlagzeug), Max Fischer aus Friesen (Standbass und Gesang) und Neuzugang Christopher Förtsch aus Reitsch bei Kronach (Gitarre und Gesang) hegen eine Sympathie für den Rock 'n' Roll der 50er-Jahre, was man unschwer an Tolle und Koteletten erkennen kann, die einige Bandmitglieder tragen.
Ein Faible für alte Autos haben die Musiker ebenfalls. Fischer nennt einen 57er Cadillac sein Eigen. Zu einem ihrer bislang 80 Auftritte sind die Musiker damit noch nicht gefahren. Stilecht wäre es gewesen. "Unsere Musikinstrumente passen leider nicht hinein", bedauert Fischer.


Keimzelle für modernen Rock

Von dem alten Ami-Schlitten handelt ihr Lied "Flat Black Cadillac". "Darin besinge ich die unzähligen Stunden, die ich seit 2008 an dem Fahrzeug herumgeschraubt und so manche Ausfahrt, die ich darin unternommen habe", erzählt Fischer. Was fasziniert die jungen Männer an der Musikrichtung aus den 50er- Jahren des vorigen Jahrhunderts, die als Keimzelle der modernen Rockmusik gilt? "Ich habe einen breitgefächerten Musikgeschmack", erzählt Michael. "Doch als ich in der Pubertät Brian Setzer mit seinen ,Stray Cats' hörte, war es um mich geschehen. Die Energie, die von der Musik ausgeht, fasziniert mich bis heute." Bei den "Hot Rockin' Blackbirds" genießt er die kreative Freiheit, die sich die Band nimmt, um nicht als alltägliche Rockabilly-Band abgestempelt zu werden. "Wir haben keinen Tunnelblick und auch keine Scheuklappen", ergänzt Max. Bei dem Sextett kann es schon mal vorkommen, dass fröhliche Cha-Cha-Cha-Klänge, von flotten Ska-Rhythmen abgelöst werden, um am Ende in fetzigen Rock 'n' Roll überzugehen. Und das alles in einem Lied!
Acht Jahre haben die Musiker nun schon auf dem Buckel. Auch wenn sie aus beruflichen und persönlichen Gründen etwas kürzertreten müssen, ein Leben ohne ihre Musik können sie sich nicht vorstellen. Vor allem Konzerte in kleinen Clubs schätzen sie wegen des direkten Kontakts zum Publikum. Einer ist ihnen besonders ans Herz gewachsen: das Tecnet-Zentrum des Burgkunstadter Kleinkunstvereins Tecnet Obermain in Burkersdorf.
"Bei unserem ersten Konzert vor zwei Jahren mussten bereits nach zwei Liedern alle Tische und Stühle rausgeräumt werden. Und bei unserem zweiten Auftritt im gleichen Jahr war die Hölle los. Mit 120 Besuchern stellten wir einen Besucherrekord auf", erinnert sich Schlagzeuger Sebastian Spichal.
Am Samstag, 7. November, um 20 Uhr kehren die Musiker an die Stätte ihrer Triumphe zurück. Die Fans können im Tec-net Zentrum ein Wiedersehen mit ihren Idolen feiern. Der Eintritt zu dem Konzert ist frei.
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