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Zeil am Main

In der Realität angekommen

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von unserem Redaktionsmitglied 
Andreas Lösch

Zeil — Die anfängliche Euphorie nach dem 4:0-Auftaktsieg gegen Portugal ist ein wenig verflogen. Die Expertenrunde im Göller-Biergarten in Zeil, die immer nach den Deutschlandspielen bei der Fußballweltmeisterschaft in Brasilien in bester fränkischer Manier ihren Senf zum sportlichen Spektakel abgibt, gibt sich nun deutlich nüchterner. Nein, der Frühschoppen fällt natürlich nicht aus.
Nüchtern ist eher die Sicht auf die Spielweise der deutschen Nationalmannschaft, die am Donnerstagabend 1:0 gegen die USA gewann und somit als Gruppenerster ins Achtelfinale einzog. "Naja, es war teilweise gut", sagt etwa Erich Ange brand. Unter den Fußballexperten am Stammtisch ist er aber ohnehin als derjenige mit der pessimistischsten Sichtweise bekannt. "Wir werden kein Weltmeister", sagt er. "Podolski, das war ja ein Totalausfall. Das hab' sogar ich gesehen." Der Schweinsteiger dagegen habe seine Sache gut gemacht.

Die harten Brocken kommen noch

Aber: "Es gibt schon cleverere Mannschaften. Immer kommst du damit nicht durch", sagt Angebrand. Und noch einer war von Anfang an nicht ganz so zuversichtlich, was das Abschneiden der Deutschen angeht. "Ich hab' gesagt, die verlieren. Und jetzt sag ich gar nix mehr", erklärt Toni Hüller und lacht. Die Stammtischbrüder könnten ihm ruhig dankbar sein, dass er mit seiner Einschätzung falsch lag.
"Ein verdienter Sieg war's auf jeden Fall", stellt Klaus Popp zum USA-Spiel fest.Und: "Es war auf jeden Fall kein abgekartetes Spiel." Denn im Vorfeld der Partie wurde gemunkelt, die Trainer der beiden Gruppengegner und ehemaligen Weggefährten, Jürgen Klinsmann (USA) und Joachim Löw (Deutschland), könnten sich absprechen. Denn beiden Teams hätte ein Unentschieden zum Weiterkommen gereicht. Die "Schande von Gijon" wurde immer wieder ins Gespräch gebracht: Damals bei der Weltmeisterschaft 1982 in Spanien hatten Deutschland und Österreich das Fußballspielen eingestellt und sich nur noch den Ball zugeschoben, nachdem die Deutschen in der 10. Minute in Führung gegangen waren. Das Ergebnis reichte für beide Nationen zum Weiterkommen.

Das wahre Gesicht

Dass die Deutschen die Vorrunde bei der WM in Brasilien nicht überstehen, stand für Popp außer Frage. Mit den K.O.-Spielen werde es nun erst richtig interessant. Da werde sich das wahre Gesicht der Nationalmannschaft zeigen. Algerien heißt der Gegner im Achtelfinale. "Wenn sie verlieren gegen Algerien, sollen sie lieber rudern", sagt Karl Schneider. Und wie weit kommen die Deutschen? Weltmeisterlich sei man insgesamt noch nicht aufgetreten, finden die Stammtischbrüder. Im Halbfinale könnte Deutschland auf Brasilien treffen. "Naa, des pack mer net", sagt Klaus Popp.

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