Reckendorf

Junge Flüchtlinge im Kiga

Der ehemalige Kindergarten in Reckendorf beherbergt demnächst 18 unbegleitete Kinder und Jugendliche aus der Flüchtlingsregion. Die Bürger zeigen sich aufgeschlossen.
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Vor einer ungewissen Zukunft stand der alte Kindergarten in der Pfarrer-Friedrich-Straße nach dem Neubau unter der Trägerschaft der Johanniter. Die Flüchtlingskrise war es nun, die dem eigentlich ansprechenden Bauwerk zu einer neuen Aufgabe verhalf. Vom gelungenen Umbau vom Kindergarten zu einem Heim für unbegleitete minderjährige Kinder und Jugendliche überzeugte sich nun der Gemeinderat Reckendorf im Rahmen einer Ortsbegehung vor der eigentlichen Sitzung, die diesmal in der Alten Synagoge, dem Reckendorfer Haus der Kultur, durchgeführt wurde.


Arbeiterwohlfahrt ist Träger

"Der Einzug von 18 Kindern und Jugendlichen steht kurz bevor", informierte der Geschäftsführer der Arbeiterwohlfahrt, Werner Dippold, die die Einrichtung als Träger übernommen hat. Zunächst werden es nur männliche jugendliche Flüchtlinge sein, einer Öffnung für deutsche Jugendliche sei, wenn sich die Flüchtlingsproblematik verlagert, durchaus möglich. Die Reckendorfer Bürger wurden in einer Bürgerversammlung über die neuen Mitbewohner informiert und zeigten sich durchaus aufgeschlossen. 150 000 Euro hat die Arbeiterwohlfahrt in die Renovierung, Auflagen der Regierung in Sachen Brandschutz und den Umbau des ehemaligen Kindergartens investiert. Die Jugendlichen werden in geräumigen Doppelzimmern mit modernstem Standard untergebracht, hinzu kommen ein Versorgungstrakt, Büro und Aufenthaltsräume.


Schnell einbinden

"Es ist eines der schönsten Jugendheime in der ganzen Region", freuten sich Dippold und der Reckendorfer Bürgermeister Manfred Deinlein (SPD) gleichermaßen. Markus Metz ist der Leiter der Einrichtung, der sich nun wünscht, dass die Neuankömmlinge schnell in die Gemeinde und die Reckendorfer Vereine eingebunden werden.
Groß war das Bürgerinteresse zum einen bezüglich des neuen Jugendheimes, zum anderen auch zum Thema "Trassenvorschlag für eine Umgehung B 279" - deshalb auch die Fortsetzung in der Alten Synagoge statt wie gewohnt im Rathaus. Einig war sich der Gemeinderat darin, dass Reckendorf auf jeden Fall eine Umgehung brauche. Die direkt an den Häusern vorbeiführende Bundesstraße senke die Lebensqualität im Innenort erheblich, der Haupt-, Dorf- und Kirchplatz schneide die B 279 in zwei Teile wie den gesamten Ortskern, führte Deinlein aus. Nach Ansicht der Verwaltung und des Bürgermeisters sei für Reckendorf eine Ortsumgehung im Osten vorteilhaft.
Deinlein stellte die Vor- und Nachteile der Ost- und Westumgehung gegenüber, wobei eine Westumgehung den Quellverkehr aus Gerach aufnehmen, während die Ostumgehung den Verkehr aus der Ostsiedlung in Reckendorf aufnehmen könne. Bürgermeister Deinlein vertrat die Auffassung, dass die Gemeinde im Zugzwang sei, weil nach einer Bürgerversammlung mit der Bundestagsabgeordneten Emmi Zeulner (CSU), durchklang, dass für eine Entscheidung für eine Umgehung, eine Entscheidung für eine Trasse zweckmäßig sei.


Bürger mit einbeziehen

Sicherlich nicht alleine stand Clarissa Schmitt (CSU) mit ihrem Einwand, dass eine Entscheidung des Gemeinderates vor der Einberufung einer offiziellen Bürgerversammlung nicht von Vorteil sei. Der Gemeinderat könne ihrer Auffassung nach erst dann eine Entscheidung treffen, wenn die Meinungsbildung der Bürger abgeschlossen und diese dem Gemeinderat bekannt sei. Der Referentenentwurf des Bundesverkehrswegeplans werde erst in der nächsten Woche vorgestellt. Danach hätten die Bürger die Möglichkeit, ihre Bedenken zu den Umgehungsstraßen über eine Internetplattform zu formulieren. Zunächst müsse aber ein Maßnahmenkatalog beschlossen werden, der kurzfristig zu einer Verbesserung der Situation in der Ortsdurchfahrt verwirklicht werden könne. Hierzu zählen Straßenbelag, Querungshilfen sowie eine Tempo-30-Regelung zumindest in der Nacht. Ihrem Vorschlag, die Entscheidung für die Osttrasse zu vertagen, nahm der Gemeinderat mit 8:7 Stimmen an.


Herz für Feuerwehrnachwuchs

Ein Herz für den Feuerwehrnachwuchs hatte der Gemeinderat. Die Freiwillige Feuerwehr Reckendorf erhielt nach einstimmigen Votum für ihre elf Jugendlichen einen Zuschuss von 400 Euro. Mit knapper Mehrheit entschied sich der Gemeinderat auf Vorschlag des Bürgermeisters für die Aufstellung einer Bücherzelle. Hierfür soll eine alte Telefonzelle zum Bücherschrank hergerichtet werden. Diese soll zwischen der Kirche und dem ehemaligen Gasthof "Schwarzer Adler" aufgestellt werden.

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