Kulmbach

Joachim Hildebrandt ist ein wahrer Meister der Architekturfotografie

Architektur ist längst nicht mehr Selbstzweck. Dabei geht es nicht nur um Funktionalität, sondern immer mehr darum, den Gebäuden ein eigenes Gepräge zu verl...
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Joachim Hildebrandt (Zweiter von links) mit einigen Ehrengästen der Vernissage.  Foto: privat
Joachim Hildebrandt (Zweiter von links) mit einigen Ehrengästen der Vernissage. Foto: privat

Architektur ist längst nicht mehr Selbstzweck. Dabei geht es nicht nur um Funktionalität, sondern immer mehr darum, den Gebäuden ein eigenes Gepräge zu verleihen. Mit Kunst am Bau, aber auch mit imposanten, teils auch gewagten architektonischen Entwürfen. Einer, der sich diesem Genre verschrieben hat, ist der Lichtenfelser Arzt Joachim Hildebrandt. Seit Jahrzehnten fotografiert er die Werke herausragender Architekten weltweit. Jetzt zeigt er in einer eindrucksvollen Ausstellung seine besten Werke.


Bis 16. September zu sehen

Unter dem Titel "Inside - Outside" präsentiert das langjährige Mitglied des FAC Mainleus/Kulmbach in der Galerie im ersten Stock des Einkaufszentrums "Fritz" Architektur-Fotografie. Bis zum 16.

September sind die 30 großformatigen Bilder zu sehen.
Joachim Hildebrandt begann zunächst mit der Natur- und Landschaftsfotografie und widmete sich in den letzten 20 Jahren vornehmlich der Reise- und Architekturfotografie, erläuterte FAC-Vorsitzender Mike Schwalbach bei der Vernissage. Dabei entwickelte er einen besonderen Blick für Linien, Proportionen, Farbkontrasten und eine eigene fotografische Handschrift. Sein Augenmerk legt er auf die zeitgenössische Architektur. Bei den präsentierten Motiven handelt es sich vielfach um Gebäude von Architekten, die als Pritzker-Preisträger zur Weltspitze ihrer Zunft zählen. Die bei Deutschen besonders beliebte Architekturfotografie ist immer ein Spagat zwischen Dokumentation und Interpretation.

"Die Bilder von Hildebrandt sind einfach und plakativ aufgebaut, die Farbkomposition ist stimmig", so Schwalbach.
Joachim Hildebrandt führte aus, es falle nicht schwer, einen Bogen zu schlagen zwischen der Medizin, der Architektur und der Fotografie. Mediziner und Architekten seien gleichermaßen auf bildgebende Verfahren und die modernen Medien angewiesen: zur Dokumentation, zum Ideenaustausch, in Forschung und Entwicklung, zur Verbreitung neuer Erkenntnisse, zur Selbstdarstellung und nicht zuletzt zur Werbung.


Verstehen ohne Wörterbuch

Von den modernen Medien sei die Fotografie die älteste, die Bildsprache werde auf der ganzen Welt ohne Wörterbuch verstanden. Gerade auch an der Hochschule für Gestaltung, dem Bauhaus, habe die Fotografie Einzug in die Lehre gehalten.

Im Vordergrund stehe dabei die Wiedergabe der Ästhetik einer technisch-funktionellen Welt.
Die Faszination, die von der Architektur ausgeht, habe sich nicht abgenutzt, und so zähle die Architekturfotografie nach der bildlichen Darstellung des Familienlebens und der Landschaftsfotografie zu den beliebtesten Fotothemen der Deutschen. Er selbst, so Hildebrandt, möchte mit seinen Bildern noch den Gesamteindruck eines Gebäudes vermitteln, noch erkennen lassen, was der Architekt gemeint hat, wie Form und Funktion zusammengehören. "Die Bilder sind also eher konservativ ausgerichtet", schloss er. Bürgermeister Robert Bosch aus Mainleus und Stadtrat Dieter Hägele lobten das Wirken des FAC, der für seine exzellenten Bilder bekannt sei. Zu den Gästen der Vernissage zählte auch Center-Managerin Anja Curioso-Naiaretti. red

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