Bad Staffelstein

Junge Köche kümmerten sich um Rehrücken im Wirsingmantel

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von unserem Mitarbeiter Andreas Welz

Bad Staffelstein — "Viele Köche verderben den Brei", das alte Sprichwort traf gestern in der Victor-von-Scheffel-Realschule nicht zu. Im Fach Haushalt, Ernährung und Werken versuchten sich die Schülerinnen und Schüler der 7c als zukünftige Starköche.
Es ging recht laut und quirlig in der Schulküche zu, denn nicht alle Hobbyköche erfassten an diesem Projekttag den zentralen Stellenwert von Essen und Trinken im täglichen Leben. Sie hatten Spaß mit dem Koch der Hanns-Seidel-Stiftung, Mathias Grober, und der Hotelfachfrau Marina Madeleid, beide im dritten Ausbildungsjahr, und ließen sich den Rehrücken im Wirsingmantel mit Mohnschupfnudeln und Blaukraut munden.
Schulleiter Heinz Zech freute sich über die Schulpatenschaft zwischen der Stiftung und der Realschule, die mit dem Projekttag mit Leben erfüllt werde. Im Vordergrund stehe für die Stiftung die Werbung für die Ausbildungsberufe in der Gastronomie und im Fremdenverkehr. Im Gegenzug werden Seminare für Klassensprecher in Kloster Banz durchgeführt.
In den 7. Klassen gehöre das Kochen zum Lehrplan, alle Klassen können als Wahlfach "Catering" wählen. Inzwischen konnte Fachlehrer Daniel Bär einmal wöchentlich zwei Stunden den Schülern deutlich machen, dass für die Entwicklung eines günstigen Ernährungsverhaltens die Erfahrung von Wohlbefinden und Genuss ebenso wichtig sei wie das Wissen über eine gesunde Ernährung. Kinder lernten den Wert gesunder Lebensmittel, frisch zubereiteter Nahrung, gemeinsamer Mahlzeiten und einer angenehmen Atmosphäre bei Tisch nur dann schätzen, wenn sie damit positive Erlebnisse verbinden.

Geschmack und Genuss

Nur das "Erfahren am eigenen Leib" fördert das Erlernen günstiger Ernährungsgewohnheiten, denn Geschmack, Genuss und Vergnügen sind für Kinder wesentlich stärker wirksame Motive etwas zu essen als der Nutzen für die Gesundheit. Bei Spargelcremesuppe vorneweg und Apfelstrudel mit Vanille zum Dessert ließen sich "der Weisheit Lehren mit Vergnügen hören", wie einst Wilhelm Busch bei Max und Moritz formulierte.
Zuvor hatte Marina Madeleid mit ihren Helferinnen und Helfern den Tisch geschmackvoll eingedeckt und Cocktails ohne Alkohol zubereitet. Dabei waren der Triple Star als Appetizer, der Happy Driver oder der Roadrunner.
Philipp Gräb (14) aus Messenfeld war mit Feuereifer bei der Sache. Er selber koche gern, verriet er. Am liebst brate er Nürnberger Bratwürste, dazu gibt es Kartoffelsalat und Sauerkraut. Ob er einmal Koch werden möchte, wisse er noch nicht.

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